mini|Antonio Cabral Bejarano: Selbstporträt (1851) Antonio Cabral Bejarano (* 31. Oktober 1798 in Sevilla; † 1. August 1861 ebenda) war ein spanischer Maler, Zeichner, Restaurator und Kunstfunktionär des 19. Jahrhunderts. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der romantischen Malerei in Sevilla sowie als wichtiger Vertreter des andalusischen Costumbrismo.

Leben Antonio Cabral Bejarano wurde 1798 in Sevilla geboren. Er war der Sohn des Malers Joaquín Cabral Bejarano und der Vater der ebenfalls künstlerisch tätigen Rafael, Francisco, Juan und Manuel Cabral y Aguado Bejarano. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er zunächst im Atelier seines Vaters und anschließend an der Escuela de Bellas Artes in Sevilla. Ab 1825 war er dort als Lehrer für perspektivische Darstellung tätig und wurde 1850 zum Direktor der Schule ernannt. 1836 wurde er Ehrenmitglied der Real Academia de Bellas Artes de San Fernando in Madrid. Er war Mitinitiator und erster Direktor des im Jahr 1838 gegründeten Museo Provincial de Sevilla, dem heutigen Museo de Bellas Artes de Sevilla. Dort kopierte und restaurierte er zahlreiche Gemälde. 1850 wurde er Mitglied der Academia de Bellas Artes von Sevilla und war zudem Mitbegründer des Liceo Artístico der Stadt. Aufgrund seines hohen Ansehens, das er unter anderem durch seine liberale politische Haltung erlangte, erhielt Cabral Bejarano zahlreiche offizielle Aufträge von städtischen Institutionen und von der spanischen Krone. Er starb 1861 in Sevilla.

Werk mini|Antonio Cabral Bejarano: Una bolera (1842) Das künstlerische Werk von Antonio Cabral Bejarano umfasst Porträts, religiöse Darstellungen, Historienbilder und Szenen des andalusischen Alltagslebens. Er war außerdem als Zeichner, Illustrator und Restaurator tätig. Bereits in jungen Jahren erhielt er bedeutende Aufträge, darunter 1819 den Entwurf des Katafalks für das Totenamt der Königin Isabel de Braganza in der Kathedrale von Sevilla sowie ein lebensgroßes Reiterporträt von König Fernando VII., das heute als verschollen gilt. Antonio Cabral Bejarano wirkte an der Ausgestaltung mehrerer Theater und Kirchen in Sevilla mit, darunter das Teatro Principal und das Teatro de San Fernando sowie kirchliche Bauten wie das Colegio dominicano de Regina und das Kloster La Trinidad. Ein Teil dieser Arbeiten ist nicht erhalten. Im Jahr 1844 entwarf er zudem die Fassade und das Portal eines nicht näher identifizierten Theaters.

Besondere Bedeutung kommt seinen Milieustudien und Genrebildern zu, mit denen er neben José Domínguez Bécquer zur Verbreitung des andalusischen Costumbrismo beitrug. Dabei griff er häufig auf literarische Vorlagen, etwa von Miguel de Cervantes, zurück. So entstand sein 1847 entstandenes Gemälde El patio de Monipodio nach einer Episode aus Rinconete y Cortadillo.

Große Anerkennung fanden seine Porträts, die ihn als sorgfältigen und präzisen Zeichner ausweisen. In seinen religiösen Werken orientierte er sich häufig an Bartolomé Esteban Murillo oder fertigte Kopien nach dessen Vorbildern an, darunter 1841 zwei Kopien der Heiligen Justa und Rufina. Als Illustrator lieferte er Zeichnungen für zeitgenössische Publikationen und arbeitete auch als Stecher.

Literatur

Allgemeines Künstlerlexikon – Internationale Künstlerdatenbank – Online. Herausgegeben von: Andreas Beyer, Bénédicte Savoy und Wolf Tegethoff, De Gruyter 2009. Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 3: Bülow – Cossin. Paris, 2006. Enrique Valdivieso: Historia de la pintura sevillana: siglos XIII al XX, Universidad de Sevilla, Sevilla, 1986. Aurora Reina Palazón: La pintura costumbrista en Sevilla (1830–1870), Diputación de Sevilla. Servicio de Archivo y Publicaciones, Sevilla, 2013.

Weblinks

Museo Carmen Thyssen Málaga

Einzelnachweise

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