mini|hochkant|Charles Phelps Smyth (etwa 1954) Charles Phelps Smyth (* 10. Februar 1895 in Clinton, Oneida County, New York; † 18. März 1990 in Bozeman, Montana) war ein US-amerikanischer Chemiker (Physikalische Chemie, Organische Chemie) an der Princeton University.

Leben und Wirken Charles Phelps Smyth war der Sohn des Geologen und Mineralogen Charles Henry Smyth (1866–1937) und der Bruder des späteren Physikers Henry DeWolf Smyth. 1905 zog die Familie nach Princeton, New Jersey, wo der Vater auf eine Professur berufen worden war. Charles Phelps Smyth begann sein Studium an der Princeton University, wo er 1916 einen Bachelor in Chemie erwarb, 1917 den Master. Im Ersten Weltkrieg diente er in Washington, D.C., zunächst im Bureau of Standards, dann in der Abteilung für Chemische Kriegführung. Nach dem Krieg erwarb er 1921 bei dem Nobelpreisträger Theodore William Richards an der Harvard University einen Ph.D. mit einer Arbeit über die Thermodynamik von Thallium-Amalgamen.

Ab 1920 gehörte Smyth zum Lehrkörper der Princeton University, zunächst als Instructor. Hier begann seine – lebenslange – Arbeit zu den dielektrischen Eigenschaften verschiedener Stoffe und zu elektrischen Dipolmomenten. Er untersuchte die elektrischen Eigenschaften einer Vielzahl von Moleküle, insbesondere von organischen Substanzen. 1924 führte ihn ein Gastaufenthalt nach Deutschland, unter anderem zu dem späteren Nobelpreisträger Peter Debye. Smyth stieg bis 1938 zu einer ordentlichen Professur auf. Zuletzt hatte er eine nach David B. Jones benannte Professur für Chemie inne.

Von 1937 bis 1941 gehörte Smyth zur United States Navy Reserve, von 1943 bis 1945 war er in Princeton Mitarbeiter des Manhattan-Projekts. Im Jahre 1945 nutzte er seine wissenschaftlichen Verbindungen nach Deutschland, um im Rahmen der Alsos-Mission deutsche Wissenschaftler ausfindig zu machen und dem drohenden Zugriff der Sowjetunion zu entziehen. 1963 ging Smyth in den Ruhestand, arbeitete aber noch für das Office of Naval Research. Gastprofessuren führte ihn 1965 nach Japan und von 1974 bis 1976 an die University of Salford im Vereinigten Königreich.

Smyth ist Autor von etwa 260 (nach anderen Angaben über 300) wissenschaftlichen Veröffentlichungen, die letzte datiert aus dem Jahr 1982. Er veröffentlichte die Fachbücher Dielectric Constant and Molecular Structure (1931) und Dielectric Behavior and Structure (1955). Laut Datenbank Scopus, die Zitationen überwiegend erst aus der Zeit nach den 1970er Jahren erfasst, hat Smyth (Stand Februar 2026) einen h-Index von 29. Zu seinen Schülern zählen William Oliver Baker, N. Bruce Hannay, Patrick L. McGeer, George B. Rathmann, Gyan Prakash Johari und Anthony Leonid Turkevich. Smyth nominierte Linus Pauling und Henry Eyring für einen Nobelpreis.

Charles Phelps war seit 1955 mit Emily Ellen Vezin (1913–2009) verheiratet. 1987 zog das Paar nach Montana, wo Charles Phelps an seinem langjährigen Ferienort seine letzten Lebensjahre verbrachte.

Auszeichnungen (Auswahl) 1925 Fellow der American Association for the Advancement of Science 1932 Mitglied der American Philosophical Society 1947 U.S. Army Medal of Freedom 1954 William H. Nichols Medal der New York Section der American Chemical Society 1955 Mitglied der National Academy of Sciences 1970 Ehrendoktorat der University of Salford

Weblinks

Charles Phelps Smyth (February 10, 1895 — March 18, 1990), American chemist bei prabook.com

Oral history interview with Charles P. Smyth - Science History Institute Digital Collections

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Princeton University) Kategorie:Fellow der American Association for the Advancement of Science Kategorie:Mitglied der American Philosophical Society Kategorie:Mitglied der National Academy of Sciences Kategorie:Ehrendoktor der University of Salford Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1895 Kategorie:Gestorben 1990 Kategorie:Mann