Siméon Pierre Devaranne, auch Simon Peter Devaranne (* 23. April 1789 in Berlin; † 31. August 1859 ebenda) war ein deutscher Juwelier, Goldschmied, Fabrikant und akademischer Künstler.

Leben Siméon Pierre Devaranne entstammte einer durch das Edikt von Nanntes 1685 aus Frankreich vertriebenen adeligen Familie. Er war Sohn des Berliner Kaufmanns Pierre Devaranne und der Marie Elisabeth GeorgeFranz. ref. Friedrichstadtkirche Berlin, Taufen 1775–1798, Seitennummer 299. In: Ancestry.com. Deutschland, ausgewählte evangelische Kirchenbücher 1518–1921 machte von 1801 bis 1807 eine Lehre als Gold- und Silberarbeiter, ab 1814 selbständig tätig und ab 1817 als Juwelier und Goldarbeiter in der Jägerstraße 54 ansässig. Ab 1813 hatte er sein Juweliergeschäft in der Poststraße 12, wo er auf dem Hintergelände des damals weitläufigen Grundstücks um 1819 eine Werkstatt samt Gießerei einrichtete. Am 21. Februar 1829 wurde er vom Senat der Preußischen Akademie der Künste zum Akademischen Künstler ernannt.Protokolle der Sitzungen des Akademischen Senats … 1829. In: Preußische Akademie der Künste, Akte 77 Ab 1836 hatte er bis zu seinem Tod seine Fabrik feiner Eisenwaren in der Zimmerstraße 91. Um 1840 begann er auch Zinkguss zu produzieren.

Schon in den ersten Jahren seiner Tätigkeit widmete er sich mit besonderer Liebe der künstlerischen Gestaltung von Eisenschmuck und war neben seinem Konkurrenten Moritz Geiß der bedeutendste Hersteller von Eisenschmuck, dem sogenannten Berliner Eisen. Auf der Mainzer Industrieausstellung 1842 stellte er erstmals Werke in Zinkguss aus. Auf der Großen Gewerbeausstellung 1844 in Berlin war er mit ca. 300 Gegenständen aus Zinkguss vertreten und war, ebenso wie sein Konkurrent Geiß, Mitglied der Prüfungskommission. 1851 war er auf der Crystal Palace Exhibition mit filigranem Eisenschmuck und Zinkguss vertreten. Auf den Ausstellungen 1854 in München und 1855 in Paris stellte er Zinkgusswerke aus.

Neben seiner Tätigkeit als Künstler und Fabrikant, nahm er am gesellschaftlichen Leben teil. 1815 wurde er in die Freimaurerloge Pegase (Zum Pegasus) aufgenommen und wurde 1831 Meister vom Stuhl. Im Jahr 1841 wurde er Mitglied des Ordensrates und war auch einige Jahre Repräsentant auswärtiger Großlogen bei der Großen Landesloge. Zu seinem 25. Amtsjubiläum wurde ihm zu Ehren eine „Devaranne-Stiftung“ zur Unterstützung mittelloser Hinterlassener verstorbener Brüder gegründet. Von 1829 bis 1849 war er Mitglied des Berlinischen Künstler-Vereins. 1847 wurde er zum Stadtverordneten gewählt.

Familie Devaranne heiratete als Goldarbeiter am 26. Dezember 1809 Henriette Dauphine Zinke, Tochter eines Seidenappreteurs in Wien.Luisenkirche Charlottenburg, Trauungen 1787–1823, S. 149. In: Ancestry.com. Deutschland, ausgewählte evangelische Kirchenbücher 1567–1945 Das Paar hatte zehn Kinder. Die älteste Tochter, die in Wien geborene Marie Elisabeth (1811–1889), heiratete 1828 den Mathematiker und Ingenieur Adolf Brix. Der Sohn Carl Friedrich August Devaranne (1819–1854) war von 1842 bis 1844 Schüler bei Rauch und wurde Bildhauer. Der vier Jahre jüngere Sohn Joseph Friedrich Albert Devaranne (1823–1852) wurde Graveur und Medailleur und wurde 1850 in die Firma aufgenommen. Nach seinem Tod trat der ältere Bruder in die Firma ein. Nachdem auch er zwei Jahre später gestorben war, zog sich Siméon Pierre Devaranne weitgehend aus der Firma zurück, die nach seinem Tod 1859 aufgelöst wurde.

Werke (Auswahl) Ca. 1839: Mädchen mit Papagei, nach Entwurf von Heinrich Berges in Zink gegossen. Um 1840: Statuen der Apostel auf der Kathedrale in Helsinki Zwischen 1843 und 1855: Zinkgussteile (vermutlich auch Messingverkleidungen) für das Neue Museum. 1848: Kratervasen aus Zinkguss für das Orangerieschloss in Potsdam nach Modell von Friedrich Wilhelm Dankberg und Entwurf von Ludwig Ferdinand Hesse. Um 1850: Zwei Faun- und Panther-Gruppen in Zink gegossene für die Ildefonso-Gruppe im Gartenhof des Schlosses Glienicke (Nachguss von 2024)Skulpturenschmuck im Gartenhof des Schlosses Glienicke. In: Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten.

Publikationen 1845–1847: Sechs Hefte: Plastische Zinkguss-Arbeiten nach Entwürfen und Modellen bewährter Baumeister, Bildhauer und Zeichner unserer Zeit, so wie nach antiken Skulpturen und älteren und neueren Kunstwerken geformt und ausgeführt in der Zinkgiesserei für Kunst und Gewerbe von S. P. Devaranne, Akademischer Künstler, Zimmerstr. 91, und von demselben in genauer Abbildungen für Architekten, Bauhandwerker, Bauherren, Gewerbetreibende und alle für Kunst und Vervollkommnung des Geschmacks sich Interessirende herausgegeben und zur Anwendung gestellt

Literatur

Weblinks

Werke. In: Stadtmuseum Berlin Sammlung-online

Einzelnachweise

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