mini|Schlossanlage mit Schlosskirche, Schlossgarten mini|Innenansicht mini|Blick zur Patronatsloge, dahinter vermauertes Maßwerkfenster Die evangelische Schlosskirche Seußlitz ist eine barocke Saalkirche im Ortsteil Seußlitz der Gemeinde Nünchritz im sächsischen Landkreis Meißen in Deutschland.
Zusammen mit dem Barockschloss Seußlitz bildet sie ein Ensemble und gehört zur Kirchengemeinde Großenhainer Land im Kirchenbezirk Meißen-Großenhain der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.
Geschichte und Architektur Die Schlosskirche Seußlitz entstand aus der ehemaligen Kirche des Klosters Seußlitz durch einen Umbau in den Jahren 1724 bis 1726 von George Bähr; dabei wurde die Flucht des Südflügels aufgenommen. Maßwerkfenster sind in der Westwand und in der Nordwand vermauert erhalten. Restaurierungen erfolgten in den Jahren 1909 und 1987 bis 1993.
Das Bauwerk ist ein Putzbau mit geradem Ostschluss, der mit einem Satteldach und einem Dachreiter mit geschweifter Haube abgeschlossen ist. Ein Anbau im Norden enthält den Zugang zur Herrschaftsloge. Im Innern ist der Raum flachgedeckt und mit zweigeschossigen (ehemals dreigeschossigen) Emporen an drei Seiten umgeben. Im zweiten Geschoss der Westseite ist die Patronatsloge mit drei Korbbogenfenstern eingebaut; über dem mittleren Fenster ist das Wappen derer von Bünau angebracht; der Zugang ist vom zweiten Geschoss des Schlosses aus möglich.
Ausstattung Das Hauptstück der Ausstattung ist der Kanzelaltar mit kräftigen Volutenkonsolen, die zwei Giebelansätze tragen. Über dem geschweiften Kanzelkorb ist ein mit Lambrequins versehener, geschweifter Giebel angebracht. Darüber ist auf einer konkaven Empore mit Dockenbrüstung die Orgel angeordnet, bei der ein Gehäuse von Johann Christian Friedrich Flemming von 1807 wiederverwendet wurde; die Flemming-Orgel wurde um das Jahr 1900 abgetragen. Die heutige Orgel ist ein Neubau von Jehmlich aus dem Jahr 1905 mit heute 15 Registern auf zwei Manualen und Pedal; sie wurde ihrerseits im Jahr 1993 durch Johannes Lindner restauriert.
Seitlich des Kanzelkorbes sind geschnitzte und farbig gefasste Vasen von 1911 angeordnet, links – mit Bezug auf das Weindorf – mit Weintrauben und -laub, rechts mit Ähren. An der südlichen Chorwand befindet sich ein gerahmtes Schnitzrelief mit einer Darstellung der Beweinung Christi aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Beachtenswert ist auch das Gestühl mit der durch aufgemalte Dienstbezeichnungen erhaltenen Sitzordnung.
Das heutige Geläut der ehemaligen Schlosskirche besteht aus fünf Bronzeglocken, die zum Teil aus dem 13. Jahrhundert und damit aus den Anfängen der Klosterzeit stammen. Nähere Daten: Nr. Gussdatum Gießer Durchmesser Masse 1 um 1270 Glockengießer unbekannt 520 mm 89 kg 2 1537 Glockengießer unbekannt 786 mm 270 kg 3 1956 Glockengießerei Schilling 637 mm 150 kg 4 1956 Glockengießerei Schilling 507 mm 75 kg 5 13. Jh. Glockengießerei unbekannt 385 mm 45 kg
Umgebung Auf dem Kirchhof östlich und nördlich der Kirche befinden sich wertvolle Grabdenkmäler des 13. bis 18. Jahrhunderts. Besonders zu erwähnen ist das Denkmal für Konrad von Schleinitz († 1288) mit figürlicher Ritzzeichnung eines Mannes mit Schwert und Schild. Von hohem Seltenheitswert in Sachsen sind die beiden reich verzierten, barocken Sandsteinsarkophage für Heinrich von Bünau († 1745) und seine Frau Augusta Helene († 1728).
Literatur
Weblinks
Offizieller Internetauftritt der Kirchengemeinde
Einzelnachweise
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