mini|Ferdinand Bischoff Ferdinand Franz Xaver Bischoff (* 24. April 1826 in Olmütz/Olomouc; † 16. August 1915 in Graz) war ein österreichischer Rechtshistoriker und Hochschullehrer.Bischoff, Ferdinand Franz Xaver. In: Bernhard A. Reismann, Franz Mittermüller: Stadtlexikon (= Geschichte der Stadt Graz, Bd. 4). Eigenverlag der Stadt Graz, Graz 2003, S. 47, ISBN 3-902234-02-4; G. Wesener: Bischoff, Franz. In: Österreichisches Biographisches Lexikon ab 1815 (Online, abgerufen am 8. Februar 2026).

Leben und Wirken Ferdinand Bischoff studierte Rechtswissenschaft an der Palacký-Universität Olmütz und promovierte dort 1850 zum Dr. jur. Bereits 1851 habilitierte er sich an dieser Hochschule für das Gebiet der deutschen Rechtsgeschichte sowie für österreichisches Bergrecht. Zunächst lehrte er dort als Privatdozent, außerdem am Theresianum in Wien. 1854 erweiterte er seine Habilitation an der Universität Wien für das österreichische Zivilrecht. 1855 übernahm er eine Professur an der Universität Lemberg (ab 1858 als Ordinarius). Im Jahre 1865 übernahm er als Nachfolger von Georg Sandhaas eine Berufung auf eine Professur an der Universität Graz, die er bis zu seiner Emeritierung 1897 innehatte. In zwei Amtsperioden war er Rektor dieser Universität (1871/72 und 1885/86). 1875 wurde er korrespondierendes Mitglied der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien. 1893 wurde er zum Hofrat ernannt. 1910 wurde er mit der Ehrendoktorwürde der Universität Graz ausgezeichnet.

Neben seinen Veröffentlichungen und Arbeiten im Bereich der deutschen bzw. österreichischen Rechtsgeschichte (insbesondere Stadtrecht und Weistümer) war Bischoff ein bedeutender Förderer der Musikwissenschaft und des Musiklebens in Graz bzw. der Steiermark. Außerdem sammelte er Musikhandschriften und trat selbst als Musiker und Dirigent auf.Renate Federhofer-Königs, Wolfgang Suppan: Ferdinand Bischoff (1826–1915), der Musiker und Musikhistoriker. In: Zeitschrift des Historischen Vereins für Steiermark, Bd. 102 (2011), S. 175–224 (PDF).

Veröffentlichungen (Auswahl) Deutsches Recht in Olmütz. Ein rechtsgeschichtliches Fragment. Slawik, Olmütz 1855. (Bearb.): Österreichische Stadtrechte und Privilegien mit Literaturangaben und Anmerkungen. Braumüller, Wien 1857. Das alte Recht der Armenier in Lemberg. Gerold, Wien 1862. Beiträge zur Geschichte des Magdeburgerrechts. Gerold, Wien 1865. (Bearb.): Steiermärkisches Landrecht des Mittelalters. Leuschner & Lubensky, Graz 1875. Über das älteste Olmützer Stadtbuch. Gerold, Wien 1877. Beiträge zu Geschichte des süddeutschen Bergrechts. In: Zeitschrift für Bergrecht, Bd. 38 (1880), S. 172–198. (Hrsg.): Steirische und Kärnthische Taidinge (= Österreichische Weistümer, Bd. 6). Braumüller, Wien 1881. Das Pettauer Stadtrecht vom Jahre 1876. Gerold, Wien 1886. Beiträge zur Geschichte der Musikpflege in der Steiermark. Historischer Verein für Steiermark, Graz 1889. Chronik des Steiermärkischen Musikvereines. Festschrift zur Feier des fünfundsiebenzigjährigen Bestandes des Vereines. Verlag des steiermärkischen Musikvereins, Graz 1890.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Rechtshistoriker (19. Jahrhundert) Kategorie:Rechtshistoriker (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Graz) Kategorie:Rektor (Universität Graz) Kategorie:Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Absolvent der Palacký-Universität Olmütz Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Person (Kaisertum Österreich) Kategorie:Geboren 1826 Kategorie:Gestorben 1915 Kategorie:Mann