miniatur|Josef Gudenus, Wiener Landwirtschaftliche Zeitung vom 3. September 1919 Josef Franz Seraphin Ghislain Gudenus, auch Josef (Freiherr) Graf von Gudenus (* 31. Juli 1841 in Mühlbach, (heute Gemeinde Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg), Bezirk Oberhollabrunn (heute Bezirk Hollabrunn)Matricula Online – Muehlbach am Manhartsberg, Taufbuch, 1825–1864, Seite 44, 3. Zeile; † 17. August 1919 ebendaMatricula Online – Muehlbach am Manhartsberg, Sterbebuch, 1899–1938, Seite 70, Eintrag Nr. 9, 3. Zeile) war Großgrundbesitzer, Landmarschall von Niederösterreich und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus.Gudenus, Josef Freiherr, Graf (1907) von, Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments, abgerufen am 18. Februar 2026.

Leben Josef Gudenus entstammt dem ehemaligen Österreichischer Adelsgeschlecht Gudenus (das bis heute existiert). Er war der zweite Sohn des Herrschaftsbesitzers Gabriel Freiherr von Gudenus (1795–1879) und dessen Frau Luisa, geb. Bartenstein (1814–1878). Er ging auf das Jesuitenkonvikt Leuven in Belgien und von 1858 bis 1862 auf das Jesuitenkolleg Stella Matutina in Feldkirch (Vorarlberg). Danach studierte er von 1862 bis 1866 Rechtswissenschaft an der Universität Wien. 1866 unterbrach er kurz seine Studien, um als Freiwilliger am Feldzug in Böhmen als Leutnant im Ulanenregiment Nr. 4 mitzumachen. 1867 wurde er als Unterleutnant außer Dienst gestellt. Bei der Aufteilung des väterlichen Erbes erhielt er als Anteil das 828 ha große Allodialgut Mühlbach.

Von 1887 bis 1919 war er Mitglied des Zentralausschusses der k.k. Landwirtschaftsgesellschaft in Wien und von 1898 bis 1904 war er Vizepräsident der Österreichischen Zentralstelle zur Wahrung der land- und forstwirtschaftlichen Interessen. Im Jahr 1907 wurde er und alle seine drei Geschwister in den Grafenstand erhoben.

Er starb am 17. August 1919 im Alter von 78 Jahren auf Schloss Mühlbach laut Sterbebuch an „Herzschlag“ (umgangssprachlich für Plötzlicher Herztod).

Er war römisch-katholisch und ab 1872 verheiratet mit Gräfin Karoline Wilhelmine von Colloredo-Mannsfeld (1844–1916), mit der er drei Töchter und zwei Söhne hatte (Maria Theresia (1875–1940), Gabriel Maria Leopold (1876–1954), Luise Marie Anna (1877–1947), Ida Aglaë Maria (1880–1973) und Franz Joseph (1883–1960)). Er war (unter anderen) der Bruder von Heinrich Johann Baptist Graf von Gudenus (1839–1915), von Leopold Graf Gudenus (1843–1913) (der mit Karolines jüngerer Schwester Ida (1845–1914) verheiratet war) und von Gabriel Gudenus (1853–1915). Weiters war er der Schwiegersohn von Josef Fürst Colloredo-Mannsfeld (1813–1895) (österreichischer Landwirtschaftsminister von 1875 bis 1879), der Schwager von Hieronymus Graf Mannsfeld (1842–1881) und von Franz Graf Colloredo-Mannsfeld (1847–1925) und der Schwiegervater von Moritz Graf Vetter von der Lilie (1856–1945).Gudenus 2, Familienzweig von Gabriel Johann Georg Johann Baptist Virgil Anton, Freiherr von Gudenus in der Version 6. Dezember 2004. In: genealogy.euweb.cz. Miroslav Marek (Hrsg.), abgerufen am 18. Februar 2026

Josef Gudenus war von 1880 bis 1884 und von 1896 bis 1902 Mitglied im Niederösterreichischen Landtag (IV. und VII. Wahlperiode), bis 1884 als Abgeordneter des verfassungstreuen Großgrundbesitzes und ab 1896 als Abgeordneter des konservativen Großgrundbesitzes. Vom 15. Dezember 1896 bis zum 19. Dezember 1902 war er Landmarschall von Niederösterreich. Anlässlich seines Rücktrittes als Landmarschall wurde ihm die Würde eines Geheimen Rates verliehen.

Politische Funktionen Josef Gudenus war vom 5. Dezember 1882 bis zu seinem Rücktritt am 14. April 1883Mandatsniederlegung In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0009, IX. Session, S. 10111 rechts unten (online bei ANNO). Abgeordneter des Abgeordnetenhauses im Reichsrat (VI. Legislaturperiode) und war dort für die Kurie Niederösterreich, Großgrundbesitz zuständig. Er war der Nachfolger von Berthold Fröschel. Gudenus trat wegen dringender Geschäftsverhältnisse und Familienangelegenheiten zurück, der wahre Hintergrund war aber seine Zustimmung zur Volksschulgesetznovelle entgegen der Parteilinie des verfassungstreuen Großgrundbesitzes.

Klubmitgliedschaften Josef Gudenus war fraktionslos (Verfassungstreuer Großgrundbesitz).

Literatur Biographisches Handbuch Des NÖ Landtages 1861–1921, S. 65

Gudenus Josef, Freiherr v. In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0009, IX. Session, S. 156 (online bei ANNO).

Weblinks

Gudenus, Josef Freiherr, Graf (1907) von, Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments

Einzelnachweise

Kategorie:Gudenus Kategorie:Titulargraf Kategorie:Kämmerer (Habsburgermonarchie) Kategorie:Landeshauptmann (Niederösterreich) Kategorie:Geheimer Rat (Habsburgermonarchie) Kategorie:Absolvent der Universität Wien Kategorie:Abgeordneter zum Abgeordnetenhaus (Österreich) Kategorie:Politiker (19. Jahrhundert) Kategorie:Landtagsabgeordneter (Niederösterreich, Kaisertum Österreich) Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Person (Österreich-Ungarn) Kategorie:Person (Niederösterreich) Kategorie:Geboren 1841 Kategorie:Gestorben 1919 Kategorie:Mann