mini|Platé auf Vaghi beim I Gran Premio Cyclecars di Milano am 29. April 1923 in Monza mini|Platé auf Chiribiri bei der Targa Florio 1925 auf Sizilien Luigi „Gigi“ Platé (* 3. September 1894 in Mailand; † 16. Dezember 1975) war ein italienischer Automobilrennfahrer.

Werdegang Platé war ab Anfang der 1920er-Jahre im Rennsport aktiv und trat zumeist in den Kategorien der vergleichsweise schwach motorisierten Cyclecars und Voiturettes an. Er verfügte über einige Fahrzeuge, die er jahrelang mit großem Amateurgeist modifizierte, da er nicht über ausreichend finanzielle Mittel für den Kauf neuer Wagen verfügte. Unter seinen Rennwagen befanden sich unter anderem mindestens ein Chiribiri und ein Talbot-Darracq 700 mit 1,5-Liter-Achtzylindermotor und Kompressoraufladung, den er Anfang der 1930er-Jahre Emilio Materassi abgekauft hatte. Der Wagen wurde von Platé etwa 15 Jahre lang fortwährend weiterentwickelt und bei Rennen eingesetzt.

Erste Erfolge erzielte Luigi Platé im Jahr 1922 beim I Circuito Sardo um Cagliari auf Sardinien auf einem Ansaldo mit Rang zwei hinter dem erfahrenen Ernesto Ceirano und 1923 auf einem Vaghi mit dem dritten Platz beim I Gran Premio Cyclecars di Milano in Monza.

Sein Grand-Prix-Debüt gab Platé beim Großen Preis von Italien 1925 auf dem Autodromo di Milano in Monza am Steuer seines Chiribiri in der Voiturette-Kategorie. Er schied dabei im ersten Renndrittel aufgrund eines technischen Defekts aus. In der Saison 1925 fuhr er außerdem auf Chiribiri einen Sieg bei der Coppa Vinci in Messina in der Klasse bis 1500 cm³ Hubraum ein und wurde bei der Targa Florio auf Sizilien hinter den beiden tschechoslowakischen Tatra-Piloten Fritz Hückel und Karl Sponer Dritter in der Kategorie I und II (bis 1500 cm³). 1926 gewann Platé den Gran Premio di Tripoli in der damaligen italienischen Kolonie Libyen auf seinem Chiribiri Monza in der 1500-cm³-Klasse.

Beim nominell als Sportwagenrennen ausgeschriebenen Großen Preis von Deutschland 1926 auf der Berliner AVUS hatte Platé einen schweren Unfall, als er nach dem offiziellen Ende des Trainings am Freitag, 9. Juli mit seinem Chiribiri frontal mit dem NAG von Wilhelm Heine kollidierte. Er erlitt dabei Rippenbrüche und innere Verletzungen. Sein Beifahrer Carlo Cattaneo kam ums Leben.

Nach 1926 gelangen Platé keine weiteren Rennsiege oder nennenswerte Resultate bei Veranstaltungen von überregionaler Bedeutung. In der zweiten Hälfte der 1930er-Jahre arbeitete er eng mit seinem Cousin Enrico Platé (1909–1954) in dessen Scuderia Enrico Platé zusammen. Gemeinsam unterhielten die beiden einen umfangreichen Fuhrpark und nahmen an zahlreichen Rennen mit Fahrzeugen verschiedener Hersteller teil.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nannte Platé seinen Talbot-Darraq 700 als Platé-Talbot „Speziale“ bei einigen Grands Prix, ohne dabei Erfolge zu erzielen. Pilotiert wurde der Wagen dabei unter anderem von Clemente Biondetti und Nello Pagani. Für den Großen Preis von Italien 1950 am 3. September im Monza, der zur erstmals ausgetragenen Automobil-Weltmeisterschaft (heute Formel 1) zählte, war er selbst auf dem Wagen genannt, trat aber nicht an (did not attend). Das Rennen fand an Platés 56. Geburtstag statt, womit er bei einem Start zu den ältesten Piloten der Formel-1-Geschichte gezählt hätte.

Lugi Platé starb im Dezember 1975 im Alter von 81 Jahren.

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Einzelnachweise

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