Magda Helene Ingeburg Richelsen (* 4. März 1891 in Flensburg; † 28. März 1962 in Lübeck) war eine deutsche Lehrerin und Abgeordnete (DDP) der Lübecker Bürgerschaft.
Leben Magda Richelsen wuchs als Tochter eines Kaufmanns in Flensburg auf.Biographische Daten im Wesentlichen nach Otto Wiehmann: Zur Einführung des Wahlrechts für Frauen in Lübeck. in: ZVLGA 72 (1992), S. 230–240, hier S. 238f (Digitalisat) Von 1897 bis 1902 besuchte sie die städtische höhere Mädchenschule in Flensburg. Danach kam sie nach Lübeck, wo sie die Ernestinenschule besuchte. Von Ostern 1907 bis Ostern 1910 erhielt sie auf dem der Ernestinenschule verbundenen Lehrerinnenseminar eine Ausbildung zur Lehrerin. Von 1910 bis 1912 war sie als Hauslehrerin bei Hanau tätig und von Ostern 1912 bis März 1918 als Lehrerin an der Privat-Mädchenschule Neustadt/Orla in Thüringen.
mini|hochkant|I. St. Lorenz-Mädchenschule Zum 1. April 1918 wurde sie in den Lübecker Schuldienst übernommen, zunächst als Hilfslehrerin an der Bezirksschule Lübeck-Siems. Zum 1. April 1919 wurde sie Lehrerin an der 1. St.-Lorenz-Mädchen-Schule. Nach weiteren Stationen an der 3. Mädchen-Mittelschule, der 6. St.-Lorenz-Schule und der St.-Lorenz-Mädchen-Mittelschule kam sie im November 1925 an die Mittelschulklasse der Bezirksschule Travemünde und wurde zur Mittelschullehrerin befördert. 1926 verbrachte sie einen sechswöchigen Studienaufenthalt in England. Zu Ostern 1930 wurde sie an die im Geist der Reformpädagogik errichtete koedukative Gemeinschaftsschule versetzt.
Magda Richelsen war aktives Mitglied der liberalen DDP. Von 1924 bis 1926 sowie von 1928 bis 1932 war sie Abgeordnete der Lübecker Bürgerschaft, die bis zum Verlust der Eigenstaatlichkeit Lübecks im Groß-Hamburg-Gesetz 1937 den Status eines Landesparlaments hatte. Bei den Reichstagswahlen 1928 und 1930 kandidierte sie erfolglos im Reichstagswahlkreis 35 (Mecklenburg/Lübeck).Siehe die Kandidatenlisten in Regierungs-Blatt für Mecklenburg-Schwerin 1928, S. 188; Regierungs-Blatt für Mecklenburg-Schwerin 1930, S. 188
Wegen ihres politischen Engagements war Magda Richelsen 1933 nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten Repressalien ausgesetzt. Die Gemeinschaftsschule wurde im Sommer 1933 aufgelöstLübecker Volksbote vom 13. April 1933 (Digitalisat); zum Herbst wurde Richelsen an die 4. St.-Lorenz-Schule zwangsversetzt und herabgestuft. Im März 1934 erfolgte die Versetzung in den Ruhestand nach § 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums.Martin Schumacher: M.d.L., das Ende der Parlamente 1933 und die Abgeordneten der Landtage und Bürgerschaften der Weimarer Republik in der Zeit des Nationalsozialismus: politische Verfolgung, Emigration und Ausbürgerung, 1933-1945: ein biographischer Index. Düsseldorf: Droste 1995, S. 128 Nr. 1010
rahmenlos|rechts Als im Zweiten Weltkrieg aufgrund des Kriegsdienstes ein Lehrermangel auftrat, wurde ihr 1941 die Wiedereinstellung gewährt. 1942 wurde sie auch wieder Mittelschullehrerin. Zum 1. April 1947 wurde sie zur Rektorin der Bernt-Notke-Mittelschule am Marquardplatz in St. Lorenz (bis 1934 St.-Lorenz-Mädchen-Mittelschule, heute Julius-Leber-Schule) befördert. Am 31. März 1956 ging sie in Pension.
Literatur Otto Wiehmann: Zur Einführung des Wahlrechts für Frauen in Lübeck (mit Kurzbiographien der weiblichen Bürgerschaftsmitglieder 1919-1933). in: ZVLGA 72 (1992), S. 230–240, hier S. 238 f. (Digitalisat). Martin Schumacher: M.d.L., das Ende der Parlamente 1933 und die Abgeordneten der Landtage und Bürgerschaften der Weimarer Republik in der Zeit des Nationalsozialismus: politische Verfolgung, Emigration und Ausbürgerung, 1933-1945: ein biographischer Index. Düsseldorf: Droste 1995, ISBN 3-7700-5189-0, S. 128 Nr. 1010.
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