Friedrich Adolf Moritz Schottländer (* in St. Petersburg, Russisches Kaiserreich; † 9. Dezember 1959 in Berlin-Lichterfelde) war ein deutscher Chemiker, Mitglied des Reichspatentamts und Oberregierungsrat.
Leben und Wirken
Der Vater Paul Schottländer kam aus einer konvertierten jüdischen Familie und war Direktor einer Stearinfabrik in St. Petersburg, die Mutter Johanna Gabriele stammte aus den deutschbaltischen Adelsgeschlechtern von Gersdorff und von Pröbsting. Die Schwester Wanda von Gazen wurde später Augenärztin. Die Familie zog etwa acht Jahre nach Friedrichs Geburt nach Charlottenburg bei Berlin, wo sich der Vater ein privates Chemie-Laboratorium einrichtete. Der Junge besuchte das Kaiserin-Augusta-Gymnasium und seit 1892 das Bugenhagen-Gymnasium in Treptow an der Rega in Hinterpommern, wo er 1895 die Reifeprüfung ablegte.Friedrich Schottländer, Ein Beitrag zur Kenntnis des 4,5-Diamino-2,6-dioxypiramidin, Berlin 1901, S. 3; Lebenslauf bei der Dissertation. Danach studierte er in Karlsruhe und Hannover. 1897/1898 absolvierte er seinen Dienst als Einjährig-Freiwilliger in Deutz im 8. Kürassier-Regiment. Anschließend studierte er Chemie an der Friedrich-Wilhelm-Universität in Berlin, wo er 1902 promoviert wurde.
1904 wurde Friedrich Schottländer zum technischen Hilfsarbeiter beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin ernannt und 1907 zum ständigen Mitarbeiter.Blatt für Patent-, Muster- und Zeichenwesen, 1907, S. 172; auch Chemiker-Zeitung, 1907, S. 743, und Handbuch für das Deutsche Reich, 1908, S. 231 (rechte Spalte unten). 1915 war er Soldat im Corps Frisia-Karlsruhe und im Corps Alemannia-Hannover und nahm am Einmarsch nach Rumänien teil.Achim Arno Kirste, Forschung und Lehre im Dienste der Propaganda des Nationalsozialismus. Der Musikwissenschaftler Johann Wolfgang Schottländer als Beispiel innerer Emigration, Aachen, 2004, S. 15 (kurzer Auszug), mit einigen biographischen Angaben. 1916 wurde er zum Mitglied des Patentamts und zum Kaiserlichen Regierungsrat ernannt, 1923 zum Oberregierungsrat (ObRegRat).Blatt für Patent-, Muster- und Zeichenwesen, 1916, S. 18 (kurzer Auszug); auch in Zeitschrift für angewandte Chemie. III. Wirtschaftlicher Teil, 1916, S. 94 (kurzer Auszug); auch The Origins of the Families Schottländer Lars Menk (PDF; 0,5 MB), S. 20; wahrscheinlich eine Entscheidung, um ihn vom Wehrdienst zu entbinden. 1939 wurde er in den Ruhestand versetzt.
Friedrich Schottländer war mit Marie Ernestine Ottilie Elfreich (1879–1946) aus Berlin seit 1900 verheiratet.Kirste, 2004, S. 16. Sie hatten einen Sohn Johann Wolfgang Schottländer (1905–1943), der Musikwissenschaftler und Dozent an der Hochschule für Musik wurde. Sie lebten von 1900 bis mindestens 1943 in der Tauentzienstraße 2 in Charlottenburg., auch weitere Jahre; The Origins of the Families Schottländer Lars Menk (PDF; 0,5 MB), S. 20.
Literatur Achim Arno Kirste: Lehre und Forschung im Dienste der Propaganda des Nationalsozialismus. Der Musikwissenschaftler Johann Wolfgang Schottländer als Beispiel innerer Emigration. Aachen 2004. S. 15–16, 323–326, mit biographischen Angaben
Weblinks The Origins of the Families Schottländer Lars Menk (PDF; 0,5 MB), S. 20–21, mit detaillierten biographischen Angaben
Einzelnachweise
Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1873 Kategorie:Gestorben 1959 Kategorie:Mann Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Oberregierungsrat