Bryum pallescens (deutsch Bleiches Birnmoos) ist eine Laubmoos-Art aus der Familie Bryaceae. Ein häufiger vorkommendes Synonym ist Ptychostomum pallescens (Schleich. ex Schwägr.) J.R.Spence.

Merkmale Bryum pallescens bildet lockere bis dichte, grüne bis goldgelbe oder goldbraune Rasen. Die Pflanzen sind bis 3 Zentimeter groß, etwas schopfig beblättert und unten dicht rhizoidfilzig. Die Blätter sind eiförmig-lanzettlich bis lanzettlich, zirka 1,5 bis 3 Millimeter lang, allmählich in eine längere Spitze verschmälert, trocken etwas gedreht und feucht aufrecht abstehend. Der Blattgrund läuft am Stämmchen nicht oder nur wenig herab. Die Blattränder sind bis weit hinauf zurückgebogen oder zurückgerollt, ganzrandig, nur an der Spitze können sie gezähnelt sein. Die Blattrippe ist kräftig und tritt als kürzere oder längere Spitze aus. Die Laminazellen sind in der Blattmitte schmal sechseckig bis rhombisch, etwa 14 bis 22 Mikrometer breit und mäßig dickwandig. Am Blattgrund sind die Zellen rötlich gefärbt. An den Blatträndern bilden etwa 3 bis 5 Reihen von schmalen, verlängerten und dickwandigen Zellen einen deutlich abgesetzten, einzellschichtigen Saum.

Die rote bis braune Seta trägt die waagrechte bis hängende, schmal ellipsoidische bis schmal birnenförmige, hellbraune bis dunkelbraune Kapsel. Die Zilien des inneren Peristoms sind lang, knotig oder oft mit Anhängseln. Sporen sind etwa 18 bis 22 Mikrometer groß und papillös. Sporenkapseln sind gewöhnlich vorhanden. Wie bei mehreren anderen Bryum-Arten sind reife Kapseln für eine sichere Bestimmung unverzichtbar.

Die Geschlechterverteilung ist einhäusig, wobei Antheridien und Archegonien entweder zusammen in einem Gametangium stehen (synözisch) oder auf einer Pflanze in verschiedenen Gametangiumständen getrennt sind (autözisch). Von manchen Autoren wurde die synözische Form als eigene Art Bryum lonchocaulon Müll. Hall. betrachtet. In neueren Florenwerken wird diese Trennung allerdings meist nicht vorgenommen.

Standortansprüche Die Art wächst an lichtreichen bis halbschattigen, basenreichen, kalkhaltigen oder kalkarmen, trockenen oder feuchten, seltener nassen Standorten. Sie besiedelt Kalk- und Silikatfelsen, Mauern und Beton, Erde, Gesteinsrohboden, Kies, Feinschutt oder Sand.

Verbreitung In Deutschland kommt die Art in den Mittelgebirgen selten oder zerstreut vor, wobei der Kenntnisstand über die Verbreitung lückenhaft ist. In Österreich ist die Art in den Zentralalpen häufig, in den Nord- und Südalpen zerstreut und in den übrigen Gebieten selten. Auch in der Schweiz ist sie in den Alpen häufig, im Jura und Mittelland seltener. Die Höhenverbreitung reicht von der kollinen Stufe bis gegen 3000 Meter Höhe.

In Europa ist das Moos weit verbreitet, von Spitzbergen im Norden bis ins Mittelmeergebiet im Süden. Neben den europäischen gibt es Vorkommen in Asien, Afrika, Nord-, Mittel- und Südamerika und in Neuseeland.

Literatur und Quellen Martin Nebel, Georg Philippi (Hrsg.): Die Moose Baden-Württembergs. Band 2: Spezieller Teil, (Bryophytina II, Schistostegales bis Hypnobryales). Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3530-2. Berg, C., Köckinger, H., Kropik, M., Pöltl, M., Schröck, C. & Zechmeister, H. G. [Hrsg.] 2025. Moosflora von Österreich, Band 2. Verlag des Naturwissenschaftlichen Vereins für Kärnten, Klagenfurt am Wörthersee. ISBN 978-3-85328-108-6. Bryum pallescens in www.swissbryophytes.ch, Stand 7. Februar 2026

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