Die Ölblockade der Vereinigten Staaten gegen Kuba ist eine Verschärfung des bestehenden Embargos gegen das Land. Grundlage bildet die Executive Order 14380 vom 29. Januar 2026 „Addressing Threats to the United States by the Government of Cuba“ von US-Präsident Donald Trump, wonach Kuba eine extreme Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA darstelle. Die Verordnung besteht darin, dass die USA jedes Land, welches Kuba mit Rohöl oder dessen Derivaten, wie zum Beispiel Treibstoffe, beliefert, mit hohen Zöllen bedroht. Sie hat einen baldigen Regimewechsel, möglichst noch im Jahr 2026, zum Ziel.
Vorgeschichte Die USA sanktionieren Kuba seit 1962, kurz nach dem Sieg der kubanischen Revolution im Jahr 1959. Abgesehen von wenigen Tauwetterperioden in den bilateralen Beziehungen wurde das Embargo über die Jahrzehnte stetig verschärft. Ziel war von Beginn an, durch den wirtschaftlichen Druck einen Regime-Change zu erreichen, ohne Erfolg. Zunächst wurde das Land von der Sowjetunion und später dem RGW (Comecon) unterstützt. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks und der darauffolgenden Spezialperiode fand man in den 2000er Jahren mit Venezuela unter Hugo Chávez einen neuen Sponsor, der das Land mit stark subventionierten Öllieferungen unterstützte, wofür sich Kuba mit Ärzten und Sicherheitskräften revanchierte.
Mit der Corona-Pandemie rutschte Kuba in eine tiefe wirtschaftliche Krise, aus der sich das Land kaum wieder erholte. Aus Venezuela kamen nicht mehr die früher gewohnten 100.000 Barrel Öl pro Tag, sondern nur noch rund 35.000. Das den Eigenbedarf übersteigende Öl verkaufte Kuba regelmäßig weiter, zu Weltmarktpreisen, wohl vor allem nach Asien. Der geringere Ölfluss und die daraus folgende Devisenknappheit führte zu einer sich bis zuletzt stetig verschärfenden Energie- und Versorgungskrise. Die letzte Öllieferung vor der Quasi-Blockade erfolgte am 9. Dezember des Vorjahres.
Am 3. Januar 2026 kidnappten die USA in einer Militärinvasion den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Dabei kamen auch 32 kubanische Sicherheitskräfte im Dienste des venezolanischen Präsidenten ums Leben. Offensichtliches Ziel war es, die venezolanische Ölproduktion unter US-Kontrolle zu bringen. Wenige Tage später verkündete US-Präsident Donald Trump, dass Kuba ab sofort weder Geld noch Öl aus Venezuela erhalten werde. Er rief Kuba zu einem „Deal“ auf, „bevor es zu spät ist“.
Maßnahmen Die USA drohen jedem Land, welches Öl oder Treibstoffe nach Kuba liefert, mit hohen Strafzöllen. Zusätzlich werden Kubas Küsten offenbar zur See und aus der Luft durch das US-Militär überwacht.
Am 25. Februar 2026 erlaubte das US-Office of Foreign Assets Control den Verkauf von Öl und Treibstoff an kubanische Privatunternehmen. Stand 25. März des Jahres exportierten US-Versorger rund 30.000 Barrel bzw. 4,8 Millionen Liter Kraftstoffe an Kubas Privatsektor. Im Juni betrugen die Importe an Ölderivaten aus den USA 778.000 Barrel, darunter 648.000 Barrel Diesel. Rohöl wurde dagegen keines geliefert.
Nachdem die USA wegen der durch den Krieg gegen den Iran steigenden Ölpreise die Sanktionen gegen Russland lockerten, machte sich zunächst Hoffnung breit, Kuba könne von dort mit dem dringend benötigten Rohstoff versorgt werden. Zwei Tanker, beladen mit 27.000 Tonnen Gas bzw. 700.000 Barrel Öl, befanden sich schon auf dem Weg nach Kuba. Kurz darauf wurde jedoch klargestellt, dass die Ausnahmen nicht für Kuba gelten würden. Ende März wurde dem größeren der beiden Tanker doch gestattet, Kuba anzulaufen. Mit Russland habe das aber angeblich nichts zu tun. Vielmehr bräuchten „die Menschen Wärme und Kühlung und all die anderen Dinge“, so Trump zu Reportern.
