Das Castello di Porciano ist eine Burgruine aus dem 9. Jahrhundert im Ortsteil Porciano der Gemeinde Ferentino in der italienischen Region Latium. Sie liegt am Lago di Canterno in einem Naturreservat. Heute sind ihre Reste mit einer dichten Vegetationsschicht überwuchert.

Geschichte miniatur|links|Catasto Gregoriano Im 13. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung auf über 1000 Einwohner an, was für die damalige Zeit beträchtlich war, sodass die Burg eine Bedeutung erlangt hat, nicht nur militärisch, sondern auch politisch, und seine flächenmäßige Ausdehnung erreichte fünf Hektar.

Ursprünglich war die Burg unter der direkten Kontrolle der römischen Kirche, der sie jährlich eine Steuer von sechs Pfund entrichten musste.

Im Jahre 1203 verpflichtete Papst Innozenz III. nach einem Besuch im Kloster San Benedetto in Subiaco, wobei er die ernsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten feststellte, in denen sich die Mönche befanden, mit einer Bulle vom 24. Februar die Bewohner von Porciano, die sechs Pfund nicht mehr an die römische Kirche, sondern direkt an den Prior der „Heiligen Grotte“ zu zahlen.

Wegen der Streitigkeiten zwischen dem Papst, dem König von Neapel und den römischen Adelsfamilien wurde die Burg um das 15. Jahrhundert geplündert. 1438 kaufte Pietro de Viviani die Burg und alle ihre Besitzungen. Porciano blühte dank Papst Eugen IV., einem Verwandten des genannten Pietro de Viviani, zu altem Glanz auf. Die Burg wurde später umgebaut und befestigt, aber kurz vor dem Tod von Pietro de Viviani übernahmen dessen Erben die Kontrolle über die Burg, obwohl sie bei der örtlichen Bevölkerung unbeliebt waren.

Um 1640 wurde die Burg aufgelassen und zuerst in einen Steinbruch und dann in Weideland umgewandelt. Heute ist der Ort wegen des dichten Gestrüpps, das ihn umgibt, schwierig zu erreichen. miniatur|links|Grundriss der Burg – Zeichnung von Vincenzo Lemmo miniatur|center|Perspektivische Skizze der Burg mit Anzeichen des Verfalls und der Beschädigung – Zeichnungen von Vincenzo Lemmo

Einzelnachweise G. Rocchetti: Il dominio collettivo del tenimento di Porciano. Ferentino 1935. Nr. 170. V. Federici: I monasteri di Subiaco. II. Notizie Storiche. Rom 1904. S. 110. F. Cardinali: Prociano, storia e tradizione. Porciano 1999. S. 25.

Literatur Vincenzo Lemmo (Herausgeber): Auszug aus: Temporis Signa – Archeologia della tarda antichità e del medioevo. Nr. IV (2009).

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