Torkil Damhaug (geboren am 8. November 1958 in Lillehammer) ist ein norwegischer Schriftsteller, der v. a. für seine Kriminalromane bekannt ist. Für seine 2011, 2016 und 2022 erschienenen Romane wurde er mit dem Riverton-Preis ausgezeichnet. Damit war er der erste Autor, dem diese Auszeichnung dreimal verliehen wurde.

Leben

Damhaug wuchs in Lørenskog bei Oslo auf.Arve Henriksen: Rivertonprisen til Damhaug, in: Aftenposten, 20. März 2012; abgerufen am 3. Mai 2026. Nach eigenen Angaben prägte ihn ein kulturinteressiertes Elternhaus, in dem Literatur eine wichtige Rolle spielte. In seiner Jugend interessierte er sich eigenen Angaben zufolge insbesondere für Lyrik und Jazz.Verlagsinformationen: Torkil Damhaug er festivalforfatter under Krimfestivalen 2019, in: Boktips, 19. März 2019; abgerufen am 3. Mai 2026. Als wichtige literarische Inspiration seiner Jugend nennt Damhaug unter anderem Edgar Allan Poe, dessen Beschäftigung mit psychischen Abgründen und inneren Konflikten sein eigenes Schreiben beeinflusste.Charlotte Lunde: Det vondes problem, in: Tidsskriftet (Zeitschrift des norwegischen Ärzteverbands), 19. August 2019; abgerufen am 7. April 2026.

Nach dem Schulabschluss studierte er bis 1983 Literaturwissenschaft und Sozialanthropologie an der Universität Bergen. Anschließend studierte Damhaug Medizin an der Universität Oslo und legte 1991 das medizinische Staatsexamen ab. Danach arbeitete er 1991/92 als Arzt auf den Lofoten und später in psychiatrischen Einrichtungen in Akershus. Arve Henriksen: Rivertonprisen til Damhaug, in: Aftenposten, 20. März 2012; abgerufen am 24. Mai 2026. 2006 wurde er als Facharzt für Psychiatrie zugelassen. Seine psychiatrische Berufserfahrung prägte nach eigener Aussage auch seine literarische Arbeit, wobei er betonte, keine konkreten Fälle aus der klinischen Praxis in seinen Romanen zu verarbeiten.Charlotte Lunde: Det vondes problem in: Tidsskriftet (Zeitschrift des norwegischen Ärzteverbands), 19. August 2019; abgerufen am 7. April 2026.

Werk

Bereits während seines Medizinstudiums begann Damhaug mit der Arbeit an seinem ersten Roman. Dieser erschien 1996 unter dem Titel Flykt, måne (norwegisch für: Flucht, Mond). Darin begegnet eine Psychiaterin einem jungen Mann, der bewusstlos aufgefunden wurde und sich nicht an seine Identität erinnern kann. Deichmanske bibliotek: Flykt, måne; abgerufen am 24. Mai 2026.

Mit Døden ved vann (deutsch: Die Netzhaut) gelang Damhaug 2008 der Durchbruch bei Kritikern und Lesepublikum.Hans H. Skei: Torkil Damhaug, in: Store norske leksikon (online), 2009/2024; abgerufen am 24. Mai 2026. Für den Kriminalroman Ildmannen (deutsch: Feuermann) erhielt Damhaug den Riverton-Preis 2011. Der Roman behandelt eine Serie von Brandanschlägen in Lillestrøm und verbindet die Ermittlungen mit Themen wie verdrängter Vergangenheit, psychischen Traumata sowie kulturellen und sozialen Konflikten.Pål Gerhard Olsen: Syke sjeler og stor kjærlighet, in: Aftenposten, 28. November 2011; abgerufen am 24. April 2026. 2016 veröffentlichte Damhaug den Kriminalroman En femte årstid (deutsch: Der Kreis aller Sünden), der ebenfalls mit dem Riverton-Preis ausgezeichnet wurde. Im Mittelpunkt steht eine Serie von Todesfällen und Ermittlungen im fiktiven Ort Hammerdal. Thematisiert werden dabei generationsübergreifende Gewalt, familiäre Traumata sowie Korruption innerhalb der Polizei.Den norske Forfatterforening: Riverton-Preis an Torkil Damhaug; abgerufen am 26. April 2026. Sein 2022 erschienener Roman Hund uten grav (norwegisch für: Hund ohne Grab), der unter anderem Themen wie Internettrolle, die #MeToo-Debatte und Rassismus aufgreift, brachte ihm seinen dritten Riverton-Preis ein.Hans H. Skei: Torkil Damhaug, in: Store norske leksikon (online), 2009/2024; abgerufen am 13. April 2026.Rivertonklubben: Rivertonprisen 2022, 15. März 2023; abgerufen am 13. April 2026. Der 2024 erschienene Roman Forræderen (norwegisch für: Verräter) spielt 1979 in Bergen und handelt von einem jungen Medizinstudenten, der in einer alternativen Wohngemeinschaft lebt. Zentrale Elemente sind Erinnerungen an Jugend, Freiheitsvorstellungen und prägende Begegnungen.Rezension von Ola Hegdal: Fred, sex og forræderi, in: Norsk rikskringkasting, 3. Oktober 2024; abgerufen am 24. Mai 2026.

