Die École nationale d’administration et de magistrature (ENAM) ist eine weiterführende berufsbildende Schule und eine staatliche Einrichtung zur Ausbildung von Mitarbeitern der öffentlichen Verwaltung in Burkina Faso mit Hauptsitz in Ouagadougou. Sie wurde am 4. Dezember 1959 gegründet.
Geschichte Gründung Die heutige École nationale d’administration et de magistrature (dt.: Nationale Schule für Verwaltung und Justiz, ENAM - früher: École nationale d’administration - Nationale Verwaltungsschule, ENA) wurde am 4. Dezember 1959 durch Präsidialerlass gegründet zu Beginn der Unabhängigkeit von Obervolta, welches im August 1984 in Burkina Faso umbenannt wurde. Die Eröffnung dieser Ausbildungsstätte für Verwaltungsbeamte unterstreicht den politischen Willen der Regierung des Landes, eine spezialisierte Schule zur Unterstützung der Bemühungen um die Umsetzung der neuen nationalen Verwaltung zu errichten. Im Januar 1960 nahm die ENA ihren Betrieb auf und empfing ihre ersten Auszubildenden für einen sechsmonatigen Fortgeschrittenenlehrgang, um das Kolonialpersonal zu ersetzen. Damals bestand das Ziel darin, den dringendsten Bedarf an Personal aus Bereichen wie allgemeiner Verwaltung, ländlicher Wirtschaft und Zusammenarbeit, Justiz und Polizei sowie Finanz- und Rechnungswesen zu decken.
Entwicklung Ab Oktober 1966 bestand die Hauptaufgabe in der Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern auf allen Ebenen sowie in der angewandten Entwicklungsforschung. Sie erhielt außerdem den Status einer öffentlichen Verwaltungseinrichtung mit eigener Rechtspersönlichkeit und finanzieller Autonomie.
Ab 1968 bezog die Schule ihre heutigen Räumlichkeiten in Ouagadougou, neben der Joseph-Ki-Zerbo-Universität. Aufgrund institutioneller Veränderungen lag die administrative Aufsicht zunächst beim Präsidialamt von Burkina Faso, dann beim Büro des Premierministers und schließlich beim Ministerium für den öffentlichen Dienst (ministère chargé de la Fonction publique). Diese sukzessiven Wechsel der Aufsichtsinstanzen waren eine bewusste Strategie, um eine genaue Überwachung der Aktivitäten der Schule zu gewährleisten.
Namenswechsel 1984 eröffnete die Schule eine Abteilung für angehende Richter (Auditeur de justice) und nahm ihren heutigen Namen an: École Nationale d’Administration et de Magistrature (ENAM). Die ENAM untersteht der fachlichen Aufsicht des Ministeriums für den öffentlichen Dienst und der finanziellen Aufsicht des Finanzministeriums.
Seit ihrer Gründung im Jahr 1959 hat sich die ENAM stets als führende Institution in der Ausbildung von Staatsbediensteten positioniert. Die verschiedenen Reformen, welche die Schule durchlaufen hat, zielten stets darauf ab, ihre Hauptrolle in der Ausbildung von Staatsbediensteten und später von Mitarbeitern der Kommunalverwaltung einerseits zu festigen und andererseits ihre Aufgaben zu diversifizieren. Die institutionelle Entwicklung der ENAM ist vor allem durch die Berücksichtigung der Modernisierungsanforderungen geprägt, die in den 2000er Jahren neu formuliert wurden (Plan stratégique décennal de modernisation de l'administration - Zehnjahresplan zur Modernisierung der Verwaltung, 2011–2020). Dies manifestierte sich bereits 2011 mit der Verabschiedung des ersten Strategieplans der ENAM (2011–2016). Im Anschluss daran wurde 2017 ein zweiter Plan (2017–2021) verabschiedet. Diese beiden strategischen Pläne haben maßgeblich dazu beigetragen, den Kurs der ENAM zu verändern, wodurch sich ihr Handlungsspielraum im Bereich der Berufsausbildung erweitern wird.
