mini|Batya Ungar-Sargon (2024) Batya Ungar-Sargon (* 1981 in Philadelphia) ist eine US-amerikanische Publizistin und Kommentatorin. Sie erlangte in den 2020er Jahren größere Bekanntheit als Repräsentantin der „linken“ Fürsprecher der MAGA-Bewegung.

Leben und Tätigkeit Ungar-Sargon ist eine Tochter des Neurologen Julian Ungar-Sargon. Sie wurde in Philadelphia geboren, wuchs zeitweise in Israel auf und studierte an der University of Chicago, die sie 2004 mit einem Bachelor-Abschluss im Fach Englisch verließ. 2013 erhielt sie einen Ph.D.-Abschluss im Fach Englisch an der University of California. Ihre Dissertation befasste sich mit der Frage, wie Vergewaltigung und Kolonialismus als Erfahrungshorizonte zur Entstehung der modernen englischsprachigen Belletristik beitrugen.

Ende der 2010er Jahre begann Ungar-Sargon als Journalistin und politische Analystin zu arbeiten. Sie befasste sich in ihren frühen Veröffentlichungen u. a. mit Themen, wie den Rechten undokumentierter Immigranten in den Vereinigten Staaten und den Sichtweisen des liberalen Teils der US-Bevölkerung auf Israel und amerikanische Juden.Siehe exemplarisch "Immigrants' Fate Depends on Access to Lawyers", in: WNYC vom 28. Dezember 2015; sowie "How the Israel Lobby Captured Hillel" in: Foreign Policy vom 23. November 2025.

2017 wurde Ungar-Sargon Meinungskolumnistin bei der Zeitschrift The Forward. Während ihrer Tätigkeit für diese Publikation wurde ihr wiederholt von Kritikern vorgeworfen, Anschuldigungen gegen Dritte, sich antisemitischer Haltungen oder Äußerungen schuldig gemacht zu haben, als Waffe gegen ihr ideologisch unliebsame Personen zu instrumentalisieren, indem sie diese ohne substantiierte Grundlage vorgebracht hat, sowie rechtsgerichtete und zionistische Voreingenommenheiten bei ihrer redaktionellen Arbeit an den Tag zu legen.What happend to The Forward? In: Columbia Journalism Review. 5. Februar 2020;The Forward’s ‘Both Sides’ Approach Has Failed. In: Jewish Currents. 19. Mai 2019.

Nach ihrem Ausscheiden bei The Forward war sie für verschiedene andere Publikationen und Outlets, wie Daily Beast, The Free Press, Foreign Policy, Los Angeles Times, The New Republic, New Yokr Times, Washington Post und New York Review of Books tätig.

Seit den frühen 2020er Jahren tritt Ungar-Sargon zudem häufig als Interviewgast oder Kommentatorin in politischen Sendungen des US-Fernsehens (so u. a. bei NBC, MSNBC), im Radio (NPR) und in online veröffentlichten Programmen (The Hill Rising, Piers Morgan Uncensored) auf.

Aufmerksamkeit erlangte der 2019 von Ungar-Sargon erhobene Vorwurf gegen die Kongressabgeordnete Ilhan Omar, dass sie sich in einer öffentlichen Äußerung antisemitischer Stereotypen bedient habe, größere mediale Aufmerksamkeit.

2020 wurde Ungar-Sargon von der Anti-Defamation League und dem Aspen Institute für eine Civil Society Fellowship, d. h. für ein förderndes Stipendium ausgewählt.

2021 veröffentlichte Ungar-Sargon das Buch Bad News: How Woke Media Is Undermining Democracy, in dem sie die These verficht, dass die Medien sich in der Gegenwart in ihrer Berichterstattung von einer Perspektive leiten lassen würden, die Fragen der ethnischen Zugehörigkeit bzw. der sich aus der Zugehörigkeit zu bestimmten rassischen Minderheiten ergebenden Benachteiligung eine übermäßige Bedeutung zumessen würden, um so die Zustimmung eines wohlhabenden, gebildeten, großstädtischen Publikums zu erlangen, das ein großer Teil der Medien als seine Hauptzielgruppe ansehe.