Anfang Mai 2026 wurde zusätzlich die Executive Order 14404 erlassen, welche im Wesentlichen ausländischen Firmen mit Sanktionen bedroht, die mit zur Holding des kubanischen Militärs GAESA gehörenden Unternehmen geschäftlich verbunden sind. Dazu gehören ausländische Hotelketten, die Hotels in Kuba managen, aber auch die Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard. Die betroffenen Unternehmen reduzierten daraufhin ihr Engagement in Kuba entsprechend oder stellten es ganz ein. Kreditkartenoperationen wurden unmöglich.
Am 11. Juni 2026 wurde das staatliche Ölunternehmen Unión Cuba-Petróleo (Cupet) auf die Sanktionsliste gesetzt. Grund sei, dass Energie seit langem als Waffe zur Unterdrückung des Volkes als auch zur Selbstbedienung des kleptokratischen Regimes benutzt werden würde. Hintergrund ist wahrscheinlich das Vorhaben einer größeren Treibstofflieferung an die Privatwirtschaft durch die in Florida ansässige Firma Vanguard, eigentlich vom Embargo ausgenommen, wofür man allerdings Tanks der staatlichen Ölgesellschaft benötigt hätte. Kuba warf daraufhin Marco Rubio vor, die Energiekrise in Kuba mutwillig verschärfen zu wollen.
Reaktionen und Auswirkungen mini|Nicht erst ein Problem seit der Ölblockade: Aufgrund chronischen Treibstoffmangels wird der Müll nicht mehr regelmäßig abgeholt und verdreckt die Straßen (Centro Habana, Januar 2026) Kubas Verbündete wie Russland, China oder Mexiko verurteilten die Ölblockade scharf und sicherten Kuba Unterstützung zu. Eine für Ende Januar 2026 geplante Öllieferung aus Mexiko wurde jedoch kurzfristig abgesagt. Auch andere, sich schon auf dem Weg nach Kuba befindliche Tankschiffe wurden umgeleitet.
In Kuba wurde unterdessen der Energienotstand ausgerufen. Das Land selbst kann nur weniger als die Hälfte des Bedarfs an Rohöl aus eigener Förderung decken. Die Raffinerien und Kraftwerke gelten als veraltet und ineffizient. Erneuerbare Energien spielten zu dieser Zeit nur eine untergeordnete Rolle.
Nach einer NOTAM-Warnung, dass Kubas Flughäfen die Belieferung mit Kerosin nicht mehr sicherstellen können, stornierten zahlreiche Fluggesellschaften, darunter sämtliche kanadische, ihre Kubaflüge. Air Canada beispielsweise bot nur noch Rückflüge aus Kuba an, um kanadische Touristen auszufliegen. Aus Kanada kamen bis dahin mehr als ein Drittel aller in Kuba empfangenen Touristen, deren Wegfall einen schweren Schlag für die kubanische Tourismusindustrie darstellt. Andere Fluggesellschaften wie Iberia oder Air France hielten ihre Verbindungen aufrecht, planten jedoch auf dem Rückflug aus Kuba einen zusätzlichen Tankstopp in einem Nachbarland ein. Im Land selbst wurde zunächst der öffentliche Personenverkehr, sowohl der städtische als auch der Fernverkehr zwischen den Provinzen, stark ausgedünnt. Für Arbeiter und Angestellte wurde die Vier-Tage-Woche eingeführt. Wo es möglich ist, soll auf Telearbeit umgestellt werden. Jedoch ist es mangels Transportmöglichkeiten für viele Beschäftigte praktisch unmöglich, zur Arbeit zu kommen. Gleiches gilt für Schüler und Lehrer in den Schulen. Treibstoff für Fahrzeuge gibt es für Privatpersonen praktisch nur noch gegen Devisen oder zu hohen Schwarzmarktpreisen. Betroffen ist auch die US-Botschaft in Havanna. Kubas Regierung verweigert ihr den Import von Diesel für Notstromaggregate, solange die Ölblockade besteht.
Der Druck von Zeitungen wurde stark reduziert, bzw. ganz eingestellt. Während die überregionalen Zeitungen wie Granma oder Juventud Rebelde nur noch einmal wöchentlich als Papierversion erscheinen, wurde der Druck von Regionalzeitungen komplett eingestellt. Ein Liter Benzin kostete Mitte März 2026 auf dem Schwarzmarkt um die 4000 Pesos, rund sieben Euro gemäß damaligen Umtauschkurs.