Ziele Heutzutage hat die ENAM hauptsächlich drei Aufgaben: Berufliche Aus- und Weiterbildung von Staatsbediensteten, lokalen Behörden, öffentlichen und halböffentlichen Einrichtungen (formation professionnelle initiale et continue des agents de l’État, des collectivités territoriales, des établissements publics et parapublics) Angewandte Forschung in der öffentlichen Verwaltung (recherches appliquées en administration publique) Beratungsleistungen für staatliche Verwaltungen, lokale Behörden, öffentliche und halböffentliche Einrichtungen (assistance-conseil aux administrations de l’État, aux collectivités territoriales, aux établissements public et parapublics)
Die aktuellen Aufgaben der ENAM gehen auf die strategischen Planungszeiträume 2011–2016 und 2017–2021 zurück. Diese beiden wichtigen Entwicklungsphasen der Institution brachten gemischte Ergebnisse mit zahlreichen Erfolgen, aber auch vielen Defiziten. Dennoch gilt die ENAM seit Langem als Vorreiter der Berufsbildung in Burkina Faso („pendant longtemps été le fleuron de l’enseignement professionnel au Burkina Faso“).
Ausbildungsgänge Allgemeine Verwaltung Allgemeine Verwaltung Sekretariat Personalmanagement (Gestion des ressources humaines) Archivwesen Dokumenteninformationsmanagement (Gestion de l’information documentaire)
Sozioökonomische Dienstleistungen Schul- und Hochschulverwaltung (Administration de l’éducation nationale et de l’enseignement supérieur) Schul- und Universitätsleitung Wirtschaftswissenschaft und Finanzen Verwaltung von Gymnasien und Colleges (lycées et collèges)
Jusiz und Schreiber Magistratur Schreiber (Greffes et parquets) Menschenrechte (Droits de l’homme) Gerichtsdolmetscher (Interprètes judiciaires)
Arbeitsmanagement, Berufsausbildung und Sozialgesetzgebung Beschäftigung und Berufsausbildung Arbeitsverwaltung und Sozialgesetze (Administration du travail et lois sociales)
Management von Tourismus- und Kulturdienstleistungen Kulturverwaltung (Administration culturelle) Tourismus Kinematografie und Audiovision Museologie.
Instituts régionaux d’administrations Neben ihrem Hauptsitz in Ouagadougou verfügte die ENAM über sechs regionale Verwaltungsinstitute (Instituts Régionaux d’Administration, IRA):
Institut régional d’administration des Hauts-Bassins Institut régional d’administration de l’Est Institut régional d’administration Ziniaré Institut régional d’administration Ouahigouya Institut régional d’administration Dédougou Institut régional d’administration Gaoua Derzeit sind nur zwei (02) IRAs (die von Hauts-Bassins und die Est-IRA) in Betrieb.
Persönlichkeiten Direktoren 1959–1973: Lompolo Koné 1965–1967: Malick Zoromé. 1973–1980: Ignace Kalmogo 1980–1982: Laurent Kilachiu Bado 1982–1983: Ambroise Zagre 1984–1986: Pascal Témai Benon 1983–1984: Laurant Kilachiu Bado 1986–1987: Jonas Hanitan Ye 1988–1994: Philippe Somé 1994–2001: Haridiata Dakouré/Seré 2001–2012: Moctar Tall 2013–2018: Benoît Kambou 2018–2023: Awalou Ouedraogo 2022– : Jacob Yarassoula Yarabatioula
Alumni Témai Pascal Benon Minata Samaté Cessouma Yannick Martial Ayissi Elounddou Dan Aloys Bonkoungou
Einzelnachweise
Kategorie:Bildung in Burkina Faso Kategorie:Ouagadougou Kategorie:Organisation (Burkina Faso) Kategorie:Schule in Afrika Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1959