mini|Blick durch die Herzoggasse auf das Mödlinger Rathaus, 1920 Rudolf Paul Hirschenhauser (* 19. März 1882 in Mokrin (Gemeinde Kikinda), Ungarn (heute Serbien); † 1. November 1951 in Harrogate, Großbritannien) war ein österreichischer Künstler.
Leben Von 1901 bis 1907 studierte Hirschenhauser an der Akademie der bildenden Künste Wien (Allgemeine Malerschule und Spezialschule für Grafik).
Von 1924 bis 1930 wohnte die Familie im dritten Wiener Gemeindebezirk, 1930 zog Rudolf Hirschenhauser in die Hinterbrühl, Bezirk Mödling. 1914 konvertierte er vom Judentum zum evangelischen Glauben (Augsburger Bekenntnis). Aus der im selben Jahr geschlossenen Ehe mit Hedwig Karoline Sofie Mina Marx gingen zwei Töchter hervor; 1932 wurde die Ehe geschieden.
1926 gründete Rudolf Hirschenhauser gemeinsam mit anderen Künstlern den Mödlinger Kunstverein und stand diesem als erster Obmann vor.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland geriet Hirschenhauser aufgrund seiner jüdischen Herkunft auch in Österreich zunehmend unter Druck. Ein Beispiel dafür findet sich im Buch der Stadt Mödling, in dem Max Dorrer, der damalige Obmann des Mödlinger Kunstvereins, die Geschichte der bildenden Kunst in Mödling beschreibt. In diesem Werk werden alle Mitglieder des Vereins aufgelistet, doch Hirschenhauser, obwohl Gründungsmitglied und erster Obmann, wird nicht erwähnt. Nach dem "Anschluss" Österreichs 1938 wurde er verfolgt. Eine Vermögensanmeldung belegt, dass Hirschenhauser in den Jahren 1938/39 erhebliche finanzielle Schwierigkeiten hatte. Wegen nicht gemeldeter Vermögenswerte stand er im Fokus der NS-Behörden. Unter finanziellen Druck verkaufte er im März 1939 eine Druckgrafik (Hirtenscene, Gerhard Janssen) an die Albertina. 2017 empfahl der Kunstrückgabebeirat die Übereignung der Grafik an die Rechtsnachfolger gemäß Kunstrückgabegesetz.
Im August 1939 emigrierte er nach London und ließ sich in Harrogate (North Yorkshire) nieder, wo er 1951 verstarb. Nach Wien kehrte er nicht mehr zurück.
Werke Werke Rudolf Hirschenhausers werden regelmäßig im Wiener Dorotheum sowie auf europäischen Kunstplattformen angeboten. Im Jahr 2024 zeigte das Museum Mödling Arbeiten des Künstlers im Rahmen einer Sonderausstellung.mini|Zazer Florian, Rudolf Hirschenhauser 1913, 43. Ausstellung der Wiener Secession. Foto: Moriz NährHirschenhausers Stil wurde zeitgenössisch der Neuen Sachlichkeit zugeordnet. Zu seinen Lebzeiten stellte er unter anderem in der Holbein-Galerie aus und war in Ausstellungen der Wiener Secession vertreten. Sein dort präsentierter Zazer Florian wurde in der Presse positiv aufgenommen, wobei die Kritiken das Werk ausdrücklich von den als provokant empfundenen Arbeiten Egon Schieles abgrenzen.
In Besprechungen heißt es:„Der ‚Zazer Florian‘ von Rudolf Hirschenhauser ist ein Kabinettstück … Ob es nicht vernünftiger ist, solche harmlose Stücke zuzulassen, als auf die Dauer die widerlichen Zoten von Egon Schiele zu dulden?“
"Rudolf Hirschenhauser hat sich, wie seine früheren Bilder zeigen, anfangs von Egon Schieles dekorativen Stil anregen lassen. Allmählich ist er jedoch zu einer gefälligeren Art der Darstellung übergegangen."Zu Hirschenhausers bekanntesten Arbeiten zählen seine Bildnisse des Schriftstellers Anton Wildgans. Mit der Radierung Anton Wildgans auf dem Totenbett schuf er das letzte Porträt des Dichters.
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Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Österreich) Kategorie:Grafiker (Österreich) Kategorie:Vereinsfunktionär Kategorie:Person (Mödling) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1882 Kategorie:Gestorben 1951 Kategorie:Mann