Im September 2025 übernahm Ungar-Sargon die Moderation einer wochenendlichen Talksendung im Programm des Kabelnachrichtensenders NewsNation, die den Titel Batya on Saturdays trägt. Diese wird in den USA an Samstagen um 4.00 Uhr nachmittags ausgestrahlt.

Politische Positionen

Während sie sich in den 2010ern noch als Liberale im gängigen US-amerikanischen Verständnis des Begriffs identifizierte, hat sie sich seit den 2020er Jahren nachdrücklich von dieser Weltsicht distanziert. 2023 begann sie sich als linksgerichtete Populistin zu bezeichnen, wobei Kritiker die Akkuratheit dieser Selbstklassifizierung angezweifelt haben und sie eher als Verbreiterin von traditionell rechtskonservativen Positionen im US-amerikanischen Kontext ansehen. Ihr Selbstverständnis, eine linksorientierte Populistin zu sein, begründet sie damit, dass sie die Forderung erhebt, dass die politischen Entscheidungsträger den sozioökonomischen Interessen der arbeitenden Bevölkerung in stärkerem Maße Rechnung tragen müssten, als sie es gegenwärtig tun würden, wobei sie den etablierten linken Kräften in den Vereinigten Staaten vorgeworfen hat, dass sie dieses Ziel aus den Augen verloren habe und sogar behauptet, dass die populäre Rechte (speziell die MAGA-Bewegung) sich in jüngerer Zeit dem Ziel verschrieben habe, diesem Interesse zu seiner Geltung zu verhelfen. Im Februar 2023 erklärte sie in einer öffentlichen Stellungnahme ausdrücklich, dass es „in der Gegenwart eine rechtsgerichtete Position geworden sei, sich um die Klasseninteressen [der einfachen Leute] zu sorgen und dass der Linken anzugehören nicht länger damit einhergeht, dass einem an den Klasseninteressen [der einfachen Leute] etwas gelegen ist“ (caring about class is now a right-wing position, and that being on the left no longer means caring about class).The left has given up on ordinary Americans. In: Spiked. 15. Februar 2023.

Im Vorfeld der US-Präsidentschaftswhalen vom November 2024 rief Ungar-Sargon die jüdischgläubige Bevölkerung der Vereinigten Staaten dazu auf, für Donald Trump zu stimmen.Donald Trump, Inheritor of the Left and the American Jewish Legacy. In: Newsweek. 29. Oktober 2024.

Im März 2025 stellte Ungar-Sargon sich selbst schließlich in einer Fernsehsendung, in der sie auftrat, explizit als „MAGA Linke“ (MAGA leftist) vor. Sie lobte dabei Donald Trump dafür, dass er die Republikanische Partei von ihren (wie sie suggerierte: verfehlten) traditionellen Grundprinzipien des Sozialkonservativismus, der militärischen Intervention in anderen Ländern und des Freihandels weggeführt habe und sie, was zu begrüßen sei, auf entgegengesetzte Standpunkte bezüglich der entsprechenden Themen manövriert habe. Die Agenda der zweiten Regierung Trump beschrieb sie als sozial moderat, gegen Krieg gerichtet und freihandelsablehnend-protektionistisch. Die von Trump geführte Regierung nehme damit in zentralen Fragen traditionell linke Positionen ein.Who Is Batya Ungar-Sargon? In: Washington Monthly. 9. April 2025.

Schriften Coercive Pleasures: The Force and Form of the Novel 1719–1740, 2013. (Dissertation) Bad News: How Woke Media Is Undermining Democracy, New York City 2022. Second Class: How the Elites Betrayed America's Working Men and Women, New York City 2024.

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