Die Niemeyerstraße in Hannover wurde 1874 im heutigen Stadtteil Linden-Mitte angelegt und nach Heinrich Niemeyer benannt, dem letzten Lindener Gemeindevorsteher vor der Erhebung des damaligen Dorfes zur Stadt.Helmut Zimmermann: Niemeyerstraße, in ders.: Die Straßennamen der Landeshauptstadt Hannover. Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 182
An dem von der Posthornstraße bis zur Kirchstraße führenden Verkehrsweg begann nur wenige Jahre nach der deutschen Reichsgründung eine erste Bebauung, zunächst nur auf der nördlichen Straßenseite gegenüber einer damals neu erbauten Mauer mit älterem Toreingang zum Von-Alten-Park.Ilse Rüttgerodt-Riechmann: Niemeyerstraße. In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 2, Bd. 10.2, hrsg. von Hans-Herbert Möller, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Institut für Denkmalpflege, Friedr. Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig 1985, ISBN 3-528-06208-8, S. 121f.; sowie Linden-Mitte im Addendum: Verzeichnis der Baudenkmale gem. § 4 (NDSchG) (ausgenommen Baudenkmale der archäologischen Denkmalpflege), Stand: 1. Juli 1983, Stadt Hannover, Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Veröffentlichungen des Instituts für Denkmalpflege, S. 21ff.; Volltext-Digitalisat über die Universitätsbibliothek Heidelberg
Während der östliche Teil der Niemeyerstraße – zwischen der Egestorffstraße und der Hallermünder Straße – anfangs lediglich Gewerbeeinrichtungen vorbehalten blieb, entstand in den Jahren von 1874 bis 1891 am westlichen Straßenabschnitt nach und nach eine geschlossenene Reihenbebauung.o. V.: Villa im Denkmalatlas Niedersachsen [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 13. Februar 2026 Zu den ersten in den Grundbüchern des Königlichen Amtsgerichts erfassten Immobilienbesitzern, die teils auch in der Niemeyerstraße wohnten, zählten neben dem Namensgeber der Straße unter anderem Victor von Alten und der Maurermeister Heinrich Köhler.Amtsblatt für Hannover, Jahrgang 1882, S. 217; Google-Books
Auf Veranlassung der Grundstückseigentümer entstanden schließlich die in einer Linie fluchtende Reihe aus zwei- bis viergeschossigen Wohnhäusern, die mit ihren Fassaden durch ihre Backsteinziegel und ihre gleichmäßige Ausstattung mit eingefriedeten Vorgärten nur auf den ersten Blick „relativ homogen“ wirken.
Als ältestes erhaltenes Wohngebäude in der Straße gilt das Haus Nummer 11, das im späten 19. Jahrhundert jedoch erweitert und verändert wurde. 1874 datiert das Haus Nummer 10, während das Haus Nummer 12, 1875 erbaut, ähnlich wie die jüngere Nummer 15 den Typus des villenähnlichen Wohnhauses repräsentieren.
Die rückwärtig erschlossenen Gebäude Nummer 13 und 14 dokumentieren, ähnlich wie Nummer 10, „das große zweispännige mit Bauwich errichtete Mietwohnhaus der Jahre vor 1890“, das sich durch flache, sparsam gesetzte Gesimse und Formsteine auszeichnet sowie durch eine Gliederung der Fassade mittels farblich abgesetzten Ziegelsteinen.
mini|Ältestes Bauwerk ist der historische Toreingang zum Von-Alten-Garten
mini|Nummer 6 Ecke Egestorffstraße; entstand erst um 1890, nach der „Planung des Lindener Marktes“
Erst „nach der selbstbewußten Planung des Lindener Marktes“ und dem damit verbundenen neuen Straßensystem entstand um 1890 auf trapezförmigen Baugrundstück das Eckgebäude an der Egestorffstraße.
Der Erste Weltkrieg leitete 1917 die Bebauung der südlichen Straßenseite ein: Die beiden Direktorenvillen für die Leiter der Lindener Eisen- und Stahlwerkeo. V.: Villen Niemeyerstraße 16, 17 im Denkmalatlas Niedersachsen [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 13. Februar 2026 stellten erstmals sichtbar eine Verbindung zur Lindener Industrie her.
Persönlichkeiten Zu den mit der Niemeyerstraße verbundenen Persönlichkeiten zählen beispielsweise der Lindener Senator Leopold Fischer, der 1903 für sich und seine Familie die dann nach ihm benannte Villa Fischer erwarb.Robin Beck: 150 Jahre alt: So wurde die Villa Fischer an der Niemeyerstraße 12 in Linden einmal erbaut. Illustrierter Artikel hinter Bezahlschranke auf der Seite der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 4. August 2025, zuletzt abgerufen am 12. Februar 2026
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