Adam Johann Friedrich Fürchtegott Knüpffer (* in Reval, Gouvernement Estland, Russisches Kaiserreich; † 3. April 1946 im Mindenerwald, Provinz Westfalen, Britische Besatzungszone) war ein baltendeutscher Arzt in Russland und Estland.
Leben und Wirken Adam Knüpffer stammte aus adligen baltendeutschen Familien. Sein Vater Rudolf von Knüpffer (1831–1900) war ein bekannter Architekt in Reval, seine Mutter Wilhelmine (1839–1917) eine Tochter des Polarforschers Paul von Krusenstern.Deutsches Geschlechterbuch, Band 79, 1933, S. 242, auch Adam Johann Friedrich Fürchtegott Knüpffer BBLD Sein Bruder Paul Knüpffer (1863–1920) wurde Zoologe und Gewerbeschullehrer, sein Bruder Rudolf Knüpffer (* 1873) Ingenieur. Adam Knüpffer besuchte die Domschule in Reval und studierte ab 1882 Medizin in Dorpat, wo er 1891 zum Dr. med. promoviert wurde.Album Academicum der Kaiserlichen Universität Dorpat, Dorpat 1889, S. 808 Nr. 84; auch Axel von Gernet, Album Estonorum, Reval 1888, S. 154. Nr. 900, zu seinen Schul- und Studienzeiten Er war auch Mitglied der Naturforscher-Gesellschaft der Universität.Sitzungsberichte der Naturforscher-Gesellschaft der Universität Jurjew (Dorpat), 1894, S. 402, seit 1886.
1890 und 1891 arbeitete Adam Knüpffer als Assistent am Alexander-Hospital für Männer in St. Petersburg.Brennsohn, 1922, S. 239, mit detaillierten Angaben zu seiner beruflichen Entwicklung, auch in Adam Knüpffer Erik Amburger Datenbank Ab 1891 war er Arzt in Snamenskoje im Gouvernement Tambow.Россійскій медицинскій списокъ на 1899 годъ, С. 142; auch 1897, С. 133 (Russisches medizinisches Verzeichnis); der Ärzte in Russland, Snamenskoje war ein kleines Gut bei Snamenka, das in der Gegenwart nicht mehr feststellbar ist (veränderter Name?), Brennsohn gibt Paul Stroganow als privaten Arbeitgeber an 1898 wurde er Oberarzt der Maschinenfabrik in Kolomna im Gouvernement Moskau. 1910 war er kurzzeitig in Berlin tätig. Danach ließ er sich in seiner Heimatstadt Reval (Tallinn) mit einer eigenen Praxis nieder und wurde auch Mitleiter der Frauenklinik seines (verstorbenen) Cousins Wilhelm Knüpffer (Knüpffersche Klinik). Im Ersten Weltkrieg war er für das Rote Kreuz tätig.Личный составъ (...) Краснаго Креста, 1915, С. 69 (kurzer Auszug) Auch nach der estnischen Unabhängigkeit 1919 blieb Adam Knüpffer in Reval (Tallinn).
Er war Mitglied der Estländischen Literärischen Gesellschaft,Jahresbericht der Estländischen Literarischen Gesellschaft, 1913, S. 35 (PDF), mit Mitgliedern zu denen auch die Ehefrau Eugenie Knüpffer gehörte; auch in Beiträge zur Kunde Estlands, XX, 5, 1936, S. 198 (PDF), mit Ehefrau E[ugenie] und Tochter Erika des Deutschen Vereins in Estland,Mitglieder Deutscher Verein in Estland 1913 Ahnenforschung 2015, auch weitere Familienmitglieder der Gesellschaft Estonia und weiterer Vereine. Er kandidierte 1925 für den Deutschen KulturratRevaler Bote vom 5. September 1925, S. 3. (1. Beilage), linke Spalte oben und war 1934 Delegierter seines Ortsvereins der Deutsch Baltischen Partei.Revalsche Zeitung vom 20. Januar 1934, S. 9. (2. Beilage, mittlere Spalte), auch in Dorpater Zeitung vom 23. Januar 1934, S. 4. (linke Spalte)
1939 verließ Adam Knüpffer mit seiner Familie Estland kurz vor der sowjetischen Übernahme, wie die meisten Baltendeutschen, und zog wahrscheinlich in das deutsch besetzte Polen (nach Posen oder Litzmannstadt?).Stefan Bitter, Wie einen Brand aus dem Feuer, Band II, 2023, S. 182. (Fußnote); gibt Dr. med. Adam Knüpffer in Posen 1944 an, wohl eine Verwechslung mit dem verwandten Gynäkologen Dr. Herbert Knüpffer, der die dortige Frauenklinik leitete 1945 siedelte die Familie nach Westfalen über, wo er 1946 im Alter von fast 82 Jahren starb.
Adam Knüpffer veröffentlichte 1890 seine Dissertation Ueber den unlöslichen Grundstoff der Lymphdrüsen- und Leberzelle, der in der medizinischen Fachliteratur mehrmals zitiert wurde.Adam Knüpffer, Ueber den unlöslichen Grundstoff der Lymphdrüsen- und Leberzelle, Dorpat 1890 (Digitalisat)
Ehe und Nachkommen Adam Knüpffer war mit Eugenie Moritz (1864–1960) seit 1891 verheiratet.Eugenie Knüpffer Ajapaik, Foto Sie hatten fünf KinderDeutsches Geschlechterbuch, Band 79, 1933, S. 242–243 (kurze Auszüge); auch geni.com, mit mehreren estnischen Links Alexander Knüpffer (* 1893) Wilhelmine Knüpffer (* 1894) Erich von Knüpffer (* 1895), Leiter der Konstruktionsabteilung der Dietrich-Gobiet Flugzeugbau in Kassel (bis 1925) Erika Knüpffer (1900–nach 1969), Bibliothekarin in Litzmannstadt (1940) und Oberzeuzheim (1970)Handbuch der deutschen Volksbüchereien, 1940, S. 113 (Auszug), auch Handbuch der öffentlichen Büchereien, 1970, S. 250, geboren in Reval am 31. Dezember 1900. Rudolf von Knüpffer (1901–1987), Rechtsanwalt in Reval, Verwaltungsbeamter in Berlin und Wirtschaftsvertreter in Düsseldorf
Literatur Isidorus Brennsohn: Die Aerzte Estlands vom Beginn der historischen Zeit bis zur Gegenwart. Ein biographisches Lexikon. Reval 1922, S. 239 (kurzer Auszug), mit detaillierten biographischen Angaben
Weblinks Adam Johann Friedrich Fürchtegott Knüpffer Baltisches Biographisches Lexikon digital Adam Johann Friedrich Fürchtegott Knüpffer Erik Amburger Datenbank Adam Knüpffer Universität Tartu, Digiarhiiv, mit Foto Adam Knüpffer Ajapaik, Foto
Einzelnachweise
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