Carl Theodor Knüpffer (* in Klein St. Marien, Gouvernement Estland, Russisches Kaiserreich; † ) war ein lutherischer Pastor, Konsistorialassessor und Landtagsprediger in Estland.
Leben und Wirken Theodor Knüppfer war ein Sohn des Pfarrers Carl Magnus Knüpffer (1785–1863) in Klein St. Marien und von Anna (1794–1870), einer Tochter des Majors Johann von Weiß. Er hatte dreizehn Geschwister, darunter den späteren Architekten Rudolf Otto von Knüpffer (1831–1900). Theodor Knüpffer besuchte das Domgymnasium in Dorpat und studierte seit 1842 evangelische Theologie in Dorpat.Axel von Gernet, Album Estonorum, Dorpat 1888, S. 58; mit Angaben zur theologischen Laufbahn Ab 1846 absolvierte er sein Übungsjahr bei seinem Vater in Klein St. Marien und wurde 1847 dessen Adjunkt. Seit 1848 leitete er die von ihm gegründete dortige Hilfs-Bibelgesellschaft und wurde 1852 zum Pastor in Klein St. Marien ordiniert.Hugo Richard Paucker, Ehstlands Geistlichkeit in geordneter Zeit- und Reihenfolge, 1848, S. 201 Zwischen 1853 und 1856 betreute er deutschsprachige Soldaten aus Russland im Krimkrieg als Feldprediger.
1863 kandidierte Theodor Knüpffer für das Amt des Generalsuperintendenten und wurde zusätzlich zum Prediger für den Estländischen Landtag ernannt.Eduard Paucker, 1883, S. 66, mit einigen biographischen Informationen 1865 wurde er zum geistlichen Assessor des estländischen evangelischen Konsistoriums durch den Minister des Innern ernannt. 1870 erkrankte er und starb 1871 im Alter von 48 Jahren.
Theodor Knüpffer erhielt das Predigerkreuz am Wladimirbande und die Medaille am Andreasbande zum Gedächtnis an den Krimkrieg sowie das Goldene Predigerbrustkreuz 1870. Von ihm erschienen mehrere Predigten im Druck, darunter zur Landtagseröffnung 1863 und zum 50-jährigen Gedenken an die Aufhebung der Leibeigenschaft für estnische Bauern (Bauernbefreiung) 1869 in estnischer Sprache.
Ehe und Nachkommen Theodor Luther war mit Pauline Luther (1828–1907), einer Tochter des Zeitungsherausgebers Dietrich Martin Luther verheiratet. Sie hatten neun Kinder.Robert Luther, Genealogia Lutherorum rediviva, Reval 1883, S. 72, mit Angaben zu den Kindern; auch Ludwig Schmidt, Luthers Seitenverwandte, Neustadt 1984, S. 213–214, mit detaillierten genealogischen Angaben Carl Theodor Luther BBLD; auch geni.com mit weiteren estnischen und deutschen Links
Georg (Martin) Knüpffer (1850–1901), Pastor in Ampel, dessen Söhne waren der Admiral Moritz Knüpffer (1882–1954) und der Journalist Arthur Knüpffer (1890–1961) (Karl) Arnold (Eduard) Knüpffer (1852–1902), Lehrer, Vorsitzender der Felliner Literarischen Gesellschaft Rudolf (Alexander Nicolai) Knüpffer (1854–1915), Oberlehrer in Reval (Charlotte) Marianne (Pauline) Knüpffer (1856–1870) Anna (Louise Ida) Knüpffer (1858–1942) (Adine) Alexandrine Knüpffer (1860–1924) Bertha (Elisabeth) Knüpffer (1862–1942) (Theodor Robert) Wilhelm Knüpffer (1864–1903), Gynäkologe, Gründer einer Frauenklinik in Reval, dessen Sohn Herbert Knüpffer (1897–1972) leitete eine Frauenklinik in Schweinfurt, dort wurde eine Straße nach ihm benannt Carl (Paul Otto) Knüpffer (1868–1922), leitender Chemiker in Schlüsselburg, Odessa und Dessau
Literatur H. F. Hoffmann: Carl Theodor Knüpffer Pastor zu Klein St. Marien. In: Mittheilungen und Nachrichten für die evangelische Kirche in Rußland. 1871. S. 33–37, ausführlicher Nachruf E. P. H. Paucker: Ehstlands Kirchen und Prediger seit 1848. Reval 1883. S. 66–67, mit detaillierten biographischen Informationen
Weblinks Carl Theodor Knüpffer Baltisches Biographisches Lexikon digital Theodor Luther Ajapaik, Foto
Einzelnachweise
Kategorie:Lutherischer Geistlicher (19. Jahrhundert) Kategorie:Generalsuperintendent (Gouvernement Estland) Kategorie:Prediger Kategorie:Evangelischer Militärseelsorger Kategorie:Person im Krimkrieg (Russisches Kaiserreich) Kategorie:Geboren 1823 Kategorie:Gestorben 1871 Kategorie:Mann