mini|200px|Nikolai Semjonowitsch Patolitschew (1972) Nikolai Semjonowitsch Patolitschew (; * in Zolino, Gouvernement Wladimir, Russisches Kaiserreich; † 1. Dezember 1989 in Moskau) war ein sowjetischer Politiker der KPdSU, der unter anderem von 1950 bis 1956 Erster Sekretär des Zentralkomitees (ZK) der Weißrussischen Sozialistischen Sowjetrepublik und zwischen 1952 und 1953 Kandidat des Präsidiums der Kommunistischen Partei der Sowjetunion war. Er bekleidete zudem von 1958 bis 1985 das Amt des Außenhandelsministers im Ministerrat der UdSSR und bekam als solcher zwei Mal den Titel Held der sozialistischen Arbeit verliehen.
Leben Nikolai Semjonowitsch Patolitschew stammte aus einer Bauernfamilie und war der Sohn von Semjon Michailowitsch Patolitschew (1879–1920), der während des Russischen Bürgerkriegs von 1918 bis 1920 zunächst Kommandeur einer Schwadron, danach Kommandeur eines Kavallerieregiments und später Kommandeur einer Brigade der 1. Kavalleriearmee war, ehe er im Kampf fiel. Er selbst arbeitete von 1925 bis 1929 im „Jakow Michailowitsch Swerdlow“-Werk in Dserschinsk und wurde während dieser Zeit 1928 Mitglied der KPdSU. Nachdem er zwischen 1929 und 1930 Sekretär des Komitees des Allunions-Leninistischen Kommunistischen Jugendverbandes des Rajon Dserschinsk war, fungierte er von 1930 bis 1931 als Sekretär des Komitees desselben Verbandes im Rajon Warna. 1937 schloss er die Militärakademie für Chemische Verteidigung ab und leistete anschließend Dienst in der Roten Armee. Zugleich wurde er 1937 Mitglied des Obersten Sowjets der UdSSR und gehörte diesem fast fünfzig Jahre lang bis 1986 an. Zudem wurde er auf dem XVIII. Parteitag (10. bis 21. März 1939) zunächst Kandidat sowie 1941 Mitglied des Zentralkomitees (ZK), dem er ebenfalls bis 1986 angehörte. Nach einer Tätigkeit als Parteiorganisator im Kautschukwerk Jaroslawl, fungierte er als Nachfolger von Alexei Iwanowitsch Schachurin zwischen Januar 1939 und seiner Ablösung durch Michail Jakowlewitsch Kanunnikow am 28. Dezember 1941 als Erster Sekretär des Parteikomitees der Oblast Jaroslawl. Daraufhin löste er am 4. Januar 1942 Grigori Dawidowitsch Saprikin als Erster Sekretär des Parteikomitees der Oblast Tscheljabinsk ab und verblieb in dieser Funktion bis zum 21. März 1946, woraufhin Alexander Andrianowitsch Beloborodow neuer Sekretär wurde.
Am 6. Mai 1946 wurde Patolitschew als Nachfolger von Georgi Maximilianowitsch Malenkow Sekretär des Zentralkomitees der Allunionskommunistischen Partei und behielt diese Funktion bis zu seiner Ablösung durch Michail Andrejewitsch Suslow am 24. Mai 1947. Er war gleichzeitig von 1946 bis 1947 stellvertretender Vorsitzender des Rates für Kolchoswesenangelegenheiten beim Ministerrat der UdSSR. Zwischen Mai und Dezember 1947 war er kurzzeitig Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei (Bolschewiki) der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik und fungierte daraufhin vom 16. August 1947 als Nachfolger von Pjotr Iljitsch Alexandrjuk bis zu seiner Ablösung durch Pjotr Nikitowitsch Pastuschenko im Juli 1950 als Sekretär des Parteikomitees der Oblast Rostow.
