Servilius Damocrates (SEG 2, 667 = IGR 4, 721.) war ein griechischstämmiger Arzt und medizinischer Dichter, der im mittleren bis späten 1. Jahrhundert n. Chr. in Rom tätig war.
Damocrates gilt als einer der bedeutendsten Pharmakologen und Rezeptautoren seiner Zeit und wird sowohl von Plinius dem Älteren als auch von Galenos mehrfach erwähnt und hoch geschätzt. Plinius bezeichnet ihn als e primis medentium („einer der ersten/angesehensten Ärzte“) und erwähnt ihn mehrfach in der Naturalis Historia.Plinius der Ältere, Naturalis Historia 1,29; 25,87; 24,43. Galenos nennt ihn mehrmals ἄριστος ἰατρός („bester Arzt“)Galenos, Über das Theriak an Piso. und zitiert ihn sehr häufig als wichtige Autorität in pharmakologischen Fragen.
Damocrates stammte, wie es scheint, ursprünglich aus Lydien. Er erlangte das römische Bürgerrecht und nahm den Gentilnamen Servilius an, vermutlich als Freigelassener oder Klient der gens Servilia, möglicherweise des Konsulars Marcus Servilius Nonianus. Besonders bekannt ist die Heilung der Considia, der Tochter des Marcus Servilius Nonianus. Plinius berichtet darüber: Considia litt unter einer schweren Erkrankung und verweigerte lange jede strenge Behandlung. Damocrates wandte stattdessen über längere Zeit Ziegenmilch an – und zwar ausschließlich von Tieren, die mit Mastix gefüttert wurden.Plinius der Ältere, Naturalis Historia 24,43; vgl. auch 25,87.
Plinius lobt Damocrates für die Entdeckung/Benennung der immerblühenden, brunnenkresseähnlichen Pflanze Hiberida, die an Ruinen wächst und – frisch mit Schmalz als Umschlag verwendet – chronische, versteckte Gelenk- und Hüftschmerzen (Rheuma) heilt, wenn man die Anwendung mit Bädern und Einreibungen kombiniert und alle 20 Tage wiederholt.Plinius der Ältere, Naturalis Historia 25,87–88.
Damocrates verfasste medizinische Schriften vor allem in jambischen Trimetern – eine ungewöhnliche poetische Form für Fachliteratur, die ihm den Ruf eines medizinischen Dichters einbrachte. Galen überliefert zahlreiche Titel und Fragmente: Pothikos,Galenos 12,889. 891. Philiatros,Galenos 13,40. KlinikosGalenos 13,349. und ein libellus de antidotis („Schrift über die Gegengifte“),Galenos 14,90. sowie weitere Werke über Antidota und Medikamente, aus denen Galenos umfangreich exzerpiert hat.
Galenos nutzte Damocrates’ Texte sehr intensiv in seinen pharmakologischen Büchern (bes. De compositione medicamentorum). Die Fragmente wurden später gesammelt und ediert, u. a. von: Ulco Cats Bussemaker in: Poetae bucolici et didactici, 1851, 99–132. Werner Studemund: Democratis poetae medici fragmenta selecta, 1888/89. Cajus Fabricius: Galens Exzerpte aus älteren Pharmakologen, 1972, 189ff.
Literatur
Prosopographia Imperii Romani (PIR) ² (2006) S 580.
Einzelnachweise
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