A Woman’s Place Is Everywhere ist ein US-amerikanischer dokumentarischer Kurzfilm von Fanny Texier aus dem Jahr 2026. Die Weltpremiere fand am 14. Februar 2026 auf der 76. Berlinale statt, wo der Film in der Sektion Berlinale Shorts gezeigt wurde.

Inhalt Die eineiigen Zwillingsschwestern Emilija und Ona wohnen im New Yorker Stadtteil Williamsburg. In Rückblicken erfährt das Publikum, dass die beiden in Kanada geboren wurden. Wegen der Leukämieerkrankung ihrer biologischen Mutter und deren frühem Tod wuchsen die Mädchen ab dem Alter von zweieinhalb Jahren bei der besten Freundin ihrer Mutter auf. Die Loftwohnung in einem ehemaligen Industriegebäude hatte die soziale Mutter der Schwestern in den 1970er Jahren bezogen und selbst renoviert; damals war die Gegend heruntergekommen und die Räume waren in schlechtem Zustand. Die sozialen Großeltern der Mädchen waren aus Litauen eingewandert; die Adoptivmutter war eine Künstlerin und Tänzerin, die in Brooklyns Kunst- und Kulturszene aktiv war. Archivaufnahmen aus der Kinderzeit der Mädchen sind in die Rahmenhandlung eingebettet. Die beiden empfanden sich damals als arm. Sie stritten viel, hatten aber eine Menge Platz und ein gutes soziales Umfeld.

Nach dem Tod ihrer sozialen Mutter erhalten sie einen Räumungsbescheid. Zu Anfang des Films loten die Schwestern ihre juristischen Möglichkeiten aus und versuchen, durch eine Klage die Zwangsräumung abzuwenden. Währenddessen erwägt Ona, die nun ihrerseits Mutter wird, aus der Wohnung auszuziehen, was Emilija als Verrat empfindet – schließlich bleiben sie gemeinsam dort wohnen. Sie sind froh, dass sie einander haben.

Zwei Jahre später steht nun endgültig die Räumung bevor. Emilija und Ona haben sich entschieden, keine Berufung gegen das Urteil einzureichen. Es bleiben Schuldgefühle, weil sie nicht bis zum Ende prozessieren, aber sie haben keine Kraft mehr dafür. Williamsburg hat sich in den vergangenen Jahrzehnten sehr verändert und die Schwestern kommen zu dem Schluss, dass es den Ort ihrer Kindheit nicht mehr gibt. Gemeinsam räumen sie die Wohnung aus und verabschieden sich dabei von ihrer sozialen Mutter: Vor einem Foto von ihr, das sie mit Kristallen umgeben haben, singen sie ein litauisches Lied. Beim Abschied von einer Nachbarin ist vom Ende einer Ära die Rede. Der Film endet mit Klavierspiel, bei dem die Schwestern aus dem Haus gehen.

Der Film begleitet Emilija und Ona in ihrer letzten Zeit in ihrem Zuhause, ergänzt durch Heimvideos aus ihrer Kindheit und historische Fotos.

Hintergrund mini|Fanny Texier mit ihrem Preis auf der Berlinale 2026 Die Regisseurin Fanny Texier wohnt ebenfalls in Williamsburg und ist mit den Protagonistinnen des Films eng befreundet. Sie drehte den Film auf Einladung von Emilija and Ona, die sie baten, ihre verbleibende Zeit im Zuhause ihrer Kindheit für sie zu dokumentieren.

Für Texier war die Wohnung von Emilija and Ona eins der letzten Relikte einer vergangenen Epoche, die Räumung ein Kristallationspunkt der New Yorker Gentrifizierung. Mit dem Film wollte Texier eine der menschlichen Geschichten hinter den bürokratischen Vorgängen erlebbar machen und zu einer Diskussion um eine menschlichere Stadtpolitik beitragen.Presseinformation zu A Woman’s Place Is Everywhere auf den Seiten der Berlinale (PDF; englisch), abgerufen am 20. Februar 2026.

Auszeichnungen A Woman’s Place Is Everywhere wurde auf der Berlinale 2026 mit dem Silbernen Bären in der Kategorie Kurzfilm ausgezeichnet.Die Preise und Jury von Berlinale Shorts, 21. Februar 2026, abgerufen am 22. Februar 2026.

Weblinks

A Woman’s Place Is Everywhere im Programm der Berlinale Interview mit Fanny Texier im Blog der Sektion Berlinale Shorts (englisch) Presseinformation zu A Woman’s Place Is Everywhere auf den Seiten der Berlinale (PDF; englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2026 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Kurzfilm Kategorie:Brooklyn Kategorie:Zwillinge im Film