Am 5. Juli 1950 übernahm Nikolai Patolitschew von Nikolai Iwanowitsch Gussarow den Posten als Erster Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Weißrussischen Sozialistischen Sowjetrepublik und behielt diese Funktion bis zum 28. Juli 1956, woraufhin Kirill Trofimowitsch Masurow seine Nachfolge antrat. Auf dem XIX. Parteitag der KPdSU (5. bis 14. Oktober 1952) wurde er zudem Kandidat des Präsidiums der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und behielt diese Funktion bis zum 5. März 1953. Er gehörte zu den 24 Rednern auf dem Plenum des ZK der KPdSU im Juli 1953, ein viertägiges Treffen der Mitglieder des Zentralkomitees, das rund eine Woche nach der Verhaftung Lawrenti Berias stattfand und dessen Redebeiträge von der Verurteilung seiner tatsächlichen oder vermeintlichen Verbrechen geprägt war.
Nachdem Nikolai Semjonowitsch Patolitschew zwischen 1956 und 1958 als stellvertretender Minister beziehungsweise Erster Stellvertretender Außenminister fungierte, übernahm er am 26. August 1958 als Nachfolger des verstorbenen Iwan Grigorjewitsch Kabanow den Posten des Außenhandelsministers im Ministerrat der UdSSR. Er bekleidete dieses Ministeramt mehr als 27 Jahre lang bis zum 18. Oktober 1985 und wurde daraufhin von Boris Iwanowitsch Aristow abgelöst.
Für seine langjährigen Verdienste wurde ihm am 30. Dezember 1975 sowie am 22. September 1978 der Titel Held der sozialistischen Arbeit verliehen. Darüber hinaus erhielt er elf Mal den Leninorden, den Orden der Oktoberrevolution und den Orden des Roten Banners der Arbeit. Ferner wurden ihm die Medaille „Für Verdienste im Kampf“, die Jubiläumsmedaille „Zum Gedenken an den 100. Geburtstag von Wladimir Iljitsch Lenin“, die Medaille „Für die Verteidigung Leningrads“, die Medaille „Für die Verteidigung Moskaus“, die Medaille „Sieg über Deutschland im Großen Vaterländischen Krieg 1941–1945“, die Jubiläumsmedaille „20. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg 1941–1945“, die Jubiläumsmedaille „30. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg 1941–1945“, die Jubiläumsmedaille „40. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg 1941–1945“, die Medaille „Für heldenmütige Arbeit im Großen Vaterländischen Krieg 1941–1945“, die Medaille „Veteran der Arbeit“, die Medaille „Für die Wiederherstellung der Kohlebergwerke im Donbas“, die Jubiläumsmedaille „40 Jahre Streitkräfte der UdSSR“, die Jubiläumsmedaille „50 Jahre Streitkräfte der UdSSR“, die Jubiläumsmedaille „60 Jahre Streitkräfte der UdSSR“, die Jubiläumsmedaille „70 Jahre Streitkräfte der UdSSR“, die Medaille „Zum 800. Jahrestag Moskaus“ sowie die Medaille „Zum 250-jährigen Jubiläum Leningrads“ verliehen. Nach seinem Tode wurde er auf dem Moskauer Nowodewitschi-Friedhof beigesetzt.
Veröffentlichung
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Minister (Sowjetunion) Kategorie:Stellvertretender Außenminister (Sowjetunion) Kategorie:Kandidat des Politbüros des Zentralkomitees der KPdSU Kategorie:Mitglied des Zentralkomitees der KPdSU Kategorie:Abgeordneter (Oberster Sowjet der UdSSR) Kategorie:Politiker (Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik) Kategorie:Person (Weißrussische Sozialistische Sowjetrepublik) Kategorie:Komsomol-Funktionär Kategorie:Held der sozialistischen Arbeit Kategorie:Träger des Leninordens Kategorie:Träger des Ordens der Oktoberrevolution Kategorie:Träger des Ordens des Roten Banners der Arbeit Kategorie:Träger der Medaille „Für Verdienste im Kampf“ Kategorie:Träger der Medaille „Für die Verteidigung Leningrads“ Kategorie:Träger der Medaille „Sieg über Deutschland“ Kategorie:Träger der Medaille „Für heldenmütige Arbeit im Großen Vaterländischen Krieg 1941–1945“ Kategorie:Träger der Medaille „70 Jahre Streitkräfte der UdSSR“ Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Sowjetunion) Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Geboren 1908 Kategorie:Gestorben 1989 Kategorie:Mann