Die Kafu-Handelsgesellschaft mbH & Co. KG (Eigenbezeichnung kafu discount) mit Sitz in der Hansestadt Bremen wurde unter der Bezeichnung kafu discount als der erste Bremer Discounter bekannt.
Geschichte mini|Kafu-Markt im August 1991 in Bernburg (Saale)
Gründung der Kette, Geschäftsmodell und Entwicklung (1961–1985) Kafu eröffnete im Oktober 1961 in einem ehemaligen Bunker im Bremer Ortsteil Sebaldsbrück unter dem Namen Direkt Kauf GmbH, bis es im Februar 1962 in Erstes Discounthaus in Bremen geändert wurde. Ab Juli 1963 firmierte das Haus unter dem Namen K & F Discount. Der Name kafu entstammt dem 1884 gegründeten Altbremer Importhaus Katenkamp & Fuhrmann. Der erste Laden bestand aus nur wenigen Regalen, zahlreichen Kisten, einer alten Kasse und zwei Angestellten. Die 13 m² große Verkaufsfläche befand sich im ersten Stock des Bunkers. Kafu-Gründer Franz Peter Wefing (1928–2016) begann als Bremer Teenager mit einem Moped Seifen und Reinigungsprodukte als Reisender im Direktverkauf seine erste Mark nach Kriegsende zu verdienen.
Massiven Angriffen seitens der Interessenverbände des Groß- und Einzelhandels zum Trotz, beharrte Peter Wefing von Beginn an darauf, die damalige Preisbindung der zweiten Hand schon in seinem Bunkergeschäft zu unterlaufen, wobei er manch einstweilige Verfügung auf Drängen der Markenartikelfirmen in Kauf nahm. Seine konsequente Niedrigpreisstrategie zog viele Verbraucher an. Bereits 1962 machte Kafu einen Umsatz von vier Millionen D-Mark. Peter Wefing expandierte auf ein ehemaliges Bauerngehöft in dessen Umgebung im Zuge des Baubooms der frühen sechziger Jahre ein neuer Bremer Stadtteil entstand – die Neue Vahr. In kurzer Zeit erzielte Kafu auf 600 m² Verkaufsfläche 12 Millionen D-Mark Jahresumsatz. Dennoch wurde weiterhin auf kostspielige Ausstattung verzichtet, was der Anziehungskraft nicht schadete, da viele Verbraucher mit Erinnerungen an die Hungersnot der Nachkriegszeit weiter sparsam blieben.
Der Erfolg setzte durch die Erhaltung von Prinzipien ein: niedrige Kalkulation, einfachste Ladenausstattung, Selbstbedienungsverkauf, geringer Service, niedrige Miete, verkehrsgünstiger Standort, vielfältiges übersichtliches Sortiment. 1970 wurde Peter Wefing mit einem Preis für besondere Verdienste in der Lebensmittelwirtschaft ausgezeichnet.
Zwischen 1962 und 1985 entstanden 26 Discount- und Verbrauchermärkte in Bremen und der unmittelbaren Umgebung in Niedersachsen. Der Gesamtumsatz von Kafu lag 1985 bei 425 Millionen D-Mark.
Übernahmen und Verkauf (1985–2003) Mit der wachsenden Konkurrenz durch viele neue überregionale Lebensmitteleinzelhändler wie Aldi, Edeka oder der co op AG begannen sich die Gewinne in den frühen 1980er Jahren langsam rückläufig zu entwickeln. In der Folge setzte bundesweit eine Welle von Konsolidierungen zahlreicher mittelständischer lokaler Discountmärkte ein. Gründer Wefing entschied sich für den Verkauf. Im Dezember 1985 kaufte die co op AG über die Basler Handelsbank die bis dahin größte Bremer Supermarktkette zum Wert von 45 Millionen D-Mark auf. 1987 übernahm die Gruppe die Gottlieb-Handelsgesellschaft sowie die Märkte der Groma-Handels-GmbH. Zu diesem Zeitpunkt bestand das Geschäft der Kafu unter der Kafu-Wasmund Handels-GmbH. Auch die Lüer-Gruppe aus Osnabrück wurde 1987 für vermutlich 55 Millionen Mark übernommen. Lüer erwirtschaftete zu dieser Zeit einen Umsatz von 62 Millionen Mark. Im Rahmen des Co-op-Skandals Ende des gleichen Jahrzehnts geriet auch Kafu in finanzielle Schieflage.
1992 kam es zur Zerschlagung der Kafu-Märkte. So kaufte Spar die Braunschweiger Märkte, Edeka übernahm Gottlieb. Die Bünting-Gruppe übernahm 26 zwischen Bremerhaven und Osnabrück gelegene Märkte, die danach auf Combi und Famila umflaggten. Mit rund 80 Märkten und 2.500 Beschäftigten ging der Großteil des Unternehmens an die Rewe Group. Die zwei Berliner Kafu-Filialen in Hellersdorf und Lichtenberg flaggten zum 12. November 1992 auf Minimal um. Wann die letzte Kafu-Filiale umflaggte, ist unbekannt, vermutlich jedoch nach 2003. Wefing machte sich in späteren Lebensjahren auch als Stifter diverser Institutionen in Bremen einen Namen.
Franz Peter Wefing verstarb am 2. Februar 2016.
Weblinks
Einzelnachweise
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