Christian Klar (* 1962 in Wien) ist ein österreichischer Mittelschuldirektor und war bis zu seinem Rücktritt ÖVP-Politiker.

Leben Christian Klar wurde 1962 in Wien geboren und ist seit 1988 im Schuldienst. Er unterrichtete zwölf Jahre als Lehrer für Mathematik, Geometrisches Zeichnen und Sport an der jüdischen Privatschule Lauder-Chabad in Wien. Seit 2012 ist er Schulleiter der Franz-Jonas-Europaschule in Wien. Von Dezember 2020 bis Mai 2025 war er stellvertretender Bezirksvorsteher und Bildungssprecher der ÖVP in Floridsdorf. Er ist Autor einer Kolumne im rechtspopulistischen Boulevard-Medium Exxpress. Im Februar 2026 trat er von allen Funktionen bei der ÖVP zurück, seine Mitgliedschaft bei der ÖVP blieb davon unberührt.

Kontroversen Im Dezember 2024 und im Jänner 2026 gab Klar in seiner Funktion als Schulleiter dem in der EU verbotenen russischen Staatssender Rossija 1 ein Interview in der Schule. Dabei ging es um ein Kopftuchverbot in Schulen und Deutschförderungen. Auch interviewte der Sender ukrainische Flüchtlings-Kinder. Der Schulbesuch des Senders war durch Klar weder der Bildungsdirektion mitgeteilt worden noch hätte sie ihn genehmigt. Im Februar 2026 leitete die ÖVP ein Amtsenthebungsverfahren gegen Klar ein, der dem jedoch zuvorkam und aus allen Partei-Funktionen an zurücktrat, die Bildungsdirektion kündigte an, den Fall zu prüfen. Die Grünen stellten dazu eine Anfrage im Nationalrat an Bildungsminister Christoph Wiederkehr, der mitteilte, dass er die Prüfung möglich disziplinarrechtlicher Konsequenzen begrüße.

Im Februar 2026 hätte Christian Klar gemeinsam mit Landeshauptfrau-Stellvertreter Udo Landbauer (FPÖ) einen Vortrag zum Thema „Schule unter Druck – Herausforderungen durch den politischen Islam“ halten sollen. Klar sagte den Vortrag jedoch ab, um „um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen“.

Rezeption Laut Florian Klenk (Falter) handelt es sich klar um eine ambivalente und umstrittene Persönlichkeit. Im September 2024 kritisierte Klenk Klar für eine Kolumne im – so Klenk – „rechtsextremen Fake-News-Blog Exxpress“, da dieser eine „Meinungsdiktatur“ durch Nationaltrainer Ralf Rangnick beklagte, der sich zuvor gegen rechte Hetze positioniert hatte. Klar sei ein Gegner des Islam, im Gaza-Krieg stünde er aufseiten Israels und bewege sich in einem konservativen Milieu.

Was ist los in unseren Schulen? (2024)

Im September 2024 lud Klar zur Präsentation seines Buches Was ist los in unseren Schulen?. Gekommen waren konservative Persönlichkeiten, wie der Politiker Martin Engelberg (ÖVP), der Schauspieler Albert Fortel sowie die frühere Museumdirektorin Danielle Spera als Moderatorin, und Kamera-Teams von Ö24 und ServusTV.

Laut Florian Klenk wäre es hilfreich gewesen, wenn Klar erklärt hätte, wieso Österreich trotz eines teurem Bildungssystems international schlecht dastehe und, dass Klar ehemalige Schüler geladen hätte, damit diese aus ihrer Perspektive erzählen können.

Die ehemalige Schuldirektorin Heidi Schrodt merkte zum Buch an, dass Klar anhand einzelner Fälle die Veränderung des Alltags an seiner Schule anschaulich schildere. Dabei überwiegen die negativen Beispiele, das sei aber die Intention des Buches. Gewünscht hätte Schrodt sich aber mehr positive Beispiele, außerdem hätte der Leser gerne mehr über einen durchschnittlichen Tag an Klars Schule gelesen.Heidi Schrodt: Wenn Schüler mit einer Pistole in die Schule kommen. Falter, 16. Oktober 2024, S. 18.

Wie retten wir die Zukunft unserer Kinder? (2025)

Der Journalist Gerald John (Der Standard) beschreibt Klars Gedankenwelt als eine Mischung aus konservativen und liberalen Ansätzen. Pauschale Anschuldigungen seien ihm fremd.

Laut der Journalistin Julia Neuhauser (Die Presse) spitze Klar in seinen Erzählungen gerne zu. An anderen Stellen zeige er sich aber dann doch differenziert. Neben den „holzschnittartig“ geschilderten Geschichten liefere das Buch auch Lösungsansätze. Offensichtlich gefalle Klar sich aber als Provokateur. Es gebe kaum ein Thema, das er nicht auslasse. Zum Thema Geschlechtsidentität schreibt Klar etwa von Schülern, die „teilweise im Wochenrhythmus“ ihren Namen wechseln würden.

Der Journalist Christoph Schwarz (Kurier) merkt an, dass es Klar mit seinem Buch nicht nur die Zukunft der Kinder, sondern auch die des „christlichen (!) Abendlandes“ retten wolle. Ein zentrales Problem des Schulsystems sei nicht per se die Migration, sondern „die Haltung der Menschen gegenüber der europäischen, im Speziellen der österreichischen Gesellschaft“. Laut Schwarz begebe sich Klar auf dünnes Eis mit seiner Behauptung der hohe Anteil behinderter Kinder aus dem Ausland habe seinen Grund in der „Verwandtenehe“ in anderen Kulturen, die nur wegen des Sozialsystems in Österreich leben würden. An anderen Stellen im Buch blitze aber auch Klars Expertise durch, etwa dort, wo er sich im Schulrecht vertieft und konkrete Reformvorschläge auflistet.

Nach Ansicht des Journalisten Florian Klenk (Der Falter) überzeuge der konservative Pädagoge Christian Klar im ersten Teil des Buches. Zwar sei seine Diagnose anekdotisch, Fußnoten und Studien nicht vorhanden. Seine Vorschläge seien aber progressiv und diskussionswürdig. Im weiteren Verlauf des Buches wandle sich Klar aber dann zum „Abendland-Moralist“ und „Kulturkämpfer“. Sein Kapitel über den „politischen Islam“ erinnere Klenk an eine Parteitagsrede. Obwohl Klar selbst an der konservativen jüdischen Lauder-Chabad-Schule unterrichtet habe, erkenne er nur im Islam das große gesellschaftliche Problem. Er werfe mit Koransuren um sich, um die Militanz des Islam zu belegen und verwechsle jugendkulturelle Provokation mit religiösem Fanatismus, schlechtes Benehmen oder Überforderung mit Ideologie.

Schriften Wie retten wir die Zukunft unserer Kinder? Vorschläge aus der Schulpraxis. Seifert, Wien 2025, ISBN 978-3-903583-11-5. Was ist los in unseren Schulen? Ein Schulreport. Seifert, Wien 2024, ISBN 978-3-904123-89-1.

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