mini|hochkant|Ebo Taylor (2013) Ebo Taylor (bürgerlich Deroy Taylor; * 6. Januar 1936 in Cape Coast, Goldküste, jetzt Ghana; † 7. Februar 2026 in Saltpond) war ein ghanaischer Gitarrist, Sänger, Liedtexter, Produzent und Bandleader, der seit den 1960er-Jahren als bedeutender Vertreter des Highlife und als wichtiger Bezugspunkt für afrodiasporische Popmusik gilt.

Leben Taylor wurde 1936 in Cape Coast geboren und trat ab den späten 1950er-Jahren mit bedeutenden Highlife-Formationen wie The Stargazers und der Broadway Dance Band auf. Anfang der 1960er-Jahre lebte er in London, studierte an der Eric Gilder School of Music und arbeitete dort mit der afrikanischen Musikerszene, darunter Fela Kuti; 1965 kehrte er nach Ghana zurück und führte eigene Gruppen wie die New Broadway Dance Band und die Blue Monks an.

In Ghana wurde Taylor zugleich zu einem gefragten Arrangeur und Produzenten, und er arbeitete mit namhaften Künstlern wie Pat Thomas und C. K. Mann. Nach einer produktiven Solophase verlegte er seinen Schwerpunkt für längere Zeit auf die Studioarbeit für andere und auf den Unterricht an der University of Ghana.

2010 leitete sein international beachtetes Comeback mit dem Album Love & Death eine späte Karrierephase ein, die ihm ein neues Publikum erschloss. Im Jahr 2018 erlitt Taylor einen Schlaganfall; seither war seine Kommunikation auf Englisch eingeschränkt, weshalb sein Sohn und musikalischer Leiter Henry Taylor ihn in organisatorischen und kreativen Fragen zunehmend vertrat. 2022 absolvierte Taylor auf Einladung von Jazz Is Dead seine ersten US-Auftritte.

Taylor starb Anfang Februar 2026 im Alter von 90 Jahren in einem Krankenhaus in Saltpond. Einen Tag vor seinem Tod hatte er noch das Ebo Taylor Festival eröffnet.Ebo Taylor, Ghanaian Highlife Legend, Dies at 90. In: okayafrica.com. 8. Februar 2026. Abgerufen am 8. Februar 2026.

Wirken Als Komponist, Gitarrist und Sänger verband Taylor traditionelle ghanaische Rhythmen und Liedformen mit Jazz-Harmonik, Funk-Grooves und Elementen des entstehenden Afrobeat und trug so maßgeblich zur Popularisierung des Highlife in und außerhalb Ghanas bei. Seine ästhetische Entwicklung war von einer transatlantischen Wechselwirkung geprägt: In London arbeitete er eng mit der afrikanischen Musikszene, darunter Fela Kuti, zusammen, integrierte Jazz-Idiome in Highlife-Strukturen und prägte dadurch Klang und Selbstverständnis einer Generation ghanaischer Gruppen.

Mit Love & Death (2010) fand er international neue Beachtung und öffnete sich einem jüngeren Publikum von DJs, Produzenten und Sammlern. Es folgten Appia Kwa Bridge (2012) und Yen Ara (2018), die seine Verbindung von Fante-Traditionen, Highlife und Funk fortführten. 2025 veröffentlichte er mit Adrian Younge und Ali Shaheed Muhammad das Album Ebo Taylor JID022 in der Reihe Jazz Is Dead. Kritiken hoben dabei hervor, dass Taylor – nach dem Schlaganfall 2018 und ohne Gitarre – seine Musik vor allem stimmlich und konzeptionell anleitete, während sein Sohn Henry als Bindeglied im Studio fungierte.

Samples und Referenzen auf Taylors Arbeiten fanden in den 2010er-Jahren unter anderem in Titeln von Usher, den Black Eyed Peas und Vic Mensa Verwendungen und trugen wesentlich zu seiner weltweiten Wiederentdeckung bei. Über sechs Jahrzehnte galt er in Ghana und in der Diaspora als Brückenfigur zwischen traditionellen und modernen Klangwelten, deren Werk die Entwicklung populärer afrikanischer Musik stark beeinflusste.

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Einzelnachweise

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