Carl Herting,Deutsches Geschlechterbuch, Bd. 192 (1986), S. 409; Google-BooksFriedrich Benedikt Wilhelm von Hermann: Bericht der Beurtheilungs-Commission bei der allgemeinen deutschen Industrie-Ausstellung zu München 1854, München: Verlag von Georg Franz, 1855, S. 41; Google-Books vollständiger Name auch Karl Friedrich Ludwig Herting (geboren 1. Mai 1803 in Holzminden; gestorben 18. April 1879 in Einbeck) war ein deutscher Tapetendrucker.o. V.: Herting, Karl Friedrich Ludwig in der Datenbank Niedersächsische Personen der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 19. Februar 2026

Leben

mini|links|Exponat im Cooper Hewitt, Smithsonian Design Museum aus den 1860er Jahren

mini|1865: Hertings mit Blattgold per Hand geprägte Perlmutttapete mit floralem Dekor; Stadtmuseum Einbeck

Der am 18. Mai 1803 in Holzminden getaufte Herting heiratete am 1. Juni 1826 in Einbeck die ebenda geborene Johanne (Johanne Henriette Albus; 1805–1873). Die aus der Ehe hervorgegangene Tochter Marie Herting (Pseudonym Marie Rething; 1836–1910) wurde Schriftstellerin,Franz Brümmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 3. 6. Auflage, Leipzig, 1913, S. 177; Digitalisat über das Deutsche Textarchiv ihr Bruder Carl Herting Gymnasiallehrer.Egbert Koolman (Bearb.): Literarisch-geselliger Verein zu Oldenburg. 1839 - 1989. Festschrift, Oldenburg: Holzberg 1989, ISBN 3-87358-341-0, S. 74 (Nr. 170); Google-Books

Der als Kunstmaler tätige Herting eröffnete in der Frühzeit der Industrialisierung im Königreich HannoverKlaus Pohlmann: Jede Menge Tapetenwechsel ... In: Niedersächsische Wirtschaft. Das regionale Magazin der IHK Hannover, Heft 3 (2022), S. 63–64; Digitalisat auf der Seite der Industrie- und Handelskammer Hannover 1839 in Einbeck seine FabrikWilhelm Franz Exner: Die Tapeten- und Buntpapier-Industrie für Fabrikanten und Gewerbtreibende, sowie für technische Institute, Weimar: Bernhard Friedrich Voigt, 1869; Digitalisat über das Internetarchiv archive.org oder als unveränderter Nachdruck der Originalausgabe von 1869, Frankfurt am Main: Salzwasser Verlag - Outlook Verlag, 2022, ISBN 978-3-375-05204-1 und ISBN 978-3-375-05205-8 und entwickelte ab 1840Brenda Greysmith: Wallpaper ( = A Studio Vista bo), London: Cassell & Collier Macmillan, 1976, S. 78; Google-Books mit der handwerklich-künstlerische Tapeten, insbesondere mit Blumenmotiven,Klaus Pohlmann: Jede Menge Tapetenwechsel ... In: Niedersächsische Wirtschaft. Das regionale Magazin der IHK Hannover, Heft 3 (2022), S. 63–64; Digitalisat auf der Seite der Industrie- und Handelskammer Hannover die als „Perlmutttapeten“ bekannt wurden.

Für sein 1854 in der Abteilung Buntpapiere, Tapeten, Spielkarten der Ersten Allgemeinen Deutschen Industrieausstellung in München ausgestelltes Sortiment erhielt Herting für sein „Streben, neue Muster in Vorlage zu bringen“ eine belobende Erwähnung.

1858 wurde „Herting, Fabrikant zu Einbeck“, mit dem Allgemeinen Ehrenzeichen des Königreichs Hannover ausgezeichnet.Hof- und Staats- Handbuch für das Königreich Hannover, Hannover: Druck und Verlag der Berenbergschen Druckerei, 1865, S. 141; Google-Books

Nach Prämierungen seiner Werke in London, Paris und Kassel wurde Carl Herting für seine Produkte auf der Weltausstellung 1873 in Wien mit der Verleihung der Fortschrittsmedaille ausgezeichnet.Hannoverscher Courier vom 23. August 1873; Digitalisat der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek

1867 verzeichnete das Königlich Preußische Amtsgericht den Verkauf von C. Hertings Tapetenniederlage an den Kaufmann Arnold Dreves, der das Unternehmen unter gleichem Namen fortführte.Königlich Preußischer Staats-Anzeiger, 1867, Ausgaben 7–9, 2894; Google-Books

Als Erfinder gelang Herting nach langjährigen Versuchen die Herstellung eines aushärtenden Bindemittels, wodurch „allen Farben auf Papir, Geweben, Thon, Kalk, Holz, Glas u.s.w. eine unberechenbare Dauer der Schönheit garantirt“ werden konnte. Die in der Fabrik von C. Herting in Einbeck produzierten Entwürfe, darunter auch „von waschbaren Tapeten mit mattem Lustre“, wurden ab 1872 als Dauerexponate in der permanenten Gewerbe-Ausstellung in Hannover gezeigt.

Wenige Jahre nach dem Tod seiner Ehefrau wurde Anfang 1879 über das Vermögen des unterdessen zum Kommerzienrat ernannten Hertings das Konkursverfahren eröffnet; zur Konkursmasse zählten die Immobilien in und um Einbeck sowie die Fabrik inklusive Inventar.Subhastation und Edictalladung, in Carl Hofmann (Red.): Papier-Zeitung. Fachblatt für Papier- u. Schreibwaaren-Handel u. Fabrikation sowie für alle verwandten und Hilfs-Geschäfte (Pappwaaren- Spielkarten- Tapeten- Maschinen- chemische Fabriken etc.), 4. Jhrg. (1879), Heft 2 vom 9. Januar 1879, S. 29; Google-Books Ebenfalls 1879 starb Herting im Alter von 75 Jahren; seine Tochter siedelte daraufhin zunächst nach Hannover über, später nach Weimar, wo ihr Bruder Carl Herting als Gymnasiallehrer am Großherzoglichen Sophienstift arbeitete.

Carl Herting wurde auf dem Neustädter Friedhof St. Cruci in Einbeck bestattet, wo sein als Grabmal Nummer 21 als Einzeldenkmal unter Schutz gestellt wurde.Carl Herting, Nr. 21 im Denkmalatlas Niedersachsen

Exponate Exponate aus der Tapetenproduktion Hertings finden sich beispielsweise im Deutschen Tapetenmuseum in Kassel, im Cooper Hewitt, Smithsonian Design MuseumAngaben auf der Seite des Museums oder als Kulturerbe Niedersachsens im Stadtmuseum Einbeck.Beispiel-Verweise

Siehe auch Liste von Tapetenmanufakturen und Tapetenfabriken

Literatur Alfred Becker: Carl Herting. Einbeck und die vergoldeten Tapeten. In: Tapetenzeitung, 1936 Elisabeth Herting: Der Pionier der Tapetendruckerei Carl Friedrich Ludwig Herting. In: Jahresbericht des Vereins für Geschichte und Altertümer der Stadt Einbeck und Umgegend, Bd. 18 (1938/39), S. 49–57 Gerd Tölke: Einbeck und das Deutsche Tapetenmuseum in Kassel. Ein Rückblick auf die Vergangenheit der Tapetenindustrie. In: Einbecker Jahrbuch, Bd. 47 (2000), S. 99–116

Archivalien Archivalien von und über Carl Herting finden sich beispielsweise im Niedersächsischen Landesarchiv (Abteilung Hannover) als 1940 bis 1956 erstellte Verzeichnung Personen: Industrie (alphabetisch), darin Herting, Carl Friedrich Ludwig, geb. 1803, gest. 1879, Kommerzienrat, Tapetenfabrikant, Einbeck, Archivsignatur NLA HA ZGS 2/1 Nr. 236Angaben über das Archivinformationssystem Arcinsys Niedersachsen Bremen

Weblinks

Einzelnachweise

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