mini|hochkant|Patrizisches Stammwappen der Schwartz in Siebmachers Wappenbuch Schwartz (auch Schwarz, Schwartzer o. ä.) ist der Name eines mehrfach nobilitierten schwedisch-deutschen Patrizier- und Briefadelsgeschlechts.
Die Familie ist zu unterscheiden von dem lippischen Uradelsgeschlecht Schwartz, dem Dortmunder Patrizier- und Adelsgeschlecht Schwarte und dem Münsteraner Patrizier- und Adelsgeschlecht Swarte.
Geschichte Ursprünge und Linien in Vorpommern Das Geschlecht findet sich zunächst als Patriziergeschlecht in Greifswald. Die Stammreihe beginnt mit dem in Franken geborenen Henning Schwartz, der 1470–1489 als Bürger in Greifswald erwähnt wird. Später war er Ratsherr in Wolgast. Sein Sohn Carsten Schwartz († 1539/40) war Ratsherr in Greifswald.Von Schwartzer Nr. 1742 auf adelsvapen.com (schwedisch), abgerufen am 8. Februar 2026. Christian Schwarz (1610–1679), zweiter Sohn des Ratsherrn und späteren Bürgermeisters von Greifswald, Christian Schwarz (1581–1648), wurde am 21. Februar 1655 zum Stralsunder Bürgermeister gewählt. 1671 wurde er zum königlich-schwedischen Landrat ernannt. Am 20. Dezember 1673 erhob ihn König Karl XI. in den schwedischen Adelsstand ("von Schwartzer"). Seine Schwester Sibylla Schwarz (1621–1638) war eine Dichterin des Barock. Nicolaus von Schwarz war 1700 schwedisch-pommerscher Hofgerichtsrat. Auch der königlich-dänische Oberst Josua Jacob Freiherr von Schwartz († 1702) gehörte zur Familie.Ledebur (1856), S. 421.Kneschke (1868), S. 387. In Schweden wurde die Familie 1723 unter der Nr. 1742 immatrikuliert. Georg von Schwartz war 1729 Besitzer von Karzig, Kicker, Schwarzow, Strelowhagen und Wolchow im Daber-Naugard-Dewitzschen Kreis. Albert Georg Schwartz (1687–1755), Professor der Philosophie und Geschichte in Greifswald, wurde am 20. Mai 1747 in den Reichsadelsstand erhoben.AT-OeStA/AVA Adel RAA 385.20.Ledebur (1858), S. 342.
In Schwedisch-Pommern war die Familie bis in das 19. Jahrhundert ansässig. Noch 1806 war Malte Gustav Adolf von Schwartzer (1783–1845) dort begütert.Mülverstedt (1894), S. 89. Nach der 1815 erfolgten Übergabe Pommerns an Preußen wanderte dieser nach Schweden aus. Mit seinem Tod am 20. November 1845 starben die Schwartzer in Schweden aus. Sein Bruder Adolf Christian Fredrik von Schwartzer (1790–1849) dagegen blieb im nun preußischen Pommern. Er starb am 9. September 1849 in Stralsund. Seine Tochter Hildegard Johanna Teresia von Schwartzer (* 19. April 1840 in Stralsund; † 6. April 1908 in Dresden), verheiratet mit dem preußischen Oberstleutnant Card Eduard Birkenstock, war die Letzte der pommerschen Linie.
Adelige Linie im Braunschweigischen Laut Leopold von Ledebur und Ernst Heinrich Kneschke gehört auch der eine braunschweigische Linie begründende königlich-dänische Staatsrat Johann Friedrich von Schwartz (1733–1807), der am 12. September 1801 von Kaiser Franz II. ein Reichsadelsdiplom erhielt,AT-OeStA/AVA Adel RAA 385.22. zur Familie. Am 14. Januar 1844 erhielt dessen Sohn, der braunschweigische Landdrost Karl August von Schwartz (Landdrost) (1764–1844), ein Bestätigungsdiplom. Die Nachkommen waren in Braunschweig rittersässig.Hildebrandt (1869), S. 9. Die Familie saß u. a. auf der Domäne Hessen in Braunschweig und zu Rimmerode im heutigen Einbeck-Bentierode, Landkreis Northeim.Hefner (1862), S. 26. Zur braunschweigischen Linie gehören u. a.:GGT (1907), S. 709 ff.
Zur detaillierten Stammliste siehe:
Wappen
Blasonierung des patrizischen Stammwappens In Silber ein mit roter Stirnbinde versehener Mohrenkopf (en face oder im Profil) zwischen zwei roten Hirschstangen. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Helmdecken der Mohrenkopf.
Blasonierung des Wappens von 1673 In Silber ein Mohr im Kniestück, mit einem umgehängten Köcher, einen Bogen mit aufgelegtem Pfeil spannend, bekleidet mit rot-blau geschachter Schürze, das Haupt mit einer blau-roten Federkrone besteckt. Auf dem blau-silbern-rot bewulsteten Helm mit blau-roten Decken die Schildfigur.
Blasonierung des Wappens von 1747 Von Silber und Gold gespalten. Vorne eine silbern gewandete Mohrin mit Perlenohrring und einem roten flatternden Stirnband wachsend aus einem roten Hirschgeweih (= Stammwappen), hinten auf grünem Grund ein schwarzer Bär mit goldenem Halsband mit Ring, der an einen an der Spaltlinie halbierten Baumstamm springt. Auf dem silbern-schwarz-golden bewulsteten Helm mit rechts schwarz-silbernen und links schwarz-goldenen Helmdecken das Bild aus dem vordenen Feld.
Blasonierung des Wappens von 1801 In Schwarz eine goldene Rose. Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken eine wachsende Mohrin mit Schurz von silbernen und roten Federn, in der Rechten die Rose haltend.
Das Wappen wurden dem der gleichnamigen, zum lippischen Uradel zählenden, 1715 ausgestorbenen Schwartz nachgebildet. Kneschke beschreibt das Wappen der braunschweigischen Schwartz fälschlicherweise wie das Wappen der lippischen Schwartz. Der Hamburger Senator Ferdinand von Schwartz führte 1815 den Schild goldbordiert.Seyler (1888), S. 88.
Literatur Otto Titan von Hefner: Neues Wappenbuch des blühenden Adels im Königreiche Hannover und im Herzogtume Braunschweig. München 1862, S. 26 (Google Bücher) und Tfl. 29 (Google Bücher). Otto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, 3. Band (M–Spaun), Regensburg 1865, S. 369 (Google Bücher). Otto Titan von Hefner, Alfred Grenser, George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 2. Abt., Bd. 1, T. 2: Der blühende Adel des Königreichs Preußen: Edelleute M–Z, Nürnberg 1878, S. 371 f. (uni-goettingen.de) und Tfl. 420 (uni-goettingen.de). Adolf Matthias Hildebrandt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 2 (Blühender Adel deutscher Landschaften), 2. Abt.: Der Adel des Herzogthums Braunschweig, Nürnberg 1869, S. 9 (uni-heidelberg.de) und Tfl. 7 (uni-heidelberg.de). Carl Arvid von Klingspor: Sveriges ridderskaps och adels vapenbok, Upsala 1890, Tfl. 129 (digitale-bibliothek-mv.de) und S. 47 (digitale-bibliothek-mv.de) (schwedisch). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 8: Saackhen, Wailckhl v. Saackhen – Steinhauer zu Bulgarn. Leipzig 1868, S. 387 (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 421 (digitale-sammlungen.de); Band 3: T–Z, Berlin 1858, S. 342 (digitale-sammlungen.de). George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 6 (Abgestorbene, erloschene Geschlechter), 9. Abt.: Ausgestorbener preußischer Adel, Provinz Pommern, Nürnberg 1894, S. 88 f. (uni-goettingen.de) und Tfl. 55 (uni-goettingen.de). Gustav Adelbert Seyler: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 5 (Bürgerliche Geschlechter Deutschlands und der Schweiz), 3. Abt.: Zweitausend bürgerliche Wappen, Nürnberg 1888, S. 88 (uni-goettingen.de) und Tfl. 96 (uni-goettingen.de). Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser, 1. Jg., 1907, S. 709–712 (Goole Bücher). Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser: Alter Adel und Briefadel, Justus Perthes, Gotha 1939, S. 561. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XIII, Band 128, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 2002, S. 187.
Weblinks Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/AVA Adel RAA 385.20 Schwartz, Albrecht Georg, Professor der Philosophie und Geschichte in Greifswald, Adelsstand, "von", 1747.05.20. AT-OeStA/AVA Adel RAA 385.22 Schwartz, Johann Friedrich, königlich dänischer Staatsfinanzminister, Adelsstand, "von", privilegium denominandi, Lehenbesitzfähigkeit, 1801.09.12. Von Schwartzer Nr. 1742 auf adelsvapen.com (schwedisch).
Einzelnachweise
Kategorie:Schwedisches Adelsgeschlecht Kategorie:Niedersächsisches Adelsgeschlecht