mini|First Suffrage Caravan Tour der NUWSS, Gill zweite von links, 1909 Helga Gill (* 9. April 1885 in Bergen; † 19. November 1928 im Cottage Hospital in East Grinstead, West Sussex) war eine norwegisch-britische Frauenrechtlerin.
Leben Gill wurde 1885 in Bergen, Norwegen, als Tochter von Johan Klerk Gill und Karen Marie Ottilia Gill geboren. Sie war das älteste Kind der Familie und hatte fünf Geschwister. Ihre Mutter starb, als sie noch ein Kind war, und Gill half bei der Erziehung ihrer Brüder und Schwestern.
Gill besuchte das Vereinigte Königreich zunächst als Urlauberin. Sie freundete sich mit Mitgliedern der politisch einflussreichen Familie Corbett an, Marie und deren Töchter Cecily und Margery. Gill sprach auf Wahlrechtsversammlungen und war bis 1909 Organisatorin bei der National Union of Women’s Suffrage Societies (NUWSS). Die Historikerin Sissel Rosland kommt zu dem Schluss, dass sie zwischen 1909 und 1914 eine „beliebte und vielbeschäftigte Aktivistin“ gewesen sei.
Zeitungsberichte zeigen, dass sie die Militanz der Suffragetten kritisierte, und in ihren Reden häufig auf ihre norwegische Herkunft verwies. Norwegen hatte Frauen 1907 ein eingeschränktes Wahlrecht gewährt, weshalb Gills Perspektive als wahlberechtigte Frau geschätzt wurde. Bis 1912 war sie Organisatorin für Oxfordshire, Berkshire und Buckinghamshire und wurde von der NUWSS auf Touren geschickt, um für das Frauenwahlrecht zu werben.
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 meldete sich Gill zur Mitarbeit bei den Scottish Women’s Hospitals, einem vom NUWSS finanzierten Kriegshilfsprojekt. Sie reiste im Dezember 1914 nach Frankreich, wo sie in dem Kloster Royaumont stationiert war. Gill arbeitete als Krankenwagenfahrerin und transportierte verwundete Soldaten ins Krankenhaus. Als ihre Gesundheit unter dem Einsatz litt, verließ sie Frankreich und arbeitete für den Rest des Krieges in H.M. Factory in Gretna. Als Anerkennung für ihre Kriegstätigkeit in Frankreich erhielt sie die British War Medal, die Victory Medal, das Croix de guerre sowie die Médaille d'honneur du service de santé des armées.
Nach dem Krieg adoptierte Gill ein Kriegswaisenkind, John Gill. Sie war das einzige weibliche Mitglied der Veteranenorganisation Royal British Legion an ihrem Wohnort Danehill in East Sussex. Sie leitete außerdem die Gruppe der christlichen Jugendorganisation Boy’s Brigade und war Mitglied des Women’s Institute.
Helga Gills Gesundheit blieb dauerhaft durch ihren Kriegseinsatz beeinträchtigt, sie starb 1928 plötzlich infolge eines Autounfalls. Ihr Tod wurde sowohl vor Ort in der Mid Sussex Times wie auch in der Frauenwahlrechtszeitschrift The Common Cause betrauert.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Frauenrechtler (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Norweger Kategorie:Brite Kategorie:Geboren 1885 Kategorie:Gestorben 1928 Kategorie:Frau