Takeshi Amemiya (; * 29. März 1935 in Tokio; † 25. Februar 2026) war ein japanischer Ökonom (Ökonometrie) und Statistiker. Er war Edward Ames Edmonds Professor für Ökonomie an der Stanford University.

Leben und Wirken Takeshi Amemiya studierte ab 1954 an der International Christian University in Japan, wo er 1958 einen Bachelor in Sozialwissenschaften machte. Er erwarb 1961 an der American University in Washington, D.C. einen Master und 1964 bei Carl F. Christ an der Johns Hopkins University einen Ph.D., jeweils in Wirtschaftswissenschaften.

Seit 1964 gehörte Amemiya zum Lehrkörper der Stanford University, unterbrochen von einer Tätigkeit 1966–1968 als Lecturer an der Hitotsubashi-Universität. In Stanford stieg Amemiya bis zur ordentlichen Professur 1974 auf. Ab 1986 hatte er die nach Edward Ames Edmonds benannte Professur für Wirtschaftswissenschaften inne. Gastprofessuren führten ihn an die London School of Economics, die Universität Kyōto, die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, die International Christian University, die Vrije Universiteit Amsterdam, die Toyo-Eiwa-Universität und die Ludwig-Maximilians-Universität München.

Takeshi Amemiya befasste sich mit statistischen und mathematischen Methoden in der theoretischen Ökonometrie (darunter das Tobit-Modell oder die Verallgemeinerte Kleinste-Quadrate-Schätzung).

Seit einem Humboldt-Stipendium in Kiel und Frankfurt interessierte sich Amemiya für die klassische griechische Kultur. Er untersuchte die kulturellen und religiösen Gemeinsamkeiten mit der japanischen Kultur und beschäftigte sich neben der klassischen griechischen Philosophie von Platon und Aristoteles auch mit der Ökonomie des antiken Griechenland.

Laut Datenbank Scopus, die Zitationen überwiegend erst aus der Zeit nach den 1970er Jahren erfasst, hat Amemiya einen h-Index von 12 (Stand Februar 2026). Er gehörte zu den Herausgebern von Econometrica, des Journal of the American Statistical Association, der Mathematical Reviews und des Journal of Econometrics. Amemiya galt als derjenige Japaner, der am ehesten den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften hätte gewinnen können. Zu seinen Schülern gehören Cheng Hsiao (1972), James Powell (1982), Han Hong (Ökonom) (1998) und Victor Chernozhukov (2000).

Takeshi Amemiya war verheiratet und hatte zwei Kinder. Er hatte die japanische Staatsangehörigkeit und hatte 2001 den Status eines United States Permanent Resident („Green Card“).

Auszeichnungen (Auswahl) 1974 Fellow der Econometric Society 1975 Guggenheim-Stipendium 1978 Fellow der American Statistical Association 1985 Mitglied der American Academy of Arts and Sciences

Veröffentlichungen (Auswahl) Studies in Economy, Time Series, and Multivariate Statistics, Academic Press, New York 1983 Advanced Econometrics, Harvard University Press 1985 Collected Essays of Takeshi Amemiya, Edward Elgar Pub. 1994 Introduction to Statistics and Econometrics, Harvard University Press 1994 Einführung in die Ethik Aristoteles’ (Übersetzung der Schrift von James O. Urmson ins Japanische), Iwanami Publisher, Tokio 1998

Literatur

Weblinks Takeshi Amemiya | Department of Economics

Takeshi Amemiya bei prabook.com

Einzelnachweise

Kategorie:Ökonom (20. Jahrhundert) Kategorie:Statistiker Kategorie:Hochschullehrer (Stanford University) Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Japaner Kategorie:Geboren 1935 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann