Stadt der Frauen. Künstlerinnen in Wien von 1900 bis 1938 war eine Ausstellung, die 2019 im Unteren Belvedere in Wien gezeigt wurde.
Beschreibung Die Schau stellte Frauen, die Anfang des 20. Jahrhunderts künstlerisch aktiv waren und künstlerische Strömungen beeinflusst haben, in den Vordergrund. Künstlerinnen waren auch in dieser Zeit benachteiligt. Künstlerische Ausbildung, Mitgliedschaften in Kunstvereinen und Ausstellungsmöglichkeiten wurden ihnen großteils erschwert. Erst 1920 durften Frauen erstmals die Akademie der bildenden Künste besuchen. Trotzdem schafften es einige starke Frauen, sich als Künstlerinnen im männlich dominierten Kunstbetrieb und auch international zu behaupten. Werke von Teresa Feodorowna Ries wurden auf zwei Weltausstellungen gezeigt, 1900 in Paris und 1911 in Turin. Die Malerinnen Tina Blau und Elena Luksch-Makowsky oder die Bildhauerinnen Teresa Feodorowna Ries und Elza Kövesházi-Kalmár waren Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt und von ihren männlichen Kollegen geschätzt. Sie erhielten auch öffentliche Aufträge. Die Wiener Secession, der Hagenbund, die Galerie Miethke und der Salon Pisko boten den Künstlerinnen Ausstellungsmöglichkeiten. Zusätzlich solidarisierten sich die Frauen untereinander und gründeten eigene Kunstvereine, zum Beispiel die Acht Künstlerinnen und den Verein der bildenden Künstlerinnen Österreichs (VBKÖ).
In fast allen Kunstrichtungen, u. a. dem Impressionismus, dem Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit, waren Frauen vertreten. Viele der damals anerkannten Künstlerinnen wurden jedoch im Lauf der Zeit, besonders ab 1938, in die Vergessenheit gedrängt. Ihre Bedeutung für die Kunstgeschichte wurde unterschätzt. Erst in den letzten Jahren wurde zu den künstlerisch tätigen Frauen verstärkt geforscht. Die Ausstellung im Unteren Belvedere, kuratiert von Sabine Fellner, sorgte für eine Wiederentdeckung der Künstlerinnen der Wiener Moderne und ihrer Werke. Viele Gemälde befanden sich in Museumsdepots oder auf privaten Dachböden. Für die Ausstellung im Belvedere wurden die Kunstschätze mit großem kuratorischem Aufwand aufgespürt.
Künstlerinnen Im Belvedere waren Arbeiten von Ilse Bernheimer, Maria Cyrenius, Friedl Dicker, Marie Egner, Louise Fraenkel-Hahn, Helene Funke, Greta Freist, Margarete Hamerschlag, Fanny Harlfinger-Zakucka, Hermine Heller-Ostersetzer, Johanna Kampmann-Freund, Elisabeth Karlinsky, Erika Giovanna Klien, Broncia Koller-Pinell, Frida Konstantin Lohwag, Elza Kövesházi-Kalmár, Leontine von Littrow, Elena Luksch-Makowsky, Mariette Lydis, Emilie Mediz-Pelikan, Teresa Feodorowna Ries, Mileva Roller, Frieda Salvendy, Emma Schlangenhausen, Anny Schröder-Ehrenfest, Lilly Steiner, Helene Taussig, Ilse Twardowski-Conrat, My Ullmann, Olga Wisinger-Florian, Grete Wolf Krakauer und Franziska Zach zu sehen.
Publikation Stadt der Frauen. Künstlerinnen in Wien 1900–1938, Katalog zur Ausstellung, Herausgeberinnen: Stella Rollig, Sabine Fellner, Prestel Verlag München, 2018, ISBN 978-3-903114-67-8
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