Zahlreiche befreundete Staaten wie Mexiko oder China entsandten Hilfslieferungen in Form von Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs. Daneben gab es auch Hilfs-Flottillen bekannter internationaler Aktivisten, die eher propagandistischer denn praktischer Natur waren.
Am 18. Juni 2026 beschloss das Parlament angesichts des stark verschärften Sanktionsdrucks eine umfassende Wirtschaftsreform in Richtung Marktwirtschaft. Vorbild ist das chinesische System. Der Sozialismus als politisches System solle aber beibehalten werden.
Während die kubanische Bevölkerung unter der stark verschärften ökonomische Krise, die sich durch vor allem durch hohe Preise für Transport und Dinge des täglichen Bedarfs bemerkbar machte, zunehmend zu leiden hatte, galt der Sicherheitsapparat weiterhin als gut finanziert und ausgestattet. Eine Ausweitung lokaler Proteste auf das ganze Land, die somit zu einer Gefahr für das Regime hätte werden können, konnte somit im Keim erstickt werden.
Verhandlungen Donald Trump rief schon vor seinem Öl-Dekret Kubas Regierung dazu auf, einen „Deal“ abzuschließen, „bevor es zu spät ist“.
Zunächst bestritt die kubanische Regierung direkte Gespräche, es habe lediglich die normale zwischenstaatliche Kommunikation ohne Bezug auf die aktuellen Maßnahmen gegeben, während verschiedener Aussagen von Präsident Trump zufolge die USA in aktiven Gesprächen mit einflussreichen Personen in Kuba gewesen seien. US-Botschafter Mike Hammer sprach davon, dass man auf der Suche nach einer kubanischen Delcy Rodríguez, also einer Person, die analog der Lage in Venezuela nach der Entführung Maduros durch US-Spezialeinheiten in der Lage ist, das Land in Ruhe zu halten, aber weitgehend nach US-Vorgaben zu handeln. Konkrete Namen wollte er nicht nennen, aber als Kandidaten dafür werden mal Raúl Castros Sohn Alejandro Castro Espín, mal sein Enkel und ehemaliger Chef seiner Leibgarde Raúl Guillermo Rodríguez Castro gehandelt. Ende Februar 2026 sprach Trump vom Ziel einer „friedlichen Übernahme“ Kubas. Der aktuelle kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel wird dagegen von den USA als Haupthindernis auf dem Weg zu einem Deal gesehen. Dieser müsse in jedem Fall von der politischen Bühne abtreten.
Nach anfänglichen Dementis bestätigte Präsident Díaz-Canel am 13. März entsprechende Konsultationen. Jedoch stünden weder das politische System noch irgendwelche Regierungsämter auf der Agenda, wie Vize-Außenminister. Jedoch gab es ein paar Good-Will-Maßnahmen: So wurden unter Vermittlung des Vatikans angekündigt, 51 politische Gefangene freizulassen, außerdem wurde ein Dekret erlassen, in dem im Ausland lebenden Kubanern erlaubt wird, in Kuba private Geschäfte zu eröffnen.
Im September 2026 wurde bekannt, dass Trump den Kubanern einen Öldeal angeboten haben soll: Im Austausch für eine Privatisierung der staatlichen Ölgesellschaft Cupet, idealerweise durch einen Verkauf an US-Investoren, sowie den Rücktritt von Präsident Díaz-Canel würde Kuba Öl aus den USA beziehen können. Jedoch scheiterte der Deal wohl an Vorbehalten auf beiden Seiten. Die exilkubanische Community in Miami zeigte sich skeptisch. Republikanische Abgeordnete wie Mario Diaz-Balart oder Carlos Gimenez wandten sich gegen entsprechende Verhandlungen mit dem kubanischen Regime. In Kuba wollte man sich nicht in die Regierungspolitik einmischen lassen. So wollte weder die Castro-Familie Macht abgeben, noch Díaz-Canel ersetzen.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten Kategorie:Geschichte Kubas Kategorie:Wirtschaft (Kuba) Kategorie:Tourismus (Kuba) Kategorie:Internationale Sanktion Kategorie:Konflikt (21. Jahrhundert) Kategorie:Politik 2026