Gertrud Schleising (* 1954 in Berlin) ist eine deutsche Malerin, Installations- und Performancekünstlerin.

Leben und Werk Gertrud Schleising absolvierte von 1967 bis 1974 eine Tanzausbildung bei Tatjana Gsovsky an der Tanzakademie Berlin. Im Anschluss studierte sie von 1974 bis 1979 Freie Malerei an der Hochschule der Künste, Berlin. Hier war sie Meisterschülerin von Karl Oppermann. Seit 1979 ist Schleising als freie Künstlerin tätig. Ihr Atelier befindet sich im Güterbahnhof Bremen-Areal für Kunst und Kultur.

Das Oeuvre von Schleising besteht aus raumgreifenden Installationen und Performances, Malerei und Collagen, sowie skulpturalen Assemblagen. Daneben beschäftigt sie sich mit dem öffentlichen Raum als Ort für Kunst und Performance. Für ihre Werke zu politisch-gesellschaftlichen Themen ist sie bekannt. Seit 2021 widmet sie sich in Performances dem Thema der Salonkultur als von Frauen inszeniertes Format für gesellschaftliche Teilhabe.

Seit 2004 lebt und arbeitet Schleising in Bremen. 2007 erhielt sie für ihre Arbeit FleetFlicken den 1. Preis des Bremer Kunstprogramms Kunst im öffentlichen Raum. 2023 nahm sie mit der Performance RSA21 - weißt Bescheid? am Jubiläumsprogramm Changing City von Kunst im öffentlichen Raum teil. Hier griff sie Probleme bei der Sanierung ihres Werks FleetFlicken, die durch Richtlinie RSA21 zur Sicherung von Arbeitsstätten hervorgerufen worden waren, auf.

Nachhaltige Aufmerksamkeit bekam Schleising mit einer Performance am Antikolonialdenkmal in Bremen 2010, bei der sie den Elefanten erkletterte, ihn mit einem langen Schal aus afrikanischen Flaggen dekorierte und ihm etwas ins Ohr flüsterte. Ihre Performance wurde wiederholt als Beispiel angeführt, wie die ideologische Ästhetik des Denkmals gebrochen werden kann.

Von November 2015 bis Januar 2016 zeigte das Gerhard-Marcks-Haus, das zu diesem Zeitpunkt wegen Umbaumaßnahmen seine Ausstellungen ausgelagert hatte, im Atelierhaus Roter Hahn Schleisings Ausstellung Forever Young, die sich in zahlreichen Werken mit Gerhard Marcks Bronzefigur Silvanus auseinandersetzte.

2016 erhielt Schleising das mit insgesamt 12.000 € dotierte Kunst-Stipendium der Bremischen Evangelischen Kirche. Unterstützt wurde damit ihr Ausstellungsprojekt Make it a better place, das die Reformation zum Thema hatte und 2017 mehrere Monate in der Bremer Kulturkirche St. Stephani zu sehen war.

Schleising gestaltete den Preis des Bremer Filmpreises 2017, den Naum Ichiljewitsch Kleiman erhielt. 2023 wurde Schleising im Rahmen der Kurzfilmreihe kulturmosaik in der fast zwanzigminütigen Folge 7 Tage Augen porträtiert.

Sie ist Vorstandsfrau im Güterbahnhof Bremen-Areal für Kunst und Kultur e. V. und Mitglied im Künstlerinnenverband Bremen, der GEDOK und der BBK Bremen.

Ausstellungen (Auswahl) 2005 6 x 6= 36, Werbung Für LiebSein und HerzHaben, Großflächenplakate in Bremen 2006 wer weiß was, Bild-Text-Installation in der Zentralbibliothek Bremen 2011/12 Inch by Inch, Galerie Mitte 2012 unter Druck, Jahresausstellung des BBK in der Städtischen Galerie, Bremen 2012 Wie waren die Worte, Ausstellung im Wallsaal der Zentralbibliothek Bremen 2013 Brauche ich das wirklich?, Ausstellung in der Galerie am Stall 2014 neuronen::gewitter, Ausstellung mit Michael Weisser in galerie mitte, Bremen 2015 Forever young. Gertrud Schleising bittet Gerhard Marcks zum Tanz, im Atelierhaus Roter Hahn, Veranstalter: Gerhard-Marcks-Haus 2023 Mach’s Buch zu, Installation in der Ausstellung Das Kapital. Alles Marcksist*innen im Gerhard-Marcks-Haus, Bremen 2024 Le Salon, Zu Geschichte und Zukunft der Salonkultur, Institut français Bremen 2025 Fly me to the moon, Einzelausstellung, Galerie Herold Güterbahnhof Bremen

Performance 2010 Die Elefantenflüsterin, Kletterperformance am Monument »Der Elefant«, Bremen 2011 Paragone-Kohlfahrt zur Kunst, Performance beim 7. Bremer Kunstfrühling 2012 Performance am Friedrich-Wilhelm III.-Denkmal beim 4. Kulturspaziergang in Schwachhausen 2022 Der Auftakt, Tanzperformance im Jüdischen Museum Frankfurt (im Rahmen einer Video-Installation von Elianna Renner in der Ausstellung Zurück ins Licht) 2023 RSA21-weißt Bescheid, Performance zu 50 Jahre Kunst im öffentlichen Raum 2025 Giselastraße 23, Performance à la Salonkultur – Atelier Dina Koper, Bremen

Publikationen

Christoffel, Claudia: Gertrud Schleising. Arbeiten 2004 - 2007, Hachmannedition Bremen 2007, ISBN 978-3-939429-36-4. Gertrud Schleising. Ausstellungskatalog. Sparkasse Bremen. Schintz, Bremen 2010, ISBN 978-3-9811290-9-0. Gertrud Schleising: Zum Anbeißen: Das Auge kocht mit. BBK, Bremen 2015, ISBN 978-3-943971-17-0 Gertrud Schleising: Make it a better place. Kulturkirche St. Stephani, Bremen 2017, ISBN 978-3-9818325-1-8.

Weblinks Schleising, Gertrud im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Website Gertrud Schleising Gertrud Schleising. Bildergalerie und Vita. In: kuenstlerinnenverband.de

Einzelnachweise

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