Roccaguglielma ist eine Burgruine aus dem 12. Jahrhundert in der Gemeinde Esperia in der italienischen Region Latium. Sie liegt in fast 500 m Seehöhe über dem Ort auf dem Gipfel des Monte Cecubo, einem felsigen Grat. Das Gebiet der Burgruine befindet sich in Staatseigentum.

Geschichte Die Burg wurde im Auftrag des Normannen Wilhelm von Blosseville (oder Glossavilla) um 1103 errichtet, vermutlich auf den Resten eines älteren Gebäudes. Dieser gründete auch die Siedlung zu Füßen der Burg, die mit einem Mauerring mit 12 Türmen befestigt war, der drei Tore hatte: Porta di Caporave, Porta di Santo Spirito und Porta di San Bonifacio. Die Siedlung hatte auch einen inneren Mauerring, der ebenfalls drei Tore hatte (Porta di Portella, Porta di Sante Croce und Porta del Morrone). Heute sind diese Befestigungen größtenteils verfallen.

Die Burg wurde an einer Stelle errichtet, von der aus man die Bergstraße kontrollieren konnte, die Pontecorvo und Aquino direkt mit Gaeta verband, ohne über das nicht normannische Territorium von Montecassino zu führen. Zusammen mit den Burgen im Ortsteil Campello von Itri, in Pico, in Rivomatrice und in San Giovanni Incarico bildete sie einige Jahrzehnte lang ein kleines, unabhängiges Herrschaftsgebiet namens cinque Castelli de Foris (dt.: fünf Burgen von Foris), umgeben vom fremden Herrschaftsgebiet von Montecassino.

Über die Jahrhunderte machte die strategisch bedeutende Lage von Roccaguglielma und ihrem Lehen dieses zu einem häufig umkämpften Gebiet. Von den Besitzerfamilien kennt man die Spinellis, die im 14. Jahrhundert viele Bauarbeiten durchführen ließen, die FamilienDella Rovere und Farnese. In den Jahren 1497 und 1503 hatten Roccaguglielma und ihr Gebiet unter schweren Zerstörungen zu leiden, die der spanische Kapitän Gonzalo Fernández de Córdoba y Aguilar dort verursachte. Die Zeit größter Blüte war zwischen dem 16. und dem 17. Jahrhundert. 1636 fiel das Lehen an die königliche Liegenschaftsverwaltung. 1654 wurden Burg und Territorium bei einem starken Erdbeben erneut verwüstet.

Die Zeit der Parthenopäischen Republik war durch eine weite Verbreitung des Bandenwesens geprägt, das bei der Landbevölkerung oft in anti-napoleonischen Ansichten starken Rückhalt hatte. In dem Gebiet agierte Fra Diavolo in der napoleonischen Zeit und danach, in der Zeit nach der Einigung Italiens Chiavone. In der Regierungszeit von Joachim Murat wurde eine neue Verwaltungsgliederung der Territorien eingeführt: Roccaguglielma wurde in die heutigen Fraktionen Esperia inferiore und Monticelli aufgeteilt, die die Gemeinde San Pietro in Curolis bildeten. Nach der Einigung Italiens wurden Roccaguglielma und San Pietro in Curolis vereinigt und nahmen den Namen „Esperia“ an.

Heute steht in der Nähe der Burgruine ein Kirchlein des Trinitarierordens, das der Heiligen Jungfrau geweiht ist; sie steht dort, wo früher die alte Burgkapelle stand.

Weblinks und Quellen

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