mini|hochkant|Patryk O’Brien de Lacy Patryk O’Brien de Lacy (* 5. August 1888 in Augustówek; † 15. Oktober 1964) war ein Oberst der Panzertruppen der Polnischen Armee.

Leben Er wurde am 5. August 1888 auf dem Gut Augustówek im damaligen Kreis Grodno in der Provinz Grodno geboren.

1909 schloss er das Gymnasium in Grodno ab. Er absolvierte zunächst ein Studium an der Fakultät für Physik und Mathematik der Universität St. Petersburg. Danach diente in der Armee des Russischen Reiches, aus der er 1917 im Rang eines Leutnants der Pioniere ausschied. Anschließend wurde er Adjutant von General Józef Dowbor-Muśnicki im I. Polnischen Korps in Russland.

Im Jahr 1920 nahm er am Polnisch-Sowjetischen Krieg teil. Am 3. Mai 1922 wurde er im Rang eines Majors mit Dienstalter ab dem 1. Juni 1919 und Platz 54 im Korps der Ingenieur- und Pionieroffiziere bestätigt, wobei seine Stammkompanie das 7. Pionierregiment Großpolen in Posen war. Im Jahr 1923 leitete er die Arbeit einer der Abteilungen des Departements V für Ingenieurwesen und Pionierwesen des Ministeriums für Militärangelegenheiten und blieb gleichzeitig Offizier im 7. Pionierregiment von Großpolen. Im Oktober 1924 wurde er zum Maschinenbataillon in Nowy Dwór Mazowiecki versetzt und dort zum Bataillonskommandeur ernannt. Er befehligte das Bataillon bis Oktober 1926. 1928 diente er im Zentralen Ingenieurdepot und blieb weiterhin im Elektrotechnikbataillon registriert.

Am 23. Januar 1929 wurde er zum Oberstleutnant mit Dienstalter ab dem 1. Januar 1929 und dem 1. Rang im Offizierskorps der Ingenieure und Pioniere ernannt. Anschließend leitete er die Militärische Versorgungsanstalt für Ingenieure in Warschau. Im April 1933 wurde er von der Leitung der Technischen Versorgung zum Militärischen Institut für Ingenieurforschung auf die Position des Leiters versetzt. Am 1. Dezember 1934 wurde er zum Büro für Technische Forschung für Panzerwaffen in Warschau auf die Position des Büroleiters versetzt versetzt. Von Januar 1932 bis Dezember 1937 verband er seine dienstlichen Aufgaben mit der Funktion des Chefredakteurs der Zeitschrift „Przegląd Wojskowo-Techniczny“ (Militärtechnischer Überblick). Am 19. März 1937 wurde er zum Oberst mit Dienstalter und dem 1. Rang im Offizierskorps der Panzerwaffe (Liniengruppe) ernannt.

1939 – kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs – wurde er zusammen mit dem BBTBr.Panc. nach Pinsk versetzt. Nach dem 17. September und dem Überfall der UdSSR auf Polen gelangte er nach Rumänien, wo er in ein Internierungslager kam. Im Februar 1941 wurde er an die Deutschen ausgeliefert. Als Kriegsgefangener wurde er im Offizierslager VI B bei Dössel (heute ein Stadtteil von Warburg) interniert, wo er bis zur Befreiung des Lagers durch die US-Armee im April 1945 blieb.

Familie Patryk war zweiter Sohn des Grafen Aleksander O’Brien de Lacy und seiner Frau Gabriela, geb. Radowicka. Dessen Vater Patrick O’Brien de Lacy (1790–1870), der einzige Sohn des Iren William Terrence O’Brien und der Mary de Lacy (1752–1795), trug den Namenszusatz de Lacy seit der Adoption durch Marys Bruder, den russischen General Maurice de Lacy (1740–1820). Der wiederum war ein Neffe von Peter von Lacy und Cousin von Franz Moritz von Lacy. Sie gehörten einer englisch-irischen Adelsfamilie an, die ursprünglich aus Lassy in der Normandie stammt.

Seine Brüder waren Terencjusz O’Brien de Lacy (1885–1932), Titularoberst der Kavallerie der Polnischen Armee, und Maurycy O’Brien de Lacy (1891–1978), ein sozialen Aktivisten. Am 30. Februar 1924 heiratete er Maria Duszyńska, mit der er einen Sohn, Hugo (1925–1958), und eine Tochter, Margaret (1928–2017). Margaret nahm am Warschauer Aufstand teil und verfasste später ihre Memoiren unter dem Titel Dzikie gęsi z Zielonej Wyspy (Wilde Gänse von der Grünen Insel).

Orden und Auszeichnungen 1922 Zweimaliges Tapferkeitskreuz 1928 Verdienstkreuz der Republik Polen in Silber „für Verdienste auf dem Gebiet der Organisation und Verwaltung der Armee“ 1931 Ritter des Ordens der Wiedergeburt Polens „für seine Verdienste auf dem Gebiet der Organisation und Verwaltung der Armee“ 1932 Unabhängigkeitskreuz „für seine Verdienste um die Wiedererlangung der Unabhängigkeit“ 1933 Ehrenabzeichen „Znak Pancerny“ (Panzerzeichen) 1937 Verdienstkreuz der Republik Polen in Gold „für Verdienste im Militärdienst“

Literatur und Schriftquellen OʹBrien de Lacy Patryk. In: Sammlung von Akten über Soldaten, die bei regionalen Rekrutierungsämtern registriert sind, Signatur II.56.9060. Militärisches Historisches Büro; abgerufen am 14. November 2023. Personaljournal des Ministeriums für Militärangelegenheiten; abgerufen am 30. Oktober 2023. Dienstaltersliste der Berufsoffiziere, Ministerium für Militärangelegenheiten, Warschau 1922. Offiziersjahrbuch 1923, Ministerium für Militärangelegenheiten, Warschau 1923 Offiziersjahrbuch 1924, Ministerium für Militärangelegenheiten, Warschau 1924. Offiziersjahrbuch 1928, Ministerium für Militärangelegenheiten, Warschau 1928. Offiziersjahrbuch 1932, Ministerium für Militärangelegenheiten, Warschau 1932. Zdzisław G. Kowalski, Fachowe czasopisma wojskowe w latach 1918–1939 (Fachzeitschriften des Militärs in den Jahren 1918–1939), Biuletyn Nr. 19 Wojskowej Służby Archiwalnej (Bulletin Nr. 19 des Militärarchivs), Warschau 1996. Stanisław Łoza: Czy wiesz kto to jest? [Weißt du, wer das ist?]. Główna Księgarnia Wojskowa [Hauptbuchhandlung des Militärs], Warschau 1938. Ryszard Rybka, Kamil Stepan: Offiziersjahrbuch 1939. Stand: 23. März 1939. Stiftung CDCN, Krakau 2006, ISBN 83-7188-899-6. Ryszard Rybka, Kamil Stepan: Offiziersbeförderungen in der polnischen Armee 1935–1939. 2., erweiterte Auflage. Wydawnictwo Tetragon Sp. z o.o., Warschau 2021, ISBN 978-83-66687-09-7. O'Brien de Lacy M., Dzikie gęsi z Zielonej Wyspy [Wilde Gänse von der Grünen Insel]. J. Sypuła-Gliwa, Łomianki: LTW, 2009, ISBN 978-83-7565-058-7. Joanna Sypuła-Gliwa: Wilde Gänse vom grünen Inselkreuz, Echos von Polesien.

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