Christian Wilhelm Mackauer (geboren 25. Juni 1897 in Geisenheim; gestorben 21. März 1970 in Chicago) war ein deutschamerikanischer Historiker.

Leben Christian Wilhelm Mackauer war ein Sohn des Heinrich Mackauer. Er machte 1915 das Abitur am Alten Gymnasium in Mainz. Er studierte Geschichte an der Universität Freiburg im Breisgau, Universität Bonn und der Universität Frankfurt am Main und legte 1920 die Wissenschaftliche Staatsprüfung und 1921 die Pädagogische Staatsprüfung ab. Mackauer heiratete die Bibliothekarin am Institut für Sozialforschung (IfS) Clara OppenheimerJudy Slivi: Frauen in der Frühgeschichte des Frankfurter Instituts für Sozialforschung, in: Christina Engelmann, Lena Reichardt, Bea S. Ricke, Sarah Speck, Stephan Voswinkel (Hrsg.): Im Schatten der Tradition. Eine Geschichte des IfS aus feministischer Perspektive. Berlin: Bertz und Fischer, 2025. Er lehrte von 1921 bis 1933 als Dozent an der Akademie der Arbeit. Ab 1928 war er Lehrer am Lessing-Gymnasium in Frankfurt und wurde 1930 als Studienrat verbeamtet. Daneben unterrichtete er am Lehrerseminar Frankfurt.

Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten wurde er 1934 an die Goetheschule Wetzlar strafversetzt, weil er mit einer Jüdin verheiratet war. Er wurde 1937 als „jüdisch versippt“ aus dem Staatsdienst entfernt.§ 25 (1) im Deutschen Beamtengesetz vom 26. Januar 1937 Er emigrierte nach England, wo er eine kurzzeitige Beschäftigung im Platon-Projekt des ebenfalls emigrierten Raymond Klibansky in Oxford fand. 1940 zog er weiter in die USA und schlug sich in verschiedenen Orten als Fremdsprachenlehrer durch. Seine Stelle am Pacific College in Newberg, Oregon, musste er aufgeben, da Enemy aliens sich aus Gründen der nationalen Sicherheit 50 Miles von der Küstenlinie entfernen mussten.

Ab 1943 lehrte Mackauer an der University of Chicago als Instructor, 1945 als Assistant Professor, 1948 als Associate Professor und ab 1957 als Professor of History. Im Jahr 1967 wurde er University Tutor und 1979 wurde er emeritiert.

Mackauer verfasste keine Bücher, er schrieb einen Beitrag für Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Eine Auswahl aus seinen gesammelten Vorlesungsskripten wurde postum von der Universität Chicago herausgegeben. mini|Gedenktafel in der Nähe der Goetheschule In Wetzlar erinnert eine Gedenktafel an die Vertreibung des Lehrers.Ein Lehrer, der von den Nazis aus seiner Schule vertrieben wurde, weil er sich weigerte, sich von seiner jüdischen Frau zu trennen, bei wetzlar-erinnert

Schriften

A teacher at his best. Christian W. Mackauer. Chicago: University of Chicago, 1973

Literatur Mackauer, Christian Wilhelm, in: Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band 2,2. München: Saur, 1983, S. 761 Christian Wilhelm Mackauer, in: Catherine Epstein: A past renewed : a catalog of German-speaking refugee historians in the United States after 1933. Cambridge: Cambridge University Press, 1993, S. 200–201 Leon Bostein, Ellen Karnofsky (Hrsg.): Essays in Western civilization in honor of Christian W. Mackauer. Festschrift. Chicago, 1967

Einzelnachweise

Kategorie:Historiker Kategorie:Hochschullehrer (University of Chicago) Kategorie:Schullehrer Kategorie:Person (Wetzlar) Kategorie:NS-Opfer Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Deutscher Emigrant im Vereinigten Königreich Kategorie:Deutscher Emigrant in den Vereinigten Staaten Kategorie:Deutscher Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1897 Kategorie:Gestorben 1970 Kategorie:Mann