mini|Keramik aus dem Bereich des Kastells Köngen mit Räucherkelchen (Bildmitte Nr. 35 und links Nr. 37) Ein Räucherkelch ist ein nach oben geöffnetes, kelchförmiges Gefäß zum Verschwelen von Räucherwerk, etwa von Weihrauch. Dagegen sind die Weihrauchfässer geschlossene Formen.
Räucherkelche waren schon in der Antike bekannt. So werden in den römischen Nordwestprovinzen gelegentlich Exemplare aus Ton in Gräbern gefunden. Ein prominentes Beispiel ist Grab 134 aus Frankfurt−Praunheim mit einem Silberblech mit christlich interpretierter Inschrift (Frankfurter Silberinschrift), zu dessen Beigaben auch ein Krug und ein Räucherkelch gehörenBeschreibung des Fundkomplexes von Grab 134 (online)..
Auch in kultischen Zusammenhängen wurden Räucherkelche verwendet. Ein Beispiel dafür sind Reste von zerschlagenen Exemplaren, die zusammen mit so genannten Schlangentöpfen und Tierknochen in einer Kultgrube in Straubing gefunden wurdenConstanze Höpken, Hubert Berke: Sabazios-Kult in Sorviodurum: Tierknochen aus einer Kultgrube in Straubing (Bayern/Deutschland). In: Sabine Deschler-Erb u. a. (Hrsg.), Roman animals in ritual and funerary contexts: proceedings of the 2nd Meeting of the Zooarchaeology of the Roman Period Working Group, Basel 1st-4th February 2018, Berlin 2021, S. 101–111, hier S. 102–105 (Digitalisat).. Relativ selten sind antike Räucherkelche aus Metall überliefert, ein Bronzeexemplar ist aus Trier bekanntSabine Faust: Ein bronzener Räucherkelch der Römerzeit aus Trier. In. Trierer Zeitschrift. Archäologie und Kunst des Trierer Landes und seiner Nachbargebiete 69/70, 2006/2007, S. 15–17 (Digitalisat)..
Einzelnachweise
Kategorie:Archäologische Fundgattung Kategorie:Räuchergefäß Kategorie:Kultgefäß