Kelly Curtis (* 25. Januar 1989 in Princeton, New Jersey) ist eine US-amerikanische frühere Bobsportlerin und Skeletonpilotin. Sie gewann 2018 und 2019 die Gesamtwertung im Skeleton-Nordamerikacup und 2020 die Gesamtwertung im Skeleton-Intercontinentalcup. Curtis nahm an den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking und 2026 in Mailand-Cortina teil.
Karriere Sportliche Anfänge in der Leichtathletik Curtis entstammt einer sportbegeisterten Familie und betrieb zunächst an der High School in ihrem Heimatort Princeton im Sommer Leichtathletik und im Winter Basketball. Nach der High School, die sie 2007 abschloss, verbrachte sie ein Jahr zur Studienvorbereitung an der Lawrenceville School, um danach zunächst für zwei Jahre an der Tulane University in New Orleans zu studieren. 2010 wechselte Curtis an das berühmte Springfield College in Massachusetts, wo sie es im Siebenkampf zu einigen Erfolgen brauchte, unter anderem 2011 die Penn Relays in dieser Disziplin gewann. Unter dem Eindruck vom Erfolg Erin Pacs, Springfield-Absolventin, die bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver im Zweierbob der Frauen Bronze gewann, wurde Curtis von ihrem Leichtathletiktrainer vorgeschlagen, es ebenfalls mit dem Bobfahren zu versuchen, da er Ähnlichkeiten zwischen Pacs und Curtis’ sportlichem Talent erkannte.
Wechsel zum Bobsport Im Sommer 2013 probierte sich Curtis schließlich als Bobanschieberin aus und zeigte so gute Leistungen, dass sie schließlich vom US-Bob- und Skeletonverband zu einem Lehrgang nach Lake Placid eingeladen wurde. Daraus ergab sich eine Nominierung für den US-Nationalkader und für die Saison 2014/15 wurde Curtis als Anschieberin der Bobpilotin Katelyn Kelly zugeteilt. Beide wurden vom Verband für den Nordamerikacup nominiert. Das Duo erreichte bei fünf Starts drei Podestplätze und belegte in der Gesamtwertung des Nordamerikacups den 6. Platz. Allerdings beendete Kelly nach dieser Saison ihre Bobkarriere, zudem hatte Curtis mittlerweile den Skeletonsport für sich entdeckt. Ausschlaggebend waren dabei nach Curtis eigener Aussage die Übertragungen der Olympischen Skeletonwettbewerbe in Sotschi 2014 gewesen, bei denen Noelle Pikus-Pace und Matt Antoine Silber und Bronze gewannen, Katie Uhlaender aber um vier Hundertstel an Bronze vorbeischrammte. Diese Bandbreite der Emotionen und wohl auch die Wechselhaftigkeit dieses Sports bewogen Curtis dazu, es mit dem Skeletonsport zu versuchen.
Umstieg auf Skeleton Der Umstieg dauerte möglicherweise auch studienbedingt geraume Zeit, so dass Kelly erst am 18. März 2016 zu ihrem Debüt im Nordamerikacup in Lake Placid kam. Nach einer Pause in der Saison 2016/17 wurde Kelly für die Saison 2017/18 erneut für den Nordamerikacup nominiert und gewann diesenGesamtwertung des Skeleton-Nordamerikacups der Frauen in der Saison 2017/18. Diesen Erfolg konnte Curtis in der Saison 2018/19 wiederholen.Gesamtwertung des Skeleton-Nordamerikacups der Frauen in der Saison 2018/19
In der Folgesaison 2019/20 wurde Curtis daraufhin vom US-Verband für den Intercontinentalcup nominiert und gewann auf Anhieb dessen Gesamtwertung.Gesamtwertung des Skeleton-Intercontinentalcups der Frauen in der Saison 2019/20 Sie schnitt dabei unter anderem besser als die im selben Wettbewerb startende Katie Uhlaender ab. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war Curtis mit diesen Leistungen für den US-Verband ein Kandidat für die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking.
Einstieg bei der US Air Force Über ihre Teamkollegin Uhlaender erfuhr Curtis 2020, dass die US Air Force Zivilisten in das World Class Athlete Program (WCAP) aufnahm. Dieses Förderprogramm unterstützt aktive Soldaten, Angehörige der Nationalgarde und Reservisten mit Trainingsmöglichkeiten und der Teilnahme an Sportwettkämpfen, um sich für Olympische Spiele qualifizieren zu können. Curtis erfüllte die Aufnahmebedingungen und schloss im August 2020 ihre Grundausbildung ab. Anschließend absolvierte sie eine technische Ausbildung im Fernstudium bei der Air Force.
Parallel dazu wurde Curtis in der Olympiasaison 2021/22 vom US-Verband erstmals für den Weltcup nominiert und belegte in der Gesamtwertung den 14. Platz. Ihre Leistungen bis zur Saisonhälfte des Weltcups qualifizierten Curtis für einen der zwei Startplätze neben Katie Uhlaender für Olympia 2022. Bei den Olympischen Spielen selbst reichte es nach einer von Corona und wenig Wettkampferfahrung geprägten Zeit nur für den 21. Platz. Allerdings hatte Curtis von Beginn an eher die Olympischen Winterspiele in Mailand-Cortina 2026 im Sinn. Um sich bestmöglich darauf vorzubereiten, beantragte sie ihre Versetzung auf die Aviano Air Base in Italien, die knapp vor den Olympischen Spielen in Peking dann auch vorgenommen wurde.
In der nacholympischen Saison 2022/23 zeitigten die ungleich besseren Trainingsbedingungen in Europa gleich erste Erfolge. Curtis belegte erstmals einen Podestplatz im Weltcup und wurde Sechste in der Gesamtwertung. Bei ihrem WM-Debüt belegt sie im Einzel den 20. Platz, im Mixed den 12. Platz.
Schwangerschaft und Olympiastart In der Saison 2023/24 musste die mittlerweile 34 Jahre alte Athletin erneut aussetzen, sie brachte Tochter Maeve zur Welt. Nach der Geburt kehrte Curtis zur Saison 2024/25 wieder in den Weltcup zurück und fuhr im Saisonverlauf immer bessere Ergebnisse ein. In der Gesamtwertung belegte sie den 20. Platz. Bei den Heim-Weltmeisterschaften in Lake Placid belegte sie im Einzel einen sehr guten 10. Platz, im Mixed ebenso. In der Olympiasaison 2025/26 erreichte Curtis als beste Athletin des US-Verbandes in der Gesamtwertung den 16. Platz und ließ beim vorletzten Weltcup in St. Moritz mit einem Podestplatz aufhorchen. Auf Grund ihrer Leistungen qualifizierte sich Curtis neben Mystique Ro für einen der beiden Startplätze des US-Verbandes beim Olympischen Skeletonwettbewerb in Mailand-Cortina. Im Einzelwettbewerb belegte Curtis den 12. Platz, nachdem sie nach dem 1. Wettkampftag noch auf Rang 10 lag. Im erstmals ausgetragenen Mixed-Wettbewerb legte sie mit Daniel Barefoot den 10. Platz.
Weblinks
Profil bei teamusa.com Profil auf der Seite des US-Bob- und Skeletonverbandes Eintrag auf olympics.com (englisch) Curtis als Alumna auf der Homepage des Springfield College Curtis auf der Homepage der St. Lawrence University
Einzelnachweise
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