Jacob David Schottländer (geboren am 24. Juni 1776 in Alt-Schottland, Polnisch Preußen, Königreich Polen; gestorben am 6. Juni 1844 in Freienwalde, Königreich Preußen) war ein Kaufmann und Baumwollfabrikant in Berlin.

Leben und Wirken Er stammte aus jüdischen sephardischen Familien in Alt-Schottland bei Danzig. Sein Vater David Joachim (* um 1735) war dort Goldhändler, sein Bruder Baruch Bendet (später Benedict Schott, 1763–1846) wurde später Schulleiter in Seesen bei Braunschweig.The Origins of the Families Schottländer Lars Menk (PDF; 0,5 MB), S. 4–5, mit Angaben zu den frühesten bekannten Vorfahren der Familie Jacob Schottländer kam etwa 1792 nach Berlin. 1810 erhielt er (während der französischen Besetzung der Stadt) eine Konzession als Kaufmann und betrieb eine Weißwarenhandlung (Textilien).Amburger, 1986, S. 156, mit Anm. 179, nach Jacobson 1962 und 1968, erster Eintrag im Berliner Adressbuch, Molkenmarkt 4 1814 erhielt er das Bürgerrecht, er brauchte zu der Vereidigung nicht in Uniform erscheinen, da er einen Stellvertreter zur Bürgergarde eingekleidet hatte.Jacobson, 1962, S. 110 Anm. 335 Jacob Schottländer wurde im selben Jahr auch in die Tuch- und Seidenhandlungsgilde aufgenommen und wurde später Mitglied der Korporation der Kaufmannschaft. Spätestens seit 1821 hatte er eine Baumwollfabrik in der Spandauer Straße, 1838 handelte er außerdem mit englischem Garn., letzter Eintrag im Berliner Adressbuch, seit 1822 in der Spandauer Straße 48

Um 1839 zog Jacob Schottländer nach Freienwalde östlich von Berlin, wo er eine Weinhandlung und eine Fabrik unterhielt. Zuletzt war er blind und starb 1844 im Alter von fast 68 Jahren.Stadtarchiv Bad Freienwalde, Liste der civilen Einwohner, 1840, Sterbeliste der Juden; zitiert bei Amburger, 1986, S. 156

Ehe und Nachkommen miniatur|Mathilde Heinersdorff, um 1870 Jacob Schottländer heiratete 1810 Feile (Philippine) (1786–1832), Tochter des jüdischen Kaufmanns Lase Braunschweig (ab 1812 Carl Ludwig Loewe).Jacob Jacobson, Jüdische Trauungen 1759–1813, de Gruyter, Berlin 1968, S. 508, eingetragen als Jakob Schottland Sie hatten acht Kinder.The Origins of the Families Schottländer Lars Menk (PDF; 0,5 MB), S. 9–10, mit detaillierten genealogischen Angaben Luise Würtzburg (* 1812), heiratete 1840 in Freienwalde Carl Ludwig Würtzburg, der später Kaufmann in Manchester wurde Eduard Jacob Schottländer, später William Edward Schottlaender (1813–1871), starb in London (Marianne) Mathilde Heinersdorff (1814–1891), heiratete 1846 Sigismund Heinersdorff (1802–1874)Jacobson, 1962, S. 334, mit einigen Angaben zu seiner Person, Mitarbeiter ihres Vaters seit 1825, sie führte ein Sterbeverzeichnis von BekanntenNekrolog from the property of Mathilde Heinersdorff; auch Nekrolog aus dem Besitz von Mathilde Heinersdorff geb. Schottländer Jüdisches Museum Berlin Julius Adolph August Schottländer (1815–1874), Unternehmer in St. Petersburg, mit vielen Nachkommen Fanny Amalie Franziska Schottländer (* 1817), getauft 1855, heiratete einen Apotheker, der in einer Stadt in der Mark Brandenburg arbeitete Heinrich Schottländer, dann Henri Schottlaender (1819–1890), starb in Paris Leopold Schottländer (1820–1822), starb mit eineinhalb Jahren Hulda Schwerin (1824–1849), heiratete Eduard Schwerin in Berlin

Literatur Jacob Jacobson (Bearb.): Die Judenbürgerbücher der Stadt Berlin 1809–1851. De Gruyter, Berlin 1962. S. 110 Nr. 395 Erik Amburger: Deutsche in Wirtschaft, Staat und Gesellschaft Rußlands. Harrassowitz, Wiesbaden 1986. S. 256. Adressbuch für Berlin, 1810–1838

Weblinks

The Origins of the Families Schottlaender Lars Menk (PDF; 0,5 MB), S. 9–10, mit detaillierten biographischen Angaben

Einzelnachweise

Kategorie:Kaufmann

Kategorie:Geboren 1776 Kategorie:Gestorben 1844 Kategorie:Mann