Škoda 16E ist die Bezeichnung von vier elektrischen Kleinlokomotiven verschiedener Bahnen, die von Škoda in Plzeň in den Jahren 1954 und 1958 hergestellt wurden. Ein Exemplar mit der Nummer 107 ist in der Fahrzeugsammlung des Technischen Museums Brünn, ein weiteres als ČD 103 001 beziehungsweise E 212 001 im Technischen Nationalmuseum in Prag erhalten.
Geschichte Die vier Lokomotiven sind als Bauart 16E1 (Baujahr 1954) und 16E2 (Baujahr 1958) unterteilt.
Die beiden Lokomotiven mit den Fabriknummern 3235 und 3236 wurden an eine Werkbahn der Papírny Větřní geliefert und erhielten die Betriebsnummern 6 und 7. Die Fabrik hatte damals den Namen papíren.Foto beider 16 E1 auf der Papírny Větřní auf Prototypy.cz Die Werkbahn wurde mit zwei Stromsystemen, Gleichspannung und Einphasenwechselspannung, betrieben. Beide Lokomotiven fuhren bis Anfang der 1960er Jahre und wurden mit dem Ende des elektrischen Werkbahnbetriebs abgestellt. Die Nummer 7 (Škoda 3236) stand bis 1969 auf dem Areal der Papierfabrik und wurde im gleichen Jahr verschrottet. Ein Umbau der Nummer 6 in eine dieselelektrische Lokomotive mit dem Motor der T 211.0 durch die Werkstatt der Papierfabrik wurde erwogen, jedoch nicht umgesetzt. Bis zu ihrer Verschrottung im Jahr 1972 stand die Lokomotive ohne Stromabnehmer auf dem Werksgelände.Bild auf prototypy.cz über die Lok 6 in den 1960er Jahren auf dem Areal der Papierfabrik
Die dritte Lokomotive mit der Fabriknummer 3237 wurde an die Straßenbahn Ostrava geliefert, die ein neues Fahrzeug für den innerstädtischen Gütertransport besonders von Kesselwagen und Rangiermanöver benötigte. Ende Oktober 1955 wurde die Lokomotive bei Škoda als fertig produziert dem Kunden vorgestellt.Foto der Lokomotive 107 für die Straßenbahn Ostrava in Plzn, prototypy.cz
Die Lokomotive wurde auf eigenen Rädern nach Ostrava überführt. Sie erhielt die Betriebsnummer 107 und wurde im Güterverkehr eingesetzt.Foto von dem Güterverkehr der Nummer 107 auf prototypy.cz Da die Züge teilweise eine respektable Länge aufwiesen, musste auch mit Vorspann gefahren werden.Foto der 107 im Betrieb mit Vorspann auf www.prototypy.cz Die Lok 107 wurde bis 1974 eingesetztFoto der Lok 107 mit einem Tatra K2 auf prototypy.czFoto des Transports in Ostrava der Lok 107 nach Brno und steht seither als nicht betriebsfähiges Exemplar in der Fahrzeugsammlung des Technischen Museums Brünn.Fotografie der Lok 107 in Brno
Die Lokomotive vom Typ 16E2 mit Fabriknummer 3713 aus dem Jahr 1958 wurde an die vlečka Svitap bei Svitavy geliefert. Diese Werkbahn stammt aus der Zeit des Ersten Weltkrieges und verbindet zwei Werke zum Teil auf dem Straßenplanum. Zu einem terminlich nicht bekannten Zeitpunkt wurde sie elektrifiziert und um 1958 fuhren auf ihr Transportlokomotiven von BBC. Die eingesetzte Lokomotive besaß keine Bezeichnung,Foto einer Škoda 16E bei Svitavy im Jahr 1974 auf prototypy.cz fuhr bis 1976 und wurde durch eine Diesellok ersetzt.
Die Lokomotive wurde daraufhin nach Česká Třebová gegeben, wo eine Fahrzeugsammlung im Aufbau war.Lokomotive 16E2 in Česká Třebová 1979 auf prototypy.cz Da diese nicht entstand, wurde die Lokomotive nach Brünn überführt,Foto der Lok 16E2 auf dem Transport nach Brünn 1979 auf prototypy.cz wo an der Maschine kein Interesse bestand. Deshalb erfolgte einer erneute Weitergabe an das Depot Praha střed, weil dort Ersatz für die ČSD-Baureihe E 225.0 gesucht wurde.
In Prag wurde die Lokomotive auf Akkumulator-Betrieb umgebaut und trägt seither die Bezeichnung 103 001.Foto der 103.001 in Masarykovo nádraží auf prototypy.cz Nach der Schließung des Depots Masarykovo nádraží wurde die Lok in das Depot Praha Vršovice überführt. Die Lok 103 001 wurde dort 2000 ausgemustert. Sie gehört aber zum Bestand des NTM und bleibt somit erhalten.
Technik Die Mittelführerstandslokomotiven besitzen zwei Vorbauten. Im durchgängig als Schweißkonstruktion entstanden Rahmen sind die beiden Achsen fest gelagert. Ursprünglich waren sie für den Betrieb auf mit Gleichspannung von 600 V elektrifizierten Strecken vorgesehen, die vom Stromabnehmer geführte Spannung steuerte über Widerstandssteuerung die beiden Fahrmotoren, die in Reihe geschaltet waren und mit Tatzlagerantrieb die Räder antrieben.
Nach dem Umbau 1995 der 103 001 wurden die Stromabnehmer entfernt, und die Lokomotive fuhr mit Akkumulatoren mit derselben Spannung und derselben Steuerung. Die Akkumulatoren konnten durch ein Drehstromladegerät wieder aufgeladen werden.
Siehe auch Fahrzeugsammlung des Technischen Museums Brünn
Weblinks
Website über die Lokomotive Škoda 16E auf www.prototypy.cz (tschechisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Elektrolokomotive für Gleichstrom 600 V Kategorie:Schienenfahrzeug (Škoda) Kategorie:Triebfahrzeug (Tschechoslowakei) Kategorie:Triebfahrzeug (Tschechien)