Lost in the Stars ist ein Musikalbum des Ken Peplowski Quartet. Die am 6. und 7. November 2001 in den Sound On Sound Studios, New York City, entstandenen Aufnahmen erschienen 2001 auf Nagel-Heyer Records.
Hintergrund Auf Lost in the Stars präsentiert Ken Peplowski in Quartettbesetzung in einem Studio-Recital Material aus Standards und Eigenkompositionen seines Pianisten Ben Aronov und seines Bassisten Greg Cohen. Er teilt seine Spielzeit fast gleichmäßig zwischen Klarinette und Tenorsaxophon auf. Wie andere Peplowski-Veröffentlichungen Peplowskis steht auch Lost in the Stars „mit einem Bein im Swing kleiner Besetzungen und mit dem anderen im frühen Bebop – ein Ansatz, der an die Mitte der 1940er-Jahre erinnern würde, als viele Musiker genau an der Grenze zwischen Swing und Bebop angesiedelt waren“, notierte Alex Henderson.
Titelliste Ken Peplowski Quartet: Lost in the Stars (Nagel Heyer Records 2020) If This Isn’t Love (E.Y. "Yip" Harburg / Burton Lane) 8:08 Why Do I Love You (Oscar Hammerstein II, Jerome Kern) 6:35 Ataraxi 4:17 My Ship (Ira Gershwin / Kurt Weill) 6:20 Ballad for Very Tired and Very Sad Lotus Eaters (Billy Strayhorn) 4:30 People Will Say We’re In Love (Oscar Hammerstein II / Richard Rodgers) 7:15 Marchons 4:01 Lament 4:46 Good Morning Heartache (Ervin Drake / Dan Fisher / Irene Higginbotham) 7:45 Sleep (Earl Lebieg) 5:52 Lost in the Stars (Weill) / When You Wish Upon a Star (Leigh Harline, Ned Washington) 4:23 Piece #8 From „Benny’s Gig“ 2:02
Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Kompositionen von Ken Peplowski.
Rezeption Alex Henderson verlieh dem Album in Allmusic vier Sterne und schrieb, Lost in the Stars klinge wie der Titel eines romantischen Albums mit melancholischer Musik, und tatsächlich seien Teile dieser Session romantisch und sentimental. Andere Passagen hingegen klängen temporeich, überschwänglich und swingend. Hörer sollten sich also nicht zu sehr vom Titel des Albums beeinflussen lassen; Ken Peplowski liefert, ganz in seinem Stil, ein weiteres rundum gelungenes Swing- und Bebop-Album ab, das von lyrisch bis hin zu mitreißend reicht. Aranov und Cohen hätten auch eigene Stücke beigetragen – Lost in the Stars sei also nicht nur ein Album mit abgedroschenen Klassikern – und Peplowski fördert einige übersehene Perlen zutage, darunter „Ballad for Very Tired and Very Sad Lotus Eaters“ (ein wenig bekanntes Stück von Billy Strayhorn aus den 1950er-Jahren). Peplowskis Version von „My Ship“ sei wunderschön und lyrisch, und auch bei „Good Morning Heartache“ zeige er sich ebenso ausdrucksstark. Lost in the Stars sei zwar kein absolutes Muss, aber dennoch eine solide und lohnende Ergänzung zu Peplowskis Werk.
Nach Ansicht von C. Michael Bailey, der das Album in All About Jazz rezensierte, ist Ken Peplowski einer der herausragendsten Klarinettisten der 1990er Jahre. Er habe die Jazzklarinette nicht so sehr neu definiert, sondern sie im Mainstream Jazz wiederbelebt. Die meisten seiner jüngsten Aufnahmen konzentrieren sich auf Benny Goodman und die Musik der Swing-Ära (kurz zuvor auf Swing of the Century, Tribute to Benny Goodman Volumes 1 & 2 auf Nagel Heyer). Er habe sich nun auch moderneren Klängen zugewandt; selbst dem etwas abgedroschenen „My Ship“ würde er neues Leben ein. Peplowski überrasche mit der Auswahl des wenig bekannten Billy-Strayhorn-Stücks „Ballad Of Very Tired And Very Sad Lotus Eaters“. Es trägt unverkennbar die Handschrift von Ellington und Strayhorn. Morton Goulds „Piece #8 From "Benny’s Gig"“ sei ein swingendes Highlight der Aufnahme und runde sie mit einem beschwingten und kreativen Ton ab. Ken Peplowski habe sich nie zu weit aus dem Genre herausgewagt, und das sei auch gut so.
Manche Aufnahmen dienen einfach nur dem Vergnügen, ohne den Anspruch, die Welt zu revolutionieren. Ken Peplowskis „Lost in the Stars“ scheint dazu zu gehören, meinte David Franklin in JazzTimes. Peplowskis Quartett würde eine Sammlung von Standards und Eigenkompositionen in einer unkomplizierten Art präsentieren, die ihre offensichtliche Vorliebe für das Material und ihren Wunsch, dessen Essenz dem Hörer zu vermitteln, deutlich zum Ausdruck bringe. Das Album bieter auch eine reichhaltige Auswahl an traditionellen Swing-Nummern. Peplowski spiele auf „If This Isn’t Love“ eine Bebop-Klarinette und wechselt für eine Interpretation von „Why Do I Love You“ und einigen anderen Stücken, darunter ein fulminantes Trio-Solo des etwas ungewöhnlich betitelten „Sleep“, zum Tenorsaxophon. Aronov und Cohen würden durchweg höchste Professionalität beweisen, und der explosive Nash demonstriert einmal mehr, warum seine Dienste so gefragt sind.
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Einzelnachweise
Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Ken Peplowski Kategorie:Album 2001