mini|Achilles Schucan (ca. 1910) Achilles Schucan (* 19. Januar 1844 in Avignon; † 18. Juli 1927 in Zürich) war der erste Direktor der Rhätischen Bahn.

Leben Achilles Schucan wurde am 19. Januar 1844 in Avignon als Sohn des Engadiner Zuckerbäckers Luzi Schucan geboren. Nach dem Besuch der Volksschule in Zuoz, Ftan und Winterthur absolvierte er die Kantonsschule in Zürich, wo er die Matura erwarb. Er trat darauf in die dortige ETH und erwarb 1864 das Ingenieurdiplom. Seine erste Anstellung fand Schucan in Pirmasens als Assistent des Bezirksbauschaffners. 1869 beschäftigte er sich als Bauführer des Bahnabschnitts Regensburg–Etterzhausen für die Bayrische Ostbahn. Er kehrte in die Schweiz zurück und arbeitete 1872 bei den Berner Jurabahnen (Basel–Delsberg) als Sektionsingenieur und danach für die Bahn von Interlaken nach Grindelwald. 1879 trat er eine Stelle als Adjunkt des Eidgenössischen Eisenbahninspektors an. 1885 bis 1888 wirkte er als Direktor der Seetalbahn in Hochdorf.

Am 1. Februar 1888 kehrte er im Dienst von Willem Jan Holsboer in seinen Heimatkanton Graubünden zurück. Er trat in Küblis den Posten als Oberingenieur und Betriebsdirektor der Schmalspurbahn Landquart-Davos AG (ab 1895 Rhätische Bahn) an. Er wirkte dort bis 1909 als deren erster Direktor und danach bis zu seiner Pensionierung 1918 als Direktionspräsident.

1913 wurde er von der ETH aus Anlass des 25-jährigen Dienstjubiläums und angesichts seiner Verdienste für die RhB mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet.

Er starb am 18. Juli 1927 in Zürich.

Verhältnis zu Gewerkschaften Als Direktor der RhB hatte Schucan mit der Schweizer Eisenbahnergewerkschaft, der VSEA und dem Präsidenten von deren Sektion Davos, Willhelm Hew, zu tun. Das Verhältnis zu der Gewerkschaft sei gut gewesen. Ein Briefwechsel des Sektionspräsidenten im Jahr 1890 an die VSEA-Kreisverbandszentrale in St. Gallen deutet darauf hin, dass ein Beitritt Schucans in die Gewerkschaft zumindest diskutiert, jedoch nicht realisiert worden war. Schucan habe der Gewerkschaft aber Hand bei der Beschaffung billiger Lebensmittel für die Gewerkschaftsmitglieder geboten.

Aussage zum Bündner Autoverbot Schucan war schon früh gegen das von 1900 bis 1925 geltende Bündner Autoverbot, wobei er wohl Postautos als eine lokale Ergänzung zum Bahnnetz betrachtete, weil die Realisierung von Postautolinien über die Pässe und in die bahnlosen Täler «zweifellos eine willkommene Alimentierung der einzelnen Strecken der RhB bringen» würde.

Diverses Der RhB-Triebzug Nr. 3104 des Typs Allegra ABe 4/16, der im Juni 2012 in Betrieb genommen wurde, ist nach Achilles Schucan benannt.

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