mini|Knud Wasa von Hoegh (Mitte) im Kreis der Mitarbeiter des Berliner Stadtvermessungsamts 1883, Leipziger Straße 33 Knud Wasa von Hoegh (tlw. auch Knud Wasa von Höegh, dänisch Knud Vasa Høegh) (* 28. November 1838 in Glückstadt, Herzogtum Holstein; † 21. September 1902 in Friedenau)Sterbeurkunde von Friedenau Nr. 90 vom 22. September 1902 war Landmesser und erster Leiter des Berliner städtischen Vermessungsamts.
Leben Nach dem Besuch des Gymnasiums in Glückstadt absolvierte von Hoegh zunächst eine praktische landwirtschaftliche Ausbildung auf mehreren Gütern im östlichen Schleswig und war ein Jahr lang Verwalter des Gutes Frauenhof im Gebiet der heutigen Gemeinde Esgrus.Peter Ottsen: Knud Wasa von Höegh †. In: Zeitschrift für Vermessungswesen, 1902, S. 601 f. Ab 1859 erfuhr er dann in der privaten Geometerschule von Joachim Heinrich August Speck (* 27. August 1822 in Stenderup; † 12. November 1909 in Kiel) in Gaarden bei Kiel eine umfassende praktische und theoretische Ausbildung als Landmesser. Vom 16. April 1860 an studierte er nebenher noch Mathematik und Naturwissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.Das Album der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel 1665–1865, Kiel 1915, S. 432 f., Matr.-Nr. 11826 (online). Im Juni 1861 bestand von Hoegh in Kiel das Landmesserexamen und erhielt daraufhin am 10. September 1861 die Landmesser-Bestallung für die (bis 1864 dänischen) Herzogtümer Holstein und Lauenburg.Eintrag als Landmesser im Königlich-dänischen Hof- und Staatskalender, Kopenhagen 1862, Sp. 627 (books.google.de).
Bis März 1862 war er noch in Kiel als Assistent von Speck beschäftigt; dann eröffneten die infolge der Grundsteuer-Gesetze vom 21. Mai 1861 in den östlichen preußischen Provinzen einsetzenden Katastervermessungen ein weites Betätigungsfeld für Landmesser. Über drei Jahre war von Hoegh als selbständiger Landmesser in den Regierungsbezirken Liegnitz und Oppeln tätig. Seinen Wohnsitz nahm er in Löwenberg in Schlesien, wo auch seine Söhne Karl und Emil zur Welt kamen.
Nach Abschluss der Katasteraufnahmen kehrte von Hoegh 1865 in seine Heimat zurück und führte hier insbesondere Vermessungen für Wege-, Eisenbahn- und Wasserbau aus. 1867 war er als Landmesser in Heide (Holstein) tätig. Aus der Zeit 1865/1866 verfügt das Landesarchiv Schleswig-Holstein über eine General- und zwei Detailkarten des Tielenautals in den Feldmarken Tellingstedt und Schalkholz.LASH, Abt. 402 A 48, Nr. 475, Nr. 476 und Nr. 477
Als nach den Preußischen Annexionen 1866 im Jahr 1868 eine Grundsteuer-Vermessung der neuen Provinz Schleswig-Holstein in Angriff genommen wurde, berief man von Hoegh zur Mitwirkung an den Veranlagungsarbeiten als Personalvorsteher. In dieser Funktion war er leitend im Revisionsbüro für die Grundsteuervermessungsarbeiten der Provinz in Schleswig tätig.
1875 war von Hoegh in Kiel als Königlicher Kataster-Controleur tätig.
Als dann der Magistrat von Berlin auf Veranlassung des Stadtbaurats Carl Theodor Rospatt 1876 sein Vermessungswesen organisierte und die Neumessung des gesamten Stadtgebiets in Angriff nahm, berief man von Hoegh nach Berlin. Auf entsprechende Magistratsvorlage vom 6. Mai 1876 beschloss die Berliner Stadtverordnetenversammlung am 18. Mai 1876, ihn als Städtischen Vermessungsdirektor einzustellen.Friedrich Rokahr in 125 Jahre Berliner Vermessungsverwaltung 1876–2001, S. 6. Von Hoegh war ab dem 18. Juli 1876 bis 1896 erster Leiter des Städtischen Vermessungsbüros (seit 1. Oktober 1884 Städtisches Vermessungsamt nach Vereinigung mit der Plankammer) und baute die Strukturen des amtlichen Vermessungswesens der Stadt auf.Andreas Matschenz in Berlin-Brandenburg im Kartenbild, 2000, S. 137 (PDF). In dieser Funktion unternahm er Ende 1876 bis Anfang 1877 zunächst eine Studienreise nach München, Frankfurt am Main, Paris, London und Hamburg.Wilhelm Buttmann: Bericht über die erste Jahres-Hauptversammlung des Brandenburgischen Geometervereins am 17. Januar 1877. In: Zeitschrift für Vermessungswesen, 1902, S. 301 f.
Aus gesundheitlichen Gründen trat er am 1. Oktober 1896 vorzeitig in den Ruhestand.L. Winckel: Personalnachrichten In: Zeitschrift für Vermessungswesen, 1896, S. 671 f.
Familie Von Hoegh war Sohn des königlich-dänischen Kammerherrn und Obersts Christian Frederik Høegh (* 25. März 1785 in Kopenhagen; † 8. November 1857 in Altona) und dessen dritter Ehefrau Anna Dorothea Emilie geb. Knoop (1813–1870).
Seiner am 25. März 1862 in Berlin mit Wilhelmine Magdalene Christine Dreis (* 8. August 1842;Laut Patientenakte LASH, Abt. 64.1, Nr. 3879 geb. am 8. August 1844. † 12. November 1906) geschlossenen Ehe entstammen 3 Söhne und 3 Töchter,Danmarks adels aarbog, 17 (1900), S. 180 (archive.org); https://gw.geneanet.org/swedenmark?lang=de&p=knud+vasa&n=hoegh; https://www.swedenmark.dk/getperson.php?personID=I21237. von denen Emil von Höegh Bekanntheit als Entwickler optischer Linsensysteme erlangte. Der ältere Sohn Karl von HoeghVon ihm: Über Materie, Masse, Trägheit, Gravitation, und über die Möglichkeit einer mechanischen Erklärung der Naturvorgänge, Leipzig: B. G. Teubner 1907. (* 18. April 1864 in Löwenberg in Schlesien; † 11. September 1932 in Königsberg (Preußen)) war nach Stationen BerlinDer Mechaniker, 5 (1897), S. 73 (books.google.com), Königsberg, PosenHandbuch für das Deutsche Reich, 37 (1912), S. 207 (books.google.com) und Schneidemühllaut Meldekartei der Stadt Posen (szukajwarchiwach.gov.pl) am 1. Oktober 1919 „do Piły“ (zuvor 1. April 1911 aus Königsberg) seit 1922 Eichungs-Direktor für die Provinz Ostpreußen in KönigsbergMitteilungen der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt, 1922, S. 137. und gehörte von 1910 bis 1916 der Kaiserlichen Normal-Eichungskommission als beigeordnetes Mitglied an.Amtsblatt der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt, 1936, S. 190.
Nach der Geburt des außerehelichen Sohns Conrad (* 30. September 1877 in Potsdam) heiratete von Hoegh nach Scheidung der Ehe am 14. Oktober 1879 dessen Mutter Bertha geb. Schetelig (* 23. November 1845 in Wilster; † 21. November 1925).Danmarks adels aarbog, 25 (1908), S. 205 (books.google.com)Eheurkunde des Standesamts Berlin V A, Nr. 1019
Sonstiges mini|Unterschrift Knud Wasa von Hoegh auf der Eheurkunde von 1879 Von Hoegh führte seinen Namen auch mit einem umgelauteten o in der Schreibweise „von Höegh“, entsprechend der dänischen Schreibweise seines Namens mit einem ø. Bei seiner Verehelichung im Jahr 1879 wurde diese vom standesamtlichen Nachweis abweichende Unterschrift vom Standesbeamten jedoch nicht akzeptiert, so dass er und seine Ehefrau die Eheurkunde ein zweites Mal ohne Umlaut unterschreiben mussten (Vor Schluß der Verhandlung erklärten die … Eheleute, sich aus Versehen unrichtig unterschrieben zu haben.).
Von Hoegh war seit der Gründung im Jahr 1871 Mitglied im Deutschen Geometerverein.Mitgliedsnummer 455 im Mitglieder-Verzeichnis des Deutschen Geometer-Vereins, 1889, S. 17 (online)
Als Freimaurer war von Hoegh seit dem 27. Juni 1868 als „Permanent besuchender Bruder“ in der Johannis-Loge „Alma an der Ostsee“ zu Kiel gelistet.Mitgliederverzeichnis der Johannis-Loge „Alma an der Ostsee“ zu Kiel für das Logenjahr 1897/1898 (PDF) Seine Mutterloge war „Wilhelm zum gekrönten Anker“ in Glückstadt.
Seine Wohnsitze in Berlin waren in der Pücklerstraße 57 in Berlin (1872) und Belle-Alliance-Straße 85 in Berlin SW (1897). Später lebte er in der Handjerystraße 93 in Friedenau, wo er 1902 verstarb.
Veröffentlichungen Reductions-Tabellen für die in den Herzogthümern Schleswig, Holstein und Lauenburg bisher gebräuchlichsten Landmaaße und Preußisches Maaß, Heide: Pauly, 1867https://katalog.ub.uni-kiel.de/PPN?PPN=065636724 (rezensiert in Itzehoer Nachrichten vom 7. Januar 1868)Eduard Alberti: Lexikon der Schleswig-Holstein-Lauenburgischen und Eutinischen Schriftsteller von 1866–1883, I. Band, Kiel 1885, S. 303 (books.google.de) Die Neuvermessung der Stadt Berlin. Erläuterungsbericht zu den in der Berliner Gewerbeausstellung im Jahre 1879 seitens der städtischen Bauverwaltung ausgestellten Vermessungswerken (Manuscript-Autographie).Hinweis und Besprechung von Wilhelm Jordan in: Zeitschrift für Vermessungswesen 10 (1881), Heft 1, S. 11–20 (books.google.de) sowie von August Nagel in Der Civilingenieur, 1885, S. 129/130 (books.google.de). Die Neuvermessung der Stadt Berlin. In: Zeitschrift für Vermessungswesen 20 (1891), Heft 14, S. 385–406 (books.google.de).
Einzelnachweise Gesetz- und Ministerialblatt für die Herzogthümer Holstein und Lauenburg, 1861. Martin Plähn: Architekten und Landmesser. Zum Bebauungsplan von Berlin. In: Zeitschrift für Vermessungswesen, 1910.
Kategorie:Geodät Kategorie:Freimaurer (Deutschland) Kategorie:Person (Berliner Verwaltung) Kategorie:Adliger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1838 Kategorie:Gestorben 1902 Kategorie:Mann