Heinrich August Zwick (* 20. März 1796 in Gnadenberg; † 31. Januar 1855 in Niesky) war ein deutscher Missionar der Herrnhuter Brüdergemeine. Leben mini|Kirche der Herrnhuter Brüdergemeine in Sarepta (2023) Der Sohn eines Kaufmanns erlernte das Handwerk eines Seifenmachers. Im Jahr 1809 trat Zwick in die Herrnhuter Brüdergemeine ein und nahm in den folgenden Jahren an den Befreiungskriegen von Napoleon teil. Im Jahre 1818 wurde Zwick als Pfarrer und Mitvorsteher der Gemeinde der ledigen Brüder als Seelsorger und Missionar nach Sarepta in Südrussland entsandt. Dort war es seine Aufgabe die Heiden unter den südrussischen Steppenvölkern zu bekehren. Im Jahre 1819 besuchte Zwick erstmals die Kalmücken. Weitere Reisen folgten bis 1823. 1825 wurde er zum Gemeindevorsteher von Sarepta berufen und war auch als Verwalter des Gemeindelebens verantwortlich. In dieser Zeit erwarb er auch eine sehr umfangreiche kalmückische Tempelausstattung, die mehr als 105 Objekte umfasste. In Sarepta wurde am 25. August 1829 auch seine Tochter Eugenie verh. Veerbek geboren.Heinz-Dieter Fiedler: Ebersdorfer Lebensläufe. Aus dem Archiv der Herrnhuter Brüdergemeine in Ebersdorf. Band 1, 2017. S. 174. 1834 öffnete zwei Kurgane und entnahm die darin gefundenen Schädel, wovon sich zumindest einer heute in Halle befindet.Thomas Ruhland/Sahra Dornick: Im Netzwerk von Mission und Naturwissenschaft. Die Geistergeschichte von Mqhayi, die Herrnhuter Brüdergemeine und die Meckelschen Sammlungen in Halle (Saale). in Freiburger Zeitschrift für GeschlechterStudien 29. Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg 2023, S. 39–59. Er verließ Sarepta 1836 und kehrte nach Deutschland zurück und trat eine Stelle als Gemeindevorsteher in Ebersdorf an. Im Jahr 1847 folgte er einer Berufung nach Königsfeld in den Schwarzwald. Dort verfasste er mehrere Bücher über die kalmückische Sprache. Er kann somit als Begründer der Mongolistik in Deutschland gelten. 1854 wurde Zwick nach Niesky berufen, wo er kurz danach starb.
Zwicks ethnologische Sammlung ist im Laufe der Zeit verloren gegangen. Seine sehr umfangreiche numismatische Sammlung kaukasischer Münzen bildete den Grundstock des Orientalischen Münzkabinetts in Jena. Zwick erwarb auch eine umfangreiche Sammlung mongolischer Handschriften, die noch heute Kern der Sammlung mongolischer Handschriften der Sächsischen Landesbibliothek in Dresden bildet.
Werk Diarium meiner Reise von Sarepta nach Astrachan und in die Moschuter Kalmücken-Horde des Fürsten Serbedschab vom 30. November bis 22. December neuen Styls. in Neues lausitzisches Magazin : Zeitschrift der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften. 1. Band, Dreßler, Görlitz 1822, S. 207ff. Reise von Sarepta in verschiedene Kalmücken-Horden des Astrachanischen Gouvernements im Jahr 1813 vom 26ten May bis 21ten August neuen Stils in Angelegenheiten der Russischen Bibel-Gesellschaft. Kummmer, Leipzig 1827. (mit Johann Gottfried Schill) Grammatik der West-Mongolischen das ist Oirad oder Kalmückischen Sprache. 1851. Handbuch der Westmongolischen Sprache. Förderer, Villingen 1852.
Weblinks Zwick in der Deutschen Biographie Zwick bei Epoche Napoleon, abgerufen am 20. Februar 2026. Zwick bei Edition Humboldt, abgerufen am 20. Februar 2026. Zwick im Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, abgerufen am 20. Februar 2026.
Einzelnachweise
Kategorie:Geistlicher der Brüdergemeine Kategorie:Evangelischer Missionar Kategorie:Mongolistik Kategorie:Person in den Koalitionskriegen Kategorie:Geboren 1796 Kategorie:Gestorben 1855 Kategorie:Mann