Berthold Meyer (* 17. Juni 1944 in Eitorf/Sieg) ist ein deutscher Soziologe, Politologe und Friedens- und Konfliktforscher.Meyer, Berthold. In: Kürschners Deutscher Gelehrtenkalender 2025, Bd. 3. de Gruyter, Berlin 2025, S. 2359.

Leben und Wirken Berthold Meyer legte seine Reifeprüfung 1964 in Essen ab und machte anschließend eine Lehre als Bankkaufmann. Von 1967 bis 1974 folgte sein Studium der Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft, Soziologie, Ostasienwissenschaft und Empirischen Kulturwissenschaft an der Eberhard Karls Universität Tübingen. 1974 legte er dort das Magisterexamen ab und war dort von 1969 bis 1980 Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft, zunächst als wissenschaftliche Hilfskraft bzw. Tutor, ab 1974 als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Im Jahre 1969 gehörte er zu den Mitbegründern der Arbeitsgruppe Friedensforschung am Tübinger Institut für Politikwissenschaft. 1982 promovierte er bei Volker Rittberger zum Dr. rer. soc.Eigener Lebenslauf in der Dissertation an der Universität Tübingen 1982. Von 1981 bis 2001 war Meyer wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) in Frankfurt/M. 1999 wurde er Honorarprofessor an der Universität Marburg/L. Vorlesungen hielt er dort bis 2019. Gastprofessuren hatte er seit 2002 an der Universität Hamburg und von 2005 bis 2008 an der Universität Innsbruck inne. Berthold Meyer beschäftigt sich vor allem mit der Friedens- und Konfliktforschung, der NATO, OSZE und der Bundeswehr.

Veröffentlichungen (Auswahl)

(mit Achim Battke u. Bernhard Schneider): Friedenswochen als Modelle politischer Kooperation. Fallstudie über die Tübinger Friedenswoche 1974 (= Tübinger Beiträge zur Friedensforschung und Friedenserziehung, Bd. 1). Tübingen 1975. "Wir produzieren Sicherheit". Sozialisations- und Integrationsfunktion des Militärs als Unterrichtsthema (= Tübinger Beiträge zur Friedensforschung und Friedenserziehung, Bd. 4). Waldkircher Verlagsgesellschaft, Waldkirch 1976. Der Bürger und seine Sicherheit. Zum Verhältnis von Sicherheitsstreben und Sicherheitspolitik. Campus-Verlag, Frankfurt/M. 1983, ISBN 3-593-33345-7 (= Dissertation Universität Tübingen). Atomwaffenfreie Zonen und Vertrauensbildung in Europa. Campus-Verlag, Frankfurt/M. 1985, ISBN 3-593-33539-5. Strukturen und Modelle kirchlicher Friedensarbeit. Hess. Stiftung Friedens- u. Konfliktforschung, Frankfurt/M. 1985. (mit Roberto Zadra): Die Grünen und Liste Verdi – sicherheitspolitische Alternativen für Europa? Lit-Verlag, Münster 1992, ISBN 3-89473-221-0. Erst die Spitze eines Eisbergs. KSZE-Konfliktmanagement und nationale Minderheiten. HSFK , Frankfurt/M. 1992, ISBN 3-928965-14-X. (mit Peter Schlotter u. Norbert Ropers): Die neue KSZE. Zukunftsperspektiven einer regionalen Friedensstrategie. Leske + Budrich, Opladen 1994, ISBN 3-8100-1234-3. Die Ost-Erweiterung der NATO. Weg zur Einheit oder zur neuen Spaltung Europas? HSFK, Frankfurt/M. 1995, ISBN 3-928965-55-7. (mit Harald Müller u. Hans-Joachim Schmidt): NATO 96. Bündnis im Widerspruch. HSFK, Frankfurt/M. 1996, ISBN 3-928965-69-7. (mit Götz von Groll): Noch eine Chance für den Verhandlungsfrieden. Lehren aus der KSZE für eine Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit im Nahen Osten. HSFK, Frankfurt/M. 1996, ISBN 3-928965-68-9. Formen der Konfliktregelung (= Friedens- und Konfliktforschung, Bd. 3). Leske + Budrich, Opladen 1997, ISBN 3-8100-1786-8. In der Endlosschleife? Die OSZE-Langzeitmissionen auf dem Prüfstand. HSFK, Frankfurt/M. 1998, ISBN 3-933293-05-7. (mit Peter Schlotter): Die Kosovo-Kriege 1998/99. Die internationalen Interventionen und ihre Folgen. HSFK, Frankfurt/M. 2000, ISBN 3-933293-25-1. (mit Hannes Vorhofer): Aus der Traum. Das Scheitern des Nahost-Friedensprozesses und seine innenpolitischen Hintergründe. HSFK, Frankfurt/M. 2001, ISBN 3-933293-45-6. Die Dauerkontroverse um die Wehrpflicht – ein Beispiel für Konfliktverwaltung. HSFK, Frankfurt/M. 2005, ISBN 3-937829-24-5. Von der Entgrenzung nationaler deutscher Interessen. Die politische Legitimation weltweiter Militäreinsätze. HSFK, Frankfurt/M. 2007, ISBN 978-3-937829-58-6. Innere Führung und Auslandseinsätze. Was wird aus dem Markenzeichen der Bundeswehr? HSFK, Frankfurt/M. 2009, ISBN 978-3-937829-81-4. Bundeswehr ohne Wehrpflichtige – Was folgt daraus für die Parlamentsarmee im Einsatz? HSFK, Frankfurt/M. 2010, ISBN 978-3-942532-11-2. Konfliktregelung und Friedensstrategien. Eine Einführung. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2011, ISBN 3-531-17895-4.

Außerdem zahlreiche Aufsätze in Fachzeitschriften und Sammelbänden.

Einzelnachweise

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