mini|Das Löwendenkmal (2011) Das Löwendenkmal steht in Sempach im Schweizer Kanton Luzern und erinnert an die Schlacht bei Sempach von 1386, insbesondere an die hier gefallenen Nationalhelden Petermann von Gundoldingen und Arnold Winkelried. Es wurde 1886 nach Plänen von Gottlieb Hirsbrunner und Ernst Baumgart errichtet. Die von Urs Eggenschwyler geschaffene Löwenskulptur wurde 1888 platziert.

Geschichte Im Hinblick auf die 500-Jahr-Feier der Schlacht konstituierte sich in Sempach ein Organisationskomitee, das am 28. Februar 1885 zum ersten Mal tagte. Dabei wurde angeregt, Petermann von Gundoldingen ein Denkmal zu errichten, und beschlossen, eine Eingabe an den Stadtrat Luzern zu machen.Sempach. In: Entlebucher Anzeiger. Band 7, Nr. 19, 7. März 1885, S. 2 (online).Luzern. In: Intelligenzblatt für die Stadt Bern. Band 52, 8. März 1885, S. 4 (online).

Im Januar 1886 schrieb der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein einen Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für ein Denkmal auf dem Kirchplatz in Sempach aus. Einsendeschluss war Ende Februar.Sempacher Jubiläum. In: Der Bund. Band 37, Nr. 14, 15. Januar 1886, S. 3 (online). Die ausgelobte Preissumme für die besten drei Arbeiten betrug 800 Franken. Die Ausführungskosten durften den Betrag von 15'000 Franken nicht überschreiten.Sempacher Denkmal. In: Der Bund. Band 37, Nr. 18, 19. Januar 1886, S. 3 (online). Aus 51 eingegangenen Entwürfen entschied sich die Jury Anfang März für das Projekt mit dem Motto «Ohne Kampf kein Sieg» der Architekten Gottlieb Hirsbrunner und Ernst Baumgart aus Bern. Die weiteren Plätze gingen an «500» von A. Romang aus Luzern und «Zeichnung des eidgenössischen Kreuzes im Kreis» von W. Fierz aus Zürich.Eidgenossenschaft. In: Neue Zürcher Zeitung. Zweites Blatt. Nr. 62, 4. März 1886, S. 1 (online). Das Komitee liess Hirsbrunners und Baumgarts Entwurf binnen vier Monaten ausführen.

Die Einweihung fand am 5. Juli 1886 um 15 Uhr statt. Ein grosser Festzug begab sich vom Schlachtfeld zum Denkmal, wo es der Nationalrat Ulrich Meister junior in einer Rede rühmte als «Zeuge der patriotischen Einigung der Eidgenossen aller Kantone; als weithinaus dauerndes Erinnerungszeichen, daß wir das Jahr 1386 würdig feierten, indem wir die Wahrung der Unabhängigkeit des Landes durch die Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühles zu sichern suchten».Sempacherschlacht-Jubelfeier. In: Berner Zeitung. Band 42, Nr. 167, Beilage, 7. Juli 1886, S. 5 f. (online). Der Amtsstatthalter Johann Amberg nahm es im Namen der Stadt Sempach, des Kantons Luzern und der Eidgenossenschaft dankend in Empfang.Sempacher-Fest. In: Neue Zürcher Zeitung. Erstes Blatt. Nr. 186, 6. Juli 1886, S. 3 (online).

Bei der Einweihung stand auf dem Denkmal erst ein provisorisches Gipsmodell einer Löwenstatue, die «nicht gerade löwenhaft» aussah und als «Pudel» verspottet wurde. Ende 1886 wurde Urs Eggenschwyler mit der Schaffung eines Marmorlöwen beauftragt.Der «Pudel». In: Nidwaldner Volksblatt. Band 20, Nr. 49, 4. Dezember 1886, S. 2 (online). Im Juni 1887 wurde der Marmorblock in sein Atelier in Zürich geliefert.Zurich. In: Feuille d’Avis de Neuchâtel. 11. Juni 1887, S. 4 (online). Eggenschwyler vollendete die Skulptur 1888 und stellte sie im Helmhaus aus, ehe sie im Juni 1888 auf der Denkmalsäule platziert wurde.Luzern. In: Bündner Nachrichten. 2. Juni 1888, S. 2 (online).

1972 wurde das Denkmal an eine tiefere Stelle auf dem Platz verschoben, wo es den Verkehr weniger behinderte. Dabei entfernte man den schmiedeeisernen Zaun und die Treppe. Im Oktober 2007 wurde es an seinen heutigen Standort, sechs Meter näher an die Kirche, verlegt.

Beschreibung mini|Urs Eggenschwylers Löwenskulptur (2006) Das Löwendenkmal steht auf dem Platz vor der Pfarrkirche St. Stefan (inoffiziell «Kirchplatz»). Ursprünglich befand es sich weiter oben, auf einer umgitterten Terrasse, zu der zwei achtstufige Freitreppen aus Gotthardgranit emporführten. Das Postament besteht im Kern aus Beton und enthält zwei Inschriftentafeln. Auf der Vorderseite stehen zwei Blankverse, die an die Schlacht erinnern:

Die Inschrift auf der Rückseite erinnert an die Jubiläumsfeier 1886:

Auf den anderen beiden Seiten sind die vier Wappen der an der Schlacht beteiligten Kantone Uri, Schwyz, Unterwalden und Luzern eingelassen.

Darüber erhebt sich eine 5,85 m hohe Säule mit Basis und Kapitell. Der Schaft ist glatt und weist nur an den Enden Kanneluren auf, die unten mit Lanzenschäften und oben mit Lanzenspitzen geziert sind. Darüber bzw. darunter stehen rundum die Namen der Helden «ARNOLD VON WINKELRIED» und «PETER VON GUNDOLINGEN». Auf der Vorderseite ist ein Relief mit Schwert und Schild angebracht, das die Jahreszahl 1386 trägt.

Auf dem Kapitell sitzt ein Löwe, das Wappentier der Stadt Sempach, als Schildhalter des Schweizerwappens.

Postament und Säule bestehen aus bläulichem Kalkstein («Schalenbank») aus den Steinbrüchen Bargetzi-Boren in Solothurn.Sempacher Denkmal. In: Der Bund. Band 37, Nr. 81, 23. März 1886, S. 2 (online). Der Löwe ist aus Carrara-Marmor gehauen.

Siehe auch Liste von Denkmälern im Kanton Luzern

Weblinks

Das Löwendenkmal auf der Website der Gemeinde Sempach

Einzelnachweise

Sempach Kategorie:Sempach Sempach Kategorie:Skulptur (1888) Kategorie:Militär (Schweiz) Kategorie:Skulptur (Schweiz)