Dorothea Kuttner (* 22. April 1902 in Berlin; † 7. März 1967 im Allgäu) war eine deutsche Kunsthandwerkerin und Textilkünstlerin.

Leben und Werk Dorothea Kuttner wurde 1902 in Berlin in einer jüdische Familie geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Weil sie ein Handwerk erlernen wollte, besuchte sie die Kunstgewerbeschule in Berlin, wo sie Handarbeitstechniken, wie das Knüpfen und Weben erlernte.

Aus dieser Zeit ist ein von Dorothea Kuttner geknüpftes Sitzkissen erhalten, das zwischen 1920 und 1924 entstand. Die in der Kunstgewerbeschule gestellte Aufgabe war die Darstellung eines Hakenkreuzes. Bereits ab 1900 wurde die Swastika als nordeuropäisches „Heilszeichen“ der Arier durch völkische, später auch nationalsozialistisch Kreise propagiert. Dorothea Kuttner verwendete weiße, rosa und orange Wolle, knüpfte das Motiv spiegelverkehrt und abstrahierte es bis fast zur Unkenntlichkeit. Bereits während ihrer Ausbildung webte sie Stoffe, mit denen sie ihre Familie einkleidete.

Nach Abschluss ihrer Ausbildung wurde sie in Katowice sesshaft und führte ein Nähstudio, in dem sie mehrere Angestellte beschäftigte. Dort lernte sie ihren deutschen, nichtjüdischen Mann kennen und nannte sich nach der Heirat Dorothea Patuschka. Das Paar zog in die Kleinstadt Kempten im Allgäu, war dort in der Zeit des Nationalsozialismus aber der Willkür des NSDAP-Kreisleiters ausgesetzt. Um dem zu entgehen, zogen sie 1943 in die anonymere Großstadt Berlin, wo Dorothea Kuttner, durch ihre Ehe vor den Deportation von Juden aus Deutschland geschützt, die nationalsozialistischen Arisierungsmaßnahmen und den Zweiten Weltkrieg überlebte. Später lebte Dorothea Kuttner wieder im Allgäu, wo sie 1967 starb.

Im Jahr 2025 zeigte das Jüdische Museum Berlin die Ausstellung Widerstände. Jüdische Designerinnen der Moderne, in der auch Dorothea Kuttner vertreten war.

Einzelnachweise Widerstände. Jüdische Designerinnen der Moderne. In: Jüdisches Museum Berlin. Abgerufen am 17. Februar 2026

Kuttner, Dorothea In: Jüdisches Museum Berlin. Abgerufen am 17. Februar 2026

Michal S. Friedlander (Hrsg.): Widerstände. Jüdische Designerinnen der Moderne. Hirmer, München 2025, ISBN 978-3-7774-4623-3, S. 30, 46

Gesine Borcherdt: Detektivarbeit in der Designgeschichte. In: Die Welt vom 7. Oktober 2025. Abgerufen am 17. Februar 2026

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