Die Parlamentswahl in Kamerun 1973 fand am 18. Mai 1973 statt. Es war die erste Wahl zur neu geschaffenen Nationalversammlung Kameruns nach der Verfassungsreform von 1972.
Hintergrund und politische Ausgangslage Ein Jahr vor der Wahl, im Mai 1972, wurde durch ein Referendum eine neue Verfassung verabschiedet, die Kamerun in einen Einheitsstaat umwandelte. Die Einführung der Nationalversammlung markierte die finale Phase dieser institutionellen Neugestaltung. Präsident Ahmadou Ahidjo versprach sich von dieser nationalen Einigung eine Förderung der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes.
Wahlsystem Die Nationalversammlung von Kamerun war zum Zeitpunkt der Wahl ein Einkammerparlament und bestand aus 120 Abgeordneten. Die Legislaturperiode betrug regulär fünf Jahre, konnte jedoch auf Initiative des Präsidenten per Gesetz verlängert oder verkürzt werden. Wahlberechtigt waren alle Staatsbürger ab 21 Jahren, sofern kein gesetzlicher Ausschlussgrund (z. B. bestimmte Verurteilungen oder Geisteskrankheit) vorlag. Die Stimmabgabe war nicht verpflichtend.
Kandidaten mussten mindestens 23 Jahre alt sein sowie Englisch oder Französisch lesen und schreiben können. Für die Wahl bildete das gesamte Land einen einzigen Wahlkreis. Die Wahl erfolgte über Listen der legal existierenden Parteien nach dem Prinzip der einfachen Mehrheit.
Wahlkampf und Durchführung Der offizielle Wahlkampf begann 15 Tage vor dem Wahltag. In Kamerun existierte zu diesem Zeitpunkt mit der diktatorisch regierenden Union Nationale Camerounaise (UNC) nur eine einzige legale politische Partei. Das Politbüro der UNC wählte insgesamt 2.600 potenzielle Kandidaten aus, um die Liste für die 120 Sitze zu besetzen.
Ergebnisse Die Wahl verzeichnete nach offiziellen Angaben mit 98,4 % eine Rekordbeteiligung und ein Zustimmung zur Liste der UNC von 98,3 %. StatistikKennzahlRegistrierte Wähler3.318.390 Wähler (Beteiligung)3.262.064 (98,4 %) Ungültige/Leere Stimmzettel578 Stimmen für die UNC3.261.486 (98,3 %)
Anmerkungen
Kamerun #1973