mini|Mahlon Loomis (um 1865) Mahlon Loomis (* 21. Juli 1826 in Oppenheim, New York; † 13. Oktober 1886 in Terra Alta, West Virginia) war ein US‑amerikanischer promovierter Zahnarzt.
Hauptsächlich bekannt ist er als ein Erfinder zur „drahtlosen“ Telekommunikation, der nach seinem Tod zu gewissem Ruhm gelangte. Seine Cousine, Mary Texanna Loomis (1880–1960), verfasste im Jahr 1925 ein Lehrbuch zur Funktechnik mit dem Titel Radio Theory and Operating, das sie ihm widmete und in dem sie ihn mehrfach erwähnte. Es erschien viele Jahre lang in immer neuen Auflagen und war in den USA beliebt und verbreitet.
Frühes Leben Geboren mitten im US‑Bundesstaat New York als drittes von acht Kindern von Nathan Loomis und dessen Ehefrau Waitie, geb. Berber, zog er mit seiner Familie nach Springvale in Virginia. Als 18‑Jähriger ging er im September 1848 nach Cleveland und studierte dort Zahnmedizin. Mit 29 Jahren heiratete er am 28. Mai 1856 Achsah Ashley. Das Ehepaar bekam am 5. August 1860 die Tochter Catherine Ashley. Er praktizierte eine Zeit lang als Zahnarzt in Ohio, bevor er nach Virginia zurückkehrte und später in Earlville (New York), Cambridgeport (Massachusetts) und in Philadelphia lebte, bevor er schließlich nach Washington, D.C. zog.
Erfindung Hintergrund Die Geschichte der elektrischen Telegrafie beginnt im 18. Jahrhundert. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts veränderte diese neue Technik die weltweite Kommunikation grundlegend. Chronologische Meilensteine sind der Gauß-Weber-Telegraf in Göttingen von 1833 und die Inbetriebnahme der ersten Telegrafenlinie der USA von Washington nach Baltimore im Jahr 1844.
Nachdem zunächst zwei getrennte Leiter (Drähte oder Kabel) verwendet wurden, einer zur Hinleitung des elektrischen Stroms und der andere zur Rückleitung, setzte sich bald die Erkenntnis durch, den Erdboden zur Rückleitung zu benutzen. Dies vereinfachte die praktische Realisierung des Stromkreises wesentlich und erlaubte die Einsparung von Aufwand und Kosten.
Idee mini|Eigenhändige Zeichnung eines von ihm als erfolgreich beschriebenen Experiments zur drahtlosen Kommunikationsübertragung über 30 km bei Bear’s Den (um 1866) mini|Sein Patent vom 30. Juli 1872 mini|Illustration zu seinen Experimenten (29. Dezember 1877) Mahlon Loomis wollte nun noch einen Schritt weiter gehen: statt nur einen Draht einzusparen, hatte er die Idee, auch auf den anderen zu verzichten. Neben dem Erdboden als dem einen Leiter, schwebte ihm vor, die obere Erdatmosphäre, die er als ebenfalls elektrisch leitfähig ansah, als den zweiten Leiter zu benutzen. Hierzu wollte er diese mithilfe von an Drachen oder Ballons in die Höhe gezogenen Drähten „anzapfen“ (Bild).
In den 1860er-Jahren führte er hierzu Experimente in den Blue Ridge Mountains durch und meldete seine Erfindung zum Patent an, das im Jahr 1872 erteilt wurde (Bild). Dies geschah zu einer Zeit, als die Existenz von elektrisch leitenden Schichten in der Ionosphäre (in Höhen zwischen 70 und 400 km) noch unbekannt war und auch viele Jahre bevor Heinrich Hertz (1857–1894) im Jahr 1886 erstmals elektromagnetische Wellen experimentell erzeugte. Im Gegensatz zu Hertz schlug Loomis nicht die Verwendung von hochfrequenten Wellen vor, sondern er wollte, wie damals bei der drahtgebundenen Telegrafie mit Morsezeichen üblich, Signale per Gleichstrom übermitteln – allerdings ohne dabei einen Draht zu benutzen.
Obwohl seine Idee so nicht funktionierte, kann er dennoch als ein Visionär der späteren Funktechnik angesehen werden.
Späteres Leben Ab 1878, nachdem er sich von seiner Frau entfremdet hatte, arbeitete er als Mineraloge in Lynchburg in Virginia. In den 1880er-Jahren wurden ihm weitere Patente erteilt, so für einen „wandelbaren Koffer“ und einen „Manschetten- oder Kragenverschluss“. Er zog dann für kurze Zeit zu seinem Bruder George nach Parkersburg in West Virginia und schließlich im Jahr 1884 in die Nachbarstadt Terra Alta, wo er eine Zahnarztpraxis eröffnete. Am 16. März 1886 erhielt er ein weiteres Patent, nun für einen elektrischen Thermostaten.
Wenige Monate nach seinem 60. Geburtstag starb er und wurde auf dem Friedhof von Terra Alta beigesetzt.
Literatur
Weblinks
Gedenkplakette.
Einzelnachweise
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