mini|Links die Gruppe der Klostertaler Gamsfreiheit mit der Gamsfreiheit in der Mitte, rechts das Weiße Rössle, Hänge ins Klostertal mini|Hoher Fraßen mini|Rechts der Walserkamm, Mitte die Gamsfreiheit-Gruppe, rechts die Formarin-Schafberggruppe mini|OSM Topomap mit Bezeichnung der Untergruppen und deren Sektoren mini|Gesamte Berggruppe, in der Mitte das Galgentobel, rechts ist die Linie der Muttersbergseilbahn gut zu erkennen mini|Schrägluftbild aus dem Klostertal mini|Blick von Norden auf Novaspitze, Novakopf, Gamsfreiheit und Elser Novakopf Die Gruppe der Klostertaler GamsfreiheitWalther Flaig: Lechquellengebirge. Alpenvereinsführer. München: Bergverlag Ruddolf Rother, 1. Auflage, 1977 - ISBN 3-7633-1230-7, S. 323f, Nr. 695., kurz Gamsfreiheitgruppe, ist eine Untergruppe des Lechquellengebirges nach der Gliederung der SOIUSA und der Alpenvereinsführer. Sergio Marazzi, der Begründer der SOIUSA-Gliederung, bezeichnet die Berggruppe auf Italientisch als Gruppo del Klostertaler Gamsfreiheit.
Name Der Name kommt vom Berg Gamsfreiheit. Dessen Name kommt daher, dass wegen der steilen Felshänge lange Zeit auf die Jagd nach Gämsen verzichtet wurde, die konnten hier also in Frieden und Freiheit leben.
Einordnung Die Gruppe der Klostertaler Gamsfreiheit ist der westlichste Teil des Lechquellengebirges. Das Lechquellengebirge wiederum ist in der AVE eine von 27 Gruppen der Nördlichen Ostalpen (Nr. 3a), in der SOIUSA einen von sechs Unterabschnitten der Nordtiroler Kalkalpen, die dort ihrerseits ein Abschnitt der Nördlichen Ostalpen sind. Einordnung nach SOIUSATeilIIOstalpenSektorII/BNördliche OstalpenAbschnittII/B-21Nordtiroler KalkalpenUnterabschnittII/B-21.IILechquellengebirgeObergruppeII/B-21.II-ASpuller Schafberg-Rote Wand-Braunarl-KetteGruppeII/B-21.II-A.2Rote Wand-Johannes-KetteUntergruppeII/B-21.II-A.2.bGruppe der Klostertaler Gamsfreiheit
Lage und Umgrenzung
Geographische Lage Die Gruppe der Klostertaler Gamsfreiheit ist die westlichste Untergruppe des Lechquellengebirges. Sie ist auf drei Seiten deutlich abgegrenzt durch das Klostertal, den Walgau, das Große Walsertal und das Marultal. Der Faludrigasattel gilt als Übergang zur Formarin-Schafberggruppe.
Politische Lage Das Gebiet liegt politisch in Österreich, Bundesland Vorarlberg, Bezirk Bludenz und gemeindemäßig in der Stadt Bludenz sowie den Gemeinden Nüziders, Ludesch und Raggal.
Umgrenzung Die Umgrenzung der Gruppe der Klostertaler Gamsfreiheit verläuft im Uhrzeigersinn von Norden entlang der Linie Marulbach – Faludrigabach – Faludrigasattel – Partellstobel mit dem Bartells-Wasserfall – Winkeltobelbach – Alfenz – Ill – Lutz.
Benachbarte Berggruppen Die benachbarten Berggruppen sind im Uhrzeigersinn von Norden der Stafelvedergrat, die Formarin-Schafberggruppe, die Itonskopfgruppe (Verwall), die Zimbagruppe (Rätikon), die Fundelkopf-Gruppe (Rätikon) und der Walserkamm (Bregenzerwaldgebirge).
Berge und Sättel Der Hauptgrat besteht aus folgenden Bergen und Sätteln: Gipfel/SattelHöhe m ü. A.AnmerkungenHauptketteScharte zw. Gamsfreiheit und Weißem Rössle1984Weg zur GamsfreiheitGamsfreiheit2211Elser Sattel1803HinterbirgwegStierkopf1801Elser Fürkele1865alpiner SteigElsspitze1980Bärakopf1890Breithorn (Gamsfreiheit-Gruppe)2009Tiefenseesattel1562Güterweg zur Tiefenseealpe und zur ElsalpeHoher Fraßen1979Grat von der Gamsfreiheit nach Nordwesten, trennt das Elstal von der Landschaftskammer NovaElser Novakopf2109Grat von der Gamsfreiheit nach Nordosten, trennt die Landschaftskammern Nova und FaludrigaNovakopf2093Nova Fürkele1937WanderwegNovaspitze2022
Beschreibung Das Gebiet ist rund 69 km² groß, maximal 14 km lang in West-Ost-Richtung und 9,5 km breit in Nord-Süd-Richtung. Die Landschaften sind vielfältig, von steilen schroffen Felswänden über sanftere Bergkuppen bis zu flachen Talböden im Walgau.
Hänge zum Klostertal Die Südflanke der Gamsfreiheit ist sehr steil, schroff und felsig. Große Hangschutthalden liegen unterhalb der Felswände. Muren und Lawinen sind sehr häufig und machten umfangreiche Schutzmaßnahmen der Wildbach- und Lawinenverbauung nötig. Unterhalb der Felswände und Schutthalden gibt es entlang des ganzen Klostertals einen breiten Waldstreifen, ein enorm wichtiger Schutzwald, der auch unter Naturschutz steht. Die Klostertaler Bergwälder sind seit 1995 ein Europaschutzgebiet. Am Talboden befinden sich die Bludenzer Ortsteile Bings, Radin und Außerbraz.
Hänge zum Walgau Nordwestlich des Galgentobels sind die Berge deutlich sanfter. Die Muttersbergseilbahn erschließt diesen Teil und macht es zu einem beliebten Wandergebiet. Es gibt große Waldflächen. Am Hohen Fraßen ereignete sich 1972 ein verheerender Waldbrand, der damals größte Waldbrand Österreichs. Am Ludescherberg entstand durch traditionelle Landwirtschaft eine ökologisch wertvolle Wiesenlandwirtschaft. Die ungedüngten Magerwiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Kleinflächig betrachtet übertrifft ihre Vielfalt sogar jene tropischer Regenwälder. Auf 20 m² können über 70 verschiedene Blumen und Gräser wachsen. Die Artenvielfalt der Tiere ist noch höher. Daher wurde auch der Ludescherberg 1995 zum Europaschutzgebiet. Am Talboden befinden sich die Orte Ludesch, Nüziders und die Stadt Bludenz.
Hänge zum Großen Walsertal Im nördlichen Teil liegt die Ortschaft Raggal auf einer Anhöhe im Großen Walsertal. Die Nordseite der Gruppe der Klostertaler Gamsfreiheit fällt ab ins Marultal, das größte Seitental des Großen Walsertals. Hier befinden sich die Tiefenseealpe, die Elsalpe, die Untere und Obere Novaalpe und am Ostende der Berggruppe die Faludrigaalpe.
Naturschutz In der Berggruppe befinden sich mehrere Schutzgebiete bzw. Teile davon:
Teile des UNESCO-Biosphärenpark Großes Walsertal Teile des Europaschutzgebiets Klostertaler Bergwälder Europaschutzgebiet Ludescherberg Teile des Naturschutzgebiets Faludriga-Nova örtliche Naturschutzgebiet Brunnengarten in Ludesch
Einzelnachweise
Kategorie:Lechquellengebirge Kategorie:Klostertal Kategorie:Walgau Kategorie:Großes Walsertal