Johann Christoph Kienlen (getauft 14. Dezember 1783 in Ulm, Oberschwaben; † 7. Dezember 1829 in Dessau, Fürstentum Anhalt-Dessau) war ein deutscher Komponist, Kompositionslehrer und Gesangspädagoge.

Leben Johann Christoph Kienlen war Sohn des Ulmer Stadtmusikus Johann Nikolaus Kienlen († 1807). Bereits 1791, 1795 und 1799 trat er als musikalisches Wunderkind am Klavier und als Sänger in Erscheinung. Wohlhabende Gönner ermöglichten ihm nach Besuch des Ulmer Gymnasiums Studien in München (1802) und 1803 bis 1806 in Paris bei Luigi Cherubini.Zeugnis für Johann Christoph Kienlen von Luigi Cherubini, 8. Januar 1807, Digitalisat, Stadtarchiv Ulm Anschließend fungierte er kurzzeitig als Stadtmusikdirektor in seiner Heimatstadt Ulm, um 1809 nach Paris zurückzukehren, gefolgt von Aufenthalten in München, wo ihm der Titel eines Königlich bayerischen Musikdirektors verliehen und 1811 sein Singspiel Claudine von Villa Bella uraufgeführt wurde, dann in Stuttgart und Wien. Dort wurde Franz Xaver Schnyder von Wartensee sein Kompositionsschüler. Dieser folgte ihm nach Baden bei Wien, wo Kienlen als Musikdirektor am Privattheater des Baron Zinnicq sowie in Pressburg wirkte. 1815 kehrte Kienlen nach Wien zurück und lebte ab 1817 in Berlin, zunächst ohne feste Stellung, dann ab 1823 als Gesangslehrer der königlichen Oper.

In den letzten Jahren folgte nach einem Aufenthalt in Ulm 1827 1827/28 eine Anstellung als Musikdirektor oder Chor-Repetitor am Staatstheater Augsburg. 1829 war er kurzzeitig Musikdirektor am Theater in Magdeburg.Biograph. Angaben der Weber-Gesamtausgabe 1828 soll er eine Sinfonie für den Fürsten Anton Heinrich Radziwill in Posen komponiert haben.vgl. Steffen Schure: Die Geschichte des Stadtmusikantentums in Ulm (1388–1840). Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm, Bd. 31. Stuttgart, W. Kohlhammer, 2007, ISBN 3-17-019503-4, S. 50 1829 verstarb er verarmt in Dessau.

Werk Kienlen schuf Singspiele und Opern, darunter Claudine von Villa Bella nach Johann Wolfgang von Goethe,Angaben bei operone.de Schauspielmusik, zwei Klaviersonaten und etwa 80 Klavierlieder, vielfach auf Texte von Goethe.

Literatur Ernst Holzer: Ein vergessener schwäbischer Musiker. Die Musik, 8/3 (1908–9), S. 145–151. Steffen Schure: Die Geschichte des Stadtmusikantentums in Ulm (1388–1840). Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm, Bd. 31. Stuttgart, W. Kohlhammer, 2007, ISBN 3-17-019503-4, S. 50.

Einzelnachweise

Weblinks

Kienlen, Johann Christoph: Zwölf Lieder von Göthe mit Begleitung des Piano-Forte, Leipzig, 1810 (?), Digitalisat

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