Auszeichnungen

2011 – Riverton-Preis für IldmannenFür die Auszeichnungen mit dem Riverton-Preis siehe Rivertonklubben: Liste der Preisträger; abgerufen am 26. Mai 2026. 2016 – Riverton-Preis für En femte årstid 2022 – Riverton-Preis für Hund uten grav

Veröffentlichungen (Auswahl)

Flykt, måne. Cappelen Damm, Oslo 2009, ISBN 978-82-02-29782-4. (Erstausgabe: Cappelen, Oslo 1996) Syk rose. Cappelen Damm, Oslo 2009, ISBN 978-82-02-29781-7. (Erstausgabe: Cappelen, Oslo 1999) Overlord. Cappelen, Oslo 2006, ISBN 978-82-02-26369-0. Se meg, Medusa. Cappelen, Oslo 2007, ISBN 978-82-02-27664-5. deutsch: Die Bärenkralle. Aus dem Norwegischen übertragen von Knut Krüger. Droemer, München 2009, ISBN 978-3-426-19836-0. Døden ved vann. Cappelen Damm, Oslo 2008, ISBN 978-82-02-28964-5. deutsch: Die Netzhaut. Aus dem Norwegischen übertragen von Knut Krüger. Droemer, München 2010, ISBN 978-3-426-19874-2. Ildmannen. Cappelen Damm, Oslo 2011, ISBN 978-82-02-36473-1. deutsch: Feuermann. Aus dem Norwegischen übertragen von Knut Krüger. Knaur, München 2014, ISBN 978-3-426-50580-9. Sikre tegn på din død. Cappelen Damm, Oslo 2013, ISBN 978-82-02-42131-1. deutsch: In der Schusslinie. Aus dem Norwegischen übertragen von Knut Krüger. Knaur, München 2015, ISBN 978-3-426-51615-7. En femte årstid. Cappelen Damm, Oslo 2016, ISBN 978-82-02-51230-9. deutsch: Der Kreis aller Sünden. Aus dem Norwegischen übertragen von Knut Krüger. Knaur, München 2019, ISBN 978-3-426-52411-4. Glasshjerte. Cappelen Damm, Oslo 2017, ISBN 978-82-02-56030-0. Se en annen vei. Cappelen Damm, Oslo 2019, ISBN 978-82-02-62599-3. Hund uten grav. Cappelen Damm, Oslo 2022, ISBN 978-82-02-71468-0. Forræderen. Cappelen Damm, Oslo 2024, ISBN 978-82-02-84191-1. Kismat (mit Abid Raja). Cappelen Damm, Oslo 2025, ISBN 978-82-0287413-1.

Literatur

Hans H. Skei: Torkil Damhaug, in: Store norske leksikon (online), 2009/2024.

Weblinks

. Literatur von und über Torkil Damhaug im Katalog des norwegischen Bibliothekssystems BIBSYS.

Anmerkungen

Kategorie:Geboren 1958 Kategorie:Norweger Kategorie:Person (Lillehammer) Kategorie:Absolvent der Universität Oslo Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Norwegisch) Kategorie:Literatur (Norwegen) Kategorie:Kriminalliteratur Kategorie:Riverton-Preisträger Kategorie:Mann