Helmut Biedermann (* 24. Juni 1940 in Halle/Saale) ist ein deutscher Grafiker und Maler.

Leben und Werk Biedermann ist der Zwillingsbruder des Malers und Grafikers Hans-Joachim Biedermann. Er besuchte nach dem Abschluss der 10. Klasse die Arbeiter- und Bauernfakultät für Bildende Kunst in Dresden. Nach einem praktischen Jahr als Schweizer (Melker) in der LPG Fortschritt Bannewitz studierte er von 1961 bis 1966 im Fachbereich Wandmalerei der Hochschule für Bildende Künste Dresden und arbeitete seit dem Diplom als freischaffender Künstler. Von 1966 bis 1971 hatte er Aufträge für Messegrafik, vor allem für die Leipziger Messe. Von 1971 bis 1983 schuf er mit seinem Bruder und weiteren Künstlern architekturbezogene Werke in Rathenow, Brandenburg, Potsdam, Berlin, Pritzwalk, Rostock und Wernigerode. Es handelt sich dabei vor allem um Glasgestaltung, Wandgestaltungen in Industrie-Keramik, Industrie-Email, Polystyrol und um plastische Objekte und Stoffapplikation. Davon wurden einige nach der deutschen Wiedervereinigung eingelagert oder zerstört.

1984 musste Biedermann sich zwei Hirnoperationen unterziehen, in deren Folge es zu Beeinträchtigung der rechten Extremitäten und Erblindung des rechten Auges kam. Seit 1985 erhielt er eine Invalidenrente.

Von 1991 bis 2003 entwarf Biedermann Theaterplakate und Bühnenbild für das Theater Magdeburg. Dabei war er die ersten drei Jahre auch Leiter des Malsaals. Ab 1996 bis 2004 arbeitete er mit seinem Bruder bei der künstlerischen und baulichen Gestaltung der Innen- und Außenbereiche von Hotels und Gaststätten in Magdeburg und Hamburg zusammen.

Biedermann war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Er hatte seinen Hauptwohnsitz ab 1973 in Magdeburg, ab 2002 in Hannover und ab 2006 in Berlin. Seit 2010 lebt er in Neutrebbin.

Werkbeispiel

Atelier VII. (1985; Gouache, 82 × 49 cm; auf der X. Kunstausstellung der DDR)

Ausstellungen (unvollständig)

Einzelausstellungen in der DDR

1985: Potsdam 1986: Dresden, Galerie Nord (Gouachen, Siebdrucke) 1986: Magdeburg

Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR

1976: Karl-Marx-Stadt, Städtische Museen („Jugend und Jugendobjekte im Sozialismus“) 1977/1978 und 1987/1988: Dresden, VIII. und X. Kunstausstellung der DDR 1979 und 1984: Magdeburg, Bezirkskunstausstellung 1981: Magdeburg, Kulturhistorisches Museum („Selbstdarstellungen, Maler des VBK-DDR, Bezirk Magdeburg 1981“) 1987: Magdeburg, Kloster Unser Lieben Frauen („Handzeichnung und Plastik“)

Ausstellungen seit der deutschen Wiedervereinigung (unvollständig)

2020: Magdeburg, MDR Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt („Rückblick“; mit Hans-Joachim Biedermann) 2025: Stendal-Dahrenstedt, Kunsthof Dahrenstedt („Über das Sein“ & „DASEIN“; mit Hans-Joachim Biedermann)

Literatur

Landeskünstlerkatalog Sachsen-Anhalt. 1994, S. 50 Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 76

Weblink

Biedermann

Einzelnachweise

Kategorie:Grafiker (DDR) Kategorie:Grafiker (Deutschland) Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Maler (DDR) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1940 Kategorie